Schottland stimmt über Unabhängigkeit ab – Auswirkungen auf die Finanzmärkte

FXCMKurzfristige Ungewissheit könnte zu starken Marktreaktionen führen

 

Bislang gab es an den Finanzmärkten mit Hinblick auf eine mögliche schottische Unabhängigkeit noch keine größeren Reaktionen. Doch während der Termin für das schottische Referendum am 18. September näher rückt, sollte die Frage nach den Kosten eines Regime-Wechsels im Norden der britischen Insel zunehmend das Marktgeschehen beeinflussen. Nicht nur auf dem Sterling und auf britischen Staatsanleihen (Gilts) könnte ein erfolgreiches Referendum lasten, sondern auch auf dem britischen  Aktienmarkt. Gerade die Einzeltitel, die besonders den regulatorischen und geldpolitischen Unsicherheiten ausgesetzt wären, könnten sehr hart von einem mehrheitlichen „Ja“ der Schotten getroffen werden. Hierzu zählen in erster Linie schottische Banken und Versicherungsunternehmen.
 

Absicherungen am Terminmarkt eingeleitet
Am Devisenmarkt beginnen Marktteilnehmer scheinbar noch nicht damit, das Szenario, dass sich die schottische Nationalpartei SNP durchsetzen könnte, verstärkt einzupreisen. Der Wert des Britischen Pfund stieg im laufenden Jahr gegen den Euro und auch den US-Dollar. Hier lassen sich hinsichtlich der Kursverläufe noch keine Auffälligkeiten erkennen. Anders sieht es auf dem Optionsmarkt aus. Ein deutlicher Anstieg der impliziten Volatilitätswerte für die nächsten zwei Monate, d.h. der erwarteten Schwankungsbreiten, zeigt auf, dass die Marktteilnehmer gerade im EUR/GBP anfangen, Absicherungsgeschäfte vorzunehmen und auch bereit sind, höhere Prämien für diese zu zahlen, um sich vor einem starken Wertverlust des Britischen Pfunds zu schützen. Je näher das Event rückt, desto größer sollte der Bedarf nach Absicherungen ausfallen. Wer auf ein erfolgreiches Referendum setzt, rechnet nicht nur mit einer stark anziehender Volatilität, sondern auch mit einer rapiden Schwäche im Pfund.  
 

Risiken für alle Beteiligten
Kurzfristig würde gerade ein fehlendes oder unzureichend definiertes Schuldenabkommen den „Run“ auf die britischen Anleihemärkte beenden und für Gegenwind sorgen. Das Pfund könnte aufgrund der schlagartigen Unsicherheit über die Folgen des Referendums und den finanziellen Risiken stark unter Druck geraten. Zahlreiche weitere wichtige Fragen sind noch keineswegs geklärt. Wird es Schottland gelingen, eine Währungsunion mit dem Vereinigten Königreich einzugehen? Die britischen Entscheidungsträger signalisieren nach wie vor, dass dies keine Option ist. Schottland müsste eine eigene Zentralbank gründen und eine eigene Währung aufsetzen oder gar unter das Dach der europäischen Währungsunion schlüpfen.
 

Britischem Pfund droht Absturz um fünf Prozent
Gerade diese Unsicherheiten sorgen für Risiken und Kosten auf beiden Seiten – für Schottland und das Vereinigte Königreich. Auch die Bank of England könnte sich geneigt sehen, im Fall einer Mehrheit für die schottische Abspaltung mit ersten Leitzinserhöhungen vorerst noch abwarten. Gerade die Aussicht auf eine restriktivere Geldpolitik war zuletzt der Treiber für die Pfund-Stärke. Diese Stärke könnte förmlich in sich zusammenbrechen. Das Pfund könnte gegen den US-Dollar wieder das Jahrestief um 1,625 anvisieren und auch Gefahr laufen, den Wertanstieg seit Mitte 2013 zu kompensieren. Ein Sturz unter die 1,60 GBP/USD wäre denkbar und somit ein Kursverlust von über fünf Prozent. Auch trotz der zunehmend expansiven Geldpolitik der EZB, die das Potenzial des Euro dämpft, wären im EUR/GBP Kursanstiege dann schnell ein Thema.
 

Auch ein knappes „Nein“ würde zu Reaktionen führen
Auch ein „Nein“ im Referendum könnte einen Schock im Britischen Pfund auslösen und den britischen Anleihemarkt belasten. Nämlich dann, wenn das Votum nur knapp zu Gunsten einer Beibehaltung der Union ausfallen sollte, denn das würde die Initiatoren dazu ermutigen, zeitnah erneut politisch den Umbruch anzustoßen.

 

Von Niall Delventhal

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