Studie: Europäische Einlagensicherung schützt nicht vor NPL-Risiken

Bankenverband: Die geplante europäische Einlagensicherung EDIS (European Deposit Insurance Scheme) bietet keinen Schutz vor den Risiken durch ausfallgefährdete Kredite in Bankbilanzen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des Kölner Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) zu 76 systemrelevanten Geldhäusern, aus der heute Reuters zitierte.

Zudem sei der Anteil der sogenannten Non-Performing Loans (NPL) zwischen den einzelnen Banken der Eurozone so unterschiedlich, dass eine gemeinsame Einlagensicherung zu einem dauerhaften Transfermechanismus führe. Es gebe weiter signifikante Risiken in den Bilanzen systemrelevanter Geldhäuser des Währungsraumes.

So würden die Rekapitalisierungskosten zur Beseitigung der NPL zwischen 2019 und 2022 in Zypern 2,4 Prozent der dortigen Wirtschaftsleistung (BIP) verschlingen, heißt es in der Studie. Dort liege die Höhe der ausfallgefährdeter Kredite gemessen am BIP bei 90 Prozent. In Griechenland betrügen die Rekapitalisierungskosten 2 Prozent des BIP, in Italien 0,8 Prozent.

Laut IW sei es besser, von der Idee einer europaweiten Einlagensicherung Abstand zu nehmen, wenn es nicht gelinge, die NPL bei ohnehin belasteten Häusern weiter zu reduzieren. Laut eines Medienberichts von Montag kritisierte auch die Wirtschaftsweise Isabel Schnabel EDIS: “Man kann sicherlich keine Versicherung für Risiken einführen, die sich bereits realisiert haben. Daher muss zunächst eine angemessene Risikovorsorge für die bestehenden notleidenden Kredite sichergestellt werden.” Ebenso wichtig sei es, Regelungen für zukünftige Problemkredite zu finden.

Weitere Meldungen:
EU ist auf mögliche Eskalation im US-Handelsstreit vorbereitet
Zollstreit: USA erwirtschaften Überschuss gegenüber EU
Finanzindustrie wählt langsamen Weg in die Agilität

Weitere News Beiträge Weitere News Beiträge