Spannung am Ölmarkt – Wie wird die OPEC reagieren?

Bernstein Bank: Nach Ostern lassen es die Broker in Frankfurt erst einmal ruhig angehen. Neue Impulse dürften einige Konjunkturdaten bringen und die US-Bilanzsaison. Weit interessanter ist die Lage am Ölmarkt: Dort hat die US-Administration die Anleger mit dem Streichen der letzten Ausnahmen bei den Iran-Sanktionen leicht geschockt. Das könnte auch die Verhandlungen zwischen China und den USA im Zollstreit torpedieren – und somit die Börsen in die Knie zwingen.

Abwarten in Frankfurt

News waren an der deutschen Börse genau wie im weltweiten Handel zuletzt dünn gesät. So bröckelte der DAX zum Start der neuen Börsenwoche leicht ab, der Index notierte am Vormittag knapp unter 12.200 Zählern. Die Anleger nahmen erst einmal Gewinne mit, der DAX war am Gründonnerstag im Handelsverlauf auf den höchsten Stand seit einem halben Jahr gestiegen; den Tag hatte der Leitindex bei 12.222 Zählern rund ein halbes Prozent fester beendet.

In den Fokus der Anleger rückte am Dienstag einmal mehr die Wirecard-Aktie, die nach dem Ende des Leerverkaufsverbots zeitweise um rund 7 Prozent einbrach.

Die Finanzaufsicht Bafin hatte das Verbot für zwei Monate als Vorsichtsmaßnahme gegen Short-Attacken erlassen.

Iran-Sanktionen versus China-Deal

Die größte Aktivität zeigte der Energiemarkt – Volatilität scheint hier in den kommenden Wochen vorprogrammiert, was professionelle CFD-Trader nicht schocken wird. Das Weiße Haus hatte an Ostermontag die Anleger mit der Ankündigung überrascht, die letzten Ausnahmen bei den Öl-Sanktionen in punkto Iran ab dem 1. Mai auslaufen zu lassen. Nach der Pressekonferenz von US-Außenminister Mike Pompeo stieg der Ölpreis auf ein Sechsmonatshoch. Viele Anleger hatten damit gerechnet, dass die Sonderregelungen verlängert werden. Der Markt erscheint vielen Tradern sowieso schon angespannt, da Lieferausfälle in den Krisenländern Venezuela und Libyen das Angebot ohnehin verknappen.

Im Mai vorigen Jahres hatten die USA acht Ländern gestattet, iranisches Öl in begrenztem Ausmaß weiter zu importieren – darunter China und Indien, die noch immer Crude in Iran einkaufen.

Und damit steht eine Querverbindung zur Börse:
Nicht nur die Wall Street hofft auf einen Deal im Zollstreit zwischen der Volksrepublik China und den USA. Die Verhandlungen könnten durch das neue Reizthema Iran-Öl gefährdet werden.

Wie wird die OPEC reagieren?
US-Präsident Donald Trump will das Mullah-Regime dazu zwingen, sein Atomwaffenprogramm zu stoppen, Raketentests einzustellen und Terrorgruppen in Nahost nicht weiter zu unterstützen. Die iranische Lücke sollen Saudi-Arabien und andere OPEC-Länder schließen, twitterte der Präsident. Trump erläuterte außerdem, er erwarte, dass das Öl-Kartell seine seit rund fünf Monaten laufenden Produktionsbeschränkungen aufgeben werde. Sie haben den Ölpreis in diesem Jahr in die Höhe getrieben.

Entsprechend werden die heute um 22.30 Uhr einlaufenden Bestandsdaten für die US-Rohöllager des American Petroleum Institute (API) besonders wichtig.

 

Börsen in Asien ohne klare Tendenz
Vor dem Hintergrund der Iran-Sanktionen herrschte an den asiatischen Börsen Zurückhaltung, zumal auch dort die Bilanzsaison anläuft. Auf dem chinesischen Parkett kursierten außerdem Spekulationen über eine Verringerung der staatlichen Konjunkturprogramme. So schloss der chinesische CSI 300 um 0,2 Prozent schwächer bei 4.019 Zählern, der Nikkei stieg dagegen um moderate 0,2 Prozent auf 22.260 Stellen.

 

Wall Street lustlos
Der Ölpreis und schlechte Daten vom Immobilienmarkt hatten zudem die Anleger an der Wall Street am Ostermontag ausgebremst. Bei extrem niedrigem Volumen rutschte der Dow Jones Industrial um rund 0,2 Prozent auf 26.511 Punkte. Der S&P 500 verbuchte ein moderates Plus von 0,1 Prozent auf 2908 Stellen und der Nasdaq 100 gewann 0,3 Prozent auf 7714 Zähler.

Schon am Freitag waren Daten zu Baubeginnen und Baugenehmigungen für den März bekanntgegeben worden, sie fielen schlechter aus als erwartet. Am Montag lagen die Verkäufe von Bestandsimmobilien im März ebenfalls unter den Prognosen.


Das bringt der Tag
Noch einmal neue Daten zum US-Immobilienmarkt laufen heute ab 16.00 Uhr ein, dann werden die verkauften Neubauten für März in den Vereinigten Staaten gemeldet.
Zeitgleich tickert der Index für das Verbrauchervertrauen in der Eurozone im April ein.

Derweil läuft die US-Bilanzsaison weiter: Kur vor 13.00 Uhr deutscher Zeit soll Coca-Cola Zahlen vorlegen, schließlich unter anderem Procter & Gamble und Verizon. Nach Börsenschluss werden die Bilanzen von Texas Instruments und Ebay erwartet.

Wir sind gespannt, wie Wall Street, DAX und co. reagieren und wünschen Ihnen erfolgreiche Trades bei Deutschlands besten CFD Brokern!

 

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