Oldtimer als Geldanlage: Vorfahrt für Rendite?

Deutsches Institut für Altersvorsorge: Über eine Dreiviertelmillion Oldtimer sind auf Deutschlands Straßen unterwegs oder stehen als Wertobjekt in der Garage. Sind die Fahrzeuge mindestens 30 Jahre alt, können ihre Besitzer diese seit 1997 mit einem H-Kennzeichen ausstatten. Zunehmend beliebter und gesuchter werden Oldtimer auch als Anlageobjekt.

Ihre Rendite kann sich sehen lassen. Das zeigen die Marktdaten. Nach Berechnungen der Credit Suisse haben Oldtimer inflationsbereinigt zwischen 1980 und 2017 pro Jahr durchschnittlich acht Prozent an Wert gewonnen. Damit stehen sie für eine ähnlich attraktive Wertentwicklung wie beispielsweise bei einem Aktieninvestment.

 

Eigener Index für die Wertentwicklung

Allerdings hat sich die Wertsteigerung ausgesuchter Modelle, nach stärkeren Anstiegen in der Vergangenheit, mittlerweile etwas abgeschwächt. Diese Entwicklung bildet ein spezieller Index ab. Der Oldtimerindex (OTX) der Südwestbank wurde im Jahr 2010 initiiert und zeichnet die Wertentwicklung von 20 ausgewählten Modellen süddeutscher Automobilhersteller vorwiegend aus dem Premiumsegment nach.

Ausgehend von einem Basiswert von 100 Punkten brachten die letzten Jahre eine deutliche Wertsteigerung. So wuchs der OTX bis zum Mai 2019 auf 554 Punkte an, was einer Steigerung von über 450 Prozent gleichkommt. Getrieben wird diese beeindruckende Performance im Wesentlichen jedoch nur von einzelnen Modellen. Daher ist es auch für interessierte Anleger wichtig, vor einem „mobilen“ Investment genau hinzuschauen.

 

Ein BMW-Modell fährt vor

Unter allen aufgeführten Modellen steht als Spitzenreiter ein BMW 507 aus den späten 1950er Jahren. Dieses Modell ist eine echte Rarität. Nach Angaben der Südwestbank gibt es nur noch 441 zugelassene Fahrzeuge dieses BMW-Sportcoupés.

Deren Besitzer können sich über eine Wertsteigerung freuen, die allen anderen Modellen in puncto Rendite davonfährt. Zwischen 2005 und 2019 betrug der Wertzuwachs über 800 Prozent. Für das Fahrzeug rufen Verkäufer einen Preis von 1.725.000 Euro auf. Auch damit steht dieser BMW im OTX einsam an der Spitze.

 


 

Oldtimer nur zur Diversifikation

Ohnehin empfehlen die Finanz- und Oldtimerexperten der Südwestbank, Oldtimer lediglich als eine mögliche Beimischung in einem diversifizierten (und sehr großem) Portfolio zu betrachten. Ein solcher Erwerb bindet Liquidität auf viele Jahre.

Unter Renditegesichtspunkten in der derzeitigen Niedrigzinsphase wird von den Experten ein Oldtimer als Anlageobjekt zudem erst ab 100.000 Euro als interessante Alternative gesehen. Zumal neben dem eigentlichen Kaufpreis, anders als bei anderen Sachwerten, noch jährliche Zusatzkosten anfallen. Diese werden auf rund vier Prozent des Fahrzeugwerts taxiert, was natürlich die Rendite entsprechend schmälert. Außerdem sollte beim Kauf eines Oldtimers unbedingt ein Sachverständiger dabei sein.

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