Systematik statt Glaskugel

quirion: Morgen werden am Aktienmarkt die Kurse steigen. Vielleicht. Möglicherweise sinken sie auch. Was morgen, in diesem Sommer oder in zwei Jahren an den Märkten passieren wird, kann niemand wirklich wissen. Selbst wenn man da so eine Vermutung hat. Oder es hinterher irgendwie zu ahnen glaubte.

Gerade aktuell muss aber wohl niemandem erklärt werden, dass Ereignisse eintreten können, mit denen noch kurz zuvor keiner gerechnet hat. Das ist einfach so.

Diversifikationsvorteil maximal ausschöpfen

Unser prognosefreies Anlagekonzept bei quirion tut gar nicht erst so, als wäre das anders. Prognosefreie Anlageentscheidungen bedeuten Systematik statt Glaskugel: Wir spekulieren nicht, wie die Entwicklung an den Märkten aussehen könnte. Die Marktrenditen mitnehmen, die Risiken so weit wie möglich streuen – das ist das Prinzip.

Der Startpunkt für die Konstruktion der Kundenportfolios ist ein aus ETFs und indexnahen Fonds erstelltes Weltportfolio. Anleger bestimmen, wie hoch die Gewichtung von Aktien und Anleihen im Verhältnis zueinander ist, in Zehnerschritten von 10 Prozent Aktienanteil bis 100 Prozent. Das ist einfach, günstig und effizient.

 


 

Das Gewicht halten

Das Risikoprofil eines Kundenportfolios ist für uns eine Konstante. Weil die Märkte aber nun einmal schwanken, verändern sich die Gewichte im Portfolio kontinuierlich. Steigen die Kurse bei Aktien in den USA, erhöht sich dieser Anteil relativ zu den anderen. Schließlich bewegen sich die Märkte nicht im gleichen Takt.

Nun kommt das Rebalancing ins Spiel: Um die Schwankungen auszugleichen, passen wir regelmäßig die Portfolios wieder an das Zielprofil an. An teuren Märkten werden Gewinne mitgenommen, relativ günstige Märkte werden nachgekauft.

Diszipliniert handeln

Warum Gewinne mitnehmen, wenn es doch so oft heißt, man solle Gewinne laufen lassen? Die Antwort ist eigentlich einfach. Mit steigendem Anteil einer bestimmten Position wächst die Abhängigkeit des Portfolios von dieser Position.

Gerade langfristig gilt dann: Das angestrebte Risikoprofil wird verfehlt. Diszipliniertes, zielgenaues Vorgehen ist bei der Geldanlage aber sehr wichtig. Echte Langfristinvestoren wie der so erfolgreiche norwegische Staatsfonds verfolgen das Konzept einer fundierten, strategischen Asset Allocation deshalb sehr konsequent.

Risiken reduzieren, Rendite optimieren

Unsere Kundenportfolios sind sehr breit aufgestellt, enthalten also viele Positionen. Wie sich das Rebalancing in der Entwicklung von Wertpapierdepots auswirkt, lässt sich jedoch an einem vereinfachten Beispiel mit lediglich drei Depotpositionen gut darstellen: Zwei Wertpapierportfolios laufen gegeneinander, eins mit Rebalancing und das andere ohne. Beide weisen zu Beginn denselben Wert und dieselbe Strategie auf, nämlich 70 Prozent Aktien und 30 Prozent Anleihen (siehe Grafik).

 

Das Ergebnis: Rebalancing steigert im Beispielfall die Rendite und verringert das Risiko.

Mindestens einmal jährlich anpassen

Die Kapitalmarktforschung zeigt, dass sich insbesondere die großen Umschwünge an den Märkten nicht prognostizieren lassen, auch nicht mit den ausgefeiltesten Risikomodellen.
Das Institut für Vermögensaufbau hat in seiner Studie „Robo Advisors in der Krise“ im Jahr 2018 verschiedene Ansätze der Risikosteuerung verglichen.

Das Ergebnis, kurz zusammengefasst: Schwankt die Aktienquote eines Portfolios mit dem Markt, kann ein Stressereignis zu erheblich stärkeren Rückschlägen führen, als das bei systematischem Rebalancing der Fall ist.

Wir halten uns also an den Plan: Das Rebalancing der Portfolios erfolgt mindestens einmal jährlich. Und zusätzlich immer dann, wenn die festgelegten prozentualen Anteile von Aktien beziehungsweise Anleihen am Gesamtportfolio um 10 Prozent (nicht Prozentpunkte!) über- oder unterschritten werden. Ist der Anteil der Aktien oder der Anleihen am Portfolio sehr klein, gelten Grenzen von 15 beziehungsweise 20 Prozent.

Das Portfolio genau kalibrieren

Wenn wir das Rebalancing vornehmen, dann immer gleich für das gesamte Portfolio. Schließlich soll der Anleger genau die Aufstellung erhalten, die er sich gewünscht hat. Wir reduzieren deshalb nicht einfach zum Beispiel irgendeinen der Aktienbestandteile, sondern kalibrieren alle Positionen nach, damit die Verhältnisse wieder stimmen.

Wenn wir erkennen, dass es für einen bestimmten Markt inzwischen einen besser geeigneten ETF gibt, optimieren wir das dann gleich mit. Und wenn wir erkennen, dass das Rebalancing zum geplanten Zeitpunkt ungünstig wäre, weil die Spreads groß und die Ausführung damit teuer ist, verschieben wir es, bis die Situation sich normalisiert hat. Das ist aber nur äußerst selten notwendig – etwa im Zuge der Corona-Krise im letzten Frühjahr.

Bei Sparplänen betreiben wir übrigens mit jeder Sparplanrate automatisch ein kleines Rebalancing. Denn jede Sparrate orientiert sich an der gewählten Ausrichtung und dem aktuellen Status. Sind Aktien gerade besonders teuer, geht mehr von der Sparrate in Anleihen. Ob Sparplan oder Einmalanlage: Die Wiederherstellung der Zielallokation ist ein einfaches und effektives Mittel des Risikomanagements. Und das lässt sich gerade dann erkennen, wenn die Märkte unerwartet unter Druck geraten.

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