Nach dem TV-Duell – Vier weitere schwierige Jahre für die USA
CMC Markets: Die erste Fernsehdebatte zwischen den zwei Bewerbern um die US-Präsidentschaft wäre für Amtsinhaber Donald Trump die gute Möglichkeit gewesen, seine potenziellen Wähler aufzurütteln, nachdem er in den Umfragen hinter seinem Herausforderer Joe Biden liegt.
Nach der Debatte allerdings preisen die meisten Buchmacher eine größer werdende Favoritenrolle von Biden ein. Und es ist wie immer, die Anhänger beider Kandidaten sind sich sicher, gewonnen zu haben.
Die Erwartungen an Biden waren vor dem Duell extrem niedrig, aber er führt seit 50 Jahren Debatten und ließ sich von Trump nicht unterkriegen. Trump dagegen gab sich in den Monologen gewohnt stark, konnte aber nur wenige Highlights setzen und ließ sein Gegenüber meist nicht ausreden.
Hohe Volatilität in der Wahlnacht erwartet
Die Biden-Kampagne dürfte das Rennen um das Weiße Haus weiterhin hauptsächlich als ein Referendum über Trumps Versagen in der Corona-Pandemie bewerten.
Die Enthüllungen der New York Times vom Wochenende, wonach US-Präsident Donald Trump in den letzten Jahren lediglich 750 Dollar an Steuern gezahlt habe und allgemein in einer prekären finanziellen Situation stecken soll, sind zwar schlechte Presse. Ob die Nachrichten aber die vielen unentschlossenen Wähler in den USA überzeugen, ihre Meinung zum Präsidenten zu ändern, bleibt ungewiss.
Für die Finanzmärkte war diese Meldung zumindest von sehr geringem Interesse. Hier liegt der Fokus viel mehr auf den Entwicklungen rund um die eigentliche Wahl. Es wird mit einer sehr hohen Volatilität in der Wahlnacht gerechnet, die sich aus dem Risiko eines unsicheren Wahlausgangs ergibt.
Das gilt umso mehr, sollte sich das endgültige Ergebnis ähnlich wie bei Bush gegen Gore vor fast 20 Jahren in die Länge ziehen. Im Jahr 2000 fiel der S&P 500 nach der Wahl bis zum Jahresende um acht Prozent und erholte sich erst wieder vollständig, als der Präsident feststand.
Ist Biden schlecht für den Aktienmarkt?
In Reaktion auf die steigenden Chancen des Demokraten Biden eröffneten die Börsen nach dem Duell zunächst mit Kursverlusten, da es die weit verbreitete Meinung auf dem Parkett gibt, dass ein Sieg von Biden erhebliche negative Auswirkungen auf die Gewinnentwicklung der US-Unternehmen hat.
Schaut man sich jedoch das Wahlprogramm an und bewertet die Auswirkungen von höheren Unternehmenssteuersätzen, mehr Investitionen und niedrigeren Zöllen, zielen die Maßnahmen in die gleiche Richtung wie zu Obamas und Clintons Zeiten und könnten somit auch zu einem ähnlichen Niveau mittelfristiger S&P 500-Gewinne führen.
Die Wahl an sich sollte keine großen Auswirkungen auf den Gesamtmarkt haben. Ein negatives Szenario für die Börse wäre die Wiederholung einer Hängepartie und die Anfechtung der Wahl durch einen der beiden Kandidaten.
Der wahre Unterschied zwischen beiden hat nichts mit ihrer Politik zu tun
Ein Wahlsieg Trumps ist mit dem Risiko verbunden, dass seine einzigartig toxische Kombination aus wissenschaftsfeindlicher Propaganda und organisatorischer Unfähigkeit die Corona-Pandemie unnötig verlängert und die Zahl der Todesopfer steigt.
Auf der anderen Seite ist es unter Joe Biden wahrscheinlicher, dass die USA Kriege beginnen. Der Demokrat war dafür, Bosnien anzugreifen und in Afghanistan einzumarschieren. Er war ein großer Unterstützer und Wegbereiter für den Irak-Krieg. Derzeit droht er mit einem Krieg gegen Venezuela und neuen kalten Kriegen gegen China und Russland. Er verspricht auch, den Verteidigungshaushalt weiter aufzustocken.
Donald Trump war der erste US-Präsident seit Jahrzehnten, der direkt mit den Taliban verhandelte, um ein Friedensabkommen zu unterzeichnen und alle amerikanischen Truppen nach Hause zu holen.
Trotz der üblichen Hysterie im Wahljahr gibt es zwischen Trump und Biden in den meisten wichtigen Fragen aber keinen wirklichen Unterschied. Keiner der beiden verspricht, die zusätzliche Arbeitslosenversicherung einzuführen. Keiner von beiden befürwortet den „Green New Deal“. Keiner will eine Krankenversicherung für alle Amerikaner.
Beide geben den Unternehmen Vorrang vor einzelnen Bürgern und beide würden die Einwanderungspolitik nicht wesentlich liberalisieren. Der wahre Unterschied zwischen Joe Biden und Donald Trump hat nichts mit ihrer Politik zu tun. Egal, wer gewinnt, den Amerikanern könnten erneut vier lausige Jahre bevorstehen.
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