Satte Kursanstiege von Tech-ETFs

Frankfurter Wertpapierbörse: Angesichts der Seitwärtsbewegung an den europäischen Märkten wollen sich Anleger offenbar nicht aus dem Fenster lehnen, bei niedrigeren Umsätzen fehlt die klare Richtung.

„Die Liquidität ist deutlich zurückgegangen“, berichtet Tobias Runkehl von IMC. „Man merkt, dass es gen Jahresende geht.“ Auch laut Carsten Schröder von der Commerzbank ist es derzeit eher ruhig. Für die Vorwoche meldet er 42.000 Trades.

Der DAX notiert am Dienstagmorgen bei 13.200 Punkten und damit etwas unter dem in der Vorwoche erreichten Zwischenhoch von 13.374 und dem Rekordhoch von 13.596 Zählern vom Januar 2018.

An der Wall Street wurden am Montag hingegen neue Rekorde markiert: S&P 500 und Nasdaq kletterten auf Allzeithochs, der Dow Jones blieb nur knapp darunter. Grund für den Optimismus waren neue positive Meldungen zum Verlauf der Handelsgespräche zwischen den USA und China.

 


 

Automation & Robotics-ETF mit fast 40 Prozent seit Januar
Mit dem rasanten Anstieg des Nasdaq 100 und anderer Tech-Indizes wie des TecDAX sind im Handel mit Branchen-ETFs einmal mehr Technologiewerte (WKN A2PHCC, A0H08Q, A14QB5) im Fokus. „Allerdings sehen wir nun einen Verkaufsüberhang, wenn auch einen kleinen“, stellt Schröder fest.

Kunden der Unicredit griffen bei Nasdaq-ETFs zu, während der iShares Automation & Robotics (WKN A2ANH0) in beide Richtungen rege gehandelt werde, erklärt Unicredit-Händlerin Cornelia Schübel. Der Automation & Robotics-ETF hat die Verluste von Ende 2018 längst wieder wettgemacht und im laufenden Jahr fast 40 Prozent gewonnen.

Value-Aktien auf Aufholjagd?
Hohe Umsätze verzeichnen Value-ETFs. „Da sehen wir großes Kaufinteresse“, stellt Runkehl fest und nennt den iShares MSCI World Value (WKN A12ATG) und den iShares MSCI Europe Value (WKN A12DPP) als Beispiele.

Auch Schröder hat Zuflüsse in den iShares MSCI World Value beobachtet, Schübel Käufe und Verkäufe. Offenbar erwarten viele Anleger eine Aufholjagd: Seit Jahresanfang hat der iShares MSCI World Value um 21 Prozent zugelegt, der „normale“ iShares MSCI World hingegen um 29,2 Prozent.

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Richtungsloser Handel
Bei breit investierenden Aktien-ETFs ist kein klares Bild auszumachen: Schröder berichtet von Abflüssen aus S&P 500- (WKN A0YEDG) und MSCI Europe ex UK-ETFs (WKN A0J204) und Zuflüssen in MSCI World-, DAX- (WKN ETFL01) und MSCI World All Country-Tracker (WKN LYX00C).

Laut Runkehl positionieren sich Anleger in MSCI World-ETFs (WKN A2DRG6, A0RPWH) und trennen sich von Euro Stoxx 50 (WKN 593395) und DAX-Indexfonds (WKN ETFL01, DBX1DA).

Schübel zufolge überwiegen die Abflüsse aus Aktien-ETFs, vor allem aus europäischen (WKN A12CXZ, A0MZWQ, LYX0Q0), aber auch aus MSCI World-Indexfonds.

Anleihe-ETFs: ohne Trend
Im Anleihen-Bereich kann Schübel einen Trend ausmachen: Europäische Unternehmensanleihen werden abgestoßen. „Auch bei US-Anleihen mit Währungs-Hedge dominieren die Abgaben“, erklärt sie.

Kunden der Commerzbank kauften europäische Staatsanleihen (WKN A2PA8D) und US-Treasuries mit Laufzeiten von 1 bis 3 Jahren (WKN A0J202) und verkauften US-Treasuries mit Laufzeiten von 7 bis 10 Jahren (WKN A0LGP4) und deutsche, kurzlaufende Staatsanleihen (WKN 628947).

 


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