Theresa May kündigt Rücktritt an – Risiko eines No-Deal-Brexits steigt

Principal Global Investors: Theresa Mays Ankündigung, am 7. Juni zurückzutreten, kommt wenig überraschend. Sie könnte allerdings zu einer Kettenreaktion führen, die sich schlussendlich negativ auf die Marktstimmung in Großbritannien auswirkt.

Nächsten Monat wird es zu einem Kampf um die Führung der konservativen Partei kommen und es ist am wahrscheinlichsten, dass ein Brexiteer das Ruder in die Hand nimmt.

Trotz aller Skandale und schillernden Farben, die Boris Johnson in die britische Politik bringt, ist er der Top-Kandidat für die May-Nachfolge. Mit Johnson steigt jedoch auch die Möglichkeit eines No-Deal-Brexit.

Zum jetzigen Zeitpunkt scheinen ohnehin die Extremoptionen eines No-Deal-Brexit oder No Brexit wesentlich wahrscheinlicher zu sein als ein ausgehandelter, geregelter Brexit. Der parlamentarische Aufschrei über Mays Vorschlag einer Abstimmung über ein zweites Referendum deutet darauf hin, dass diese Option erneut vom Tisch sein könnte.

 


 

Das Pfund hat in den letzten Wochen einen Rückgang gegenüber dem US-Dollar auf 1,27 $ verzeichnen müssen. Das spiegelt eine Neubewertung der Brexit-Risiken wider, die mit dem Ende von Theresa Mays Amtszeit als Premierministerin einhergehen.

Das heißt nicht, dass wir einen No-Deal-Brexit bereits auf diesem Niveau einpreisen. Vielmehr indiziert der Markt bislang nur, dass das Risiko eines No-Deal-Brexits angestiegen ist. Sollte dieses Albtraumszenario Realität werden, dürfen Marktteilnehmer eher von einer Parität des Pfunds zum US-Dollar ausgehen.

Diskussionen um eine mögliche Zinsanhebung durch die Bank of England bleiben somit unverständlich. Die Zunahme von Unsicherheit und Volatilität suggerieren eher, dass der wahrscheinlichste Weg für die britischen Zinsen nach unten und nicht nach oben weist.

Kommentar von Seema Shah, Senior Global Investment Strategist bei Principal Global Investors

 


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