Ungewöhnliche Stärke der Stärksten im S&P 500

DWS InvestmentsDie großen US-Werte, insbesondere aus den Sektoren Technologie und Kommunikation, sind ihrer Favoritenrolle bei vielen Anlegern auch dieses Jahr wieder gerecht geworden. Gerade im Markteinbruch haben sie sich deutlich besser als der S&P 500 gehalten. Dieser hat seit  Jahresanfang 10,8 Prozent verloren. Zieht man lediglich die fünf größten Gewinner ab (gemessen am absoluten Marktwertzuwachs), hätte der Einbruch ganze 14 Prozent betragen.

In etwas anderer Form zeigt unser “Chart of the Week” das gleiche Phänomen. Er bildet die relative Performance des S&P 500 gegenüber dem gleichgewichteten S&P 500 ab, zeigt also, in welchen Phasen der Index vor allem von den größten Werten getrieben wird. So stark wie dieses Jahr übertraf der Index zuletzt 1999 seinen “egalitären” Schwesterindex.

Die Bedeutung der Schwergewichte zeigt sich auch darin, dass allein die fünf größten über ein Fünftel der Index-Marktkapitalisierung auf sich vereinen. Dieser Wert wurde selbst in der Technologieblase im Jahr 2000 nicht erreicht. Wie lange kann dies noch weitergehen?

 


 

Viele Anleger kennen die These der “Mean-Reversion”, wonach im Zeitablauf jeder Trend wieder zu seinem Mittelwert zurückfindet. Schließlich kann eine Sektor-Outperformance nicht ewig währen, da der Sektor sonst irgendwann den gesamten Index besetzen würde. Früher oder später dürften also auch die Technologiewerte wieder underperformen. Momentan sieht alles eher nach “später” aus.

Gerade die jetzige Coronavirus-Krise verdeutlicht, dass es sich beim Siegeszug der Technologiewerte nicht nur um ein zyklisches Phänomen handelt. Es sei denn, dieser darf sich über mehr als ein Jahrzehnt erstrecken. Was den großen Technologiewerten dieser Tage auch zugutekommt, ist ihre Bilanzstärke. Über letztere verfügen auch viele Werte aus dem Gesundheitssektor, dessen defensive Qualitäten gerade in dieser Krise zur Geltung kommen sollten.

Auch wenn wir beide Sektoren derzeit zu unseren Favoriten zählen, ist dies relativ zum gesamten US-Aktienmarkt zu sehen. Diesen sehen wir zumindest kurzfristig etwas kritisch, da die Bewertung nach der Erholungsrally unseres Erachtens zu stark von der Geldpolitik der US Federal Reserve und zu wenig durch den wirtschaftlichen Ausblick getragen wird.

 

* 12 Monate rollierend; Quellen: Refinitiv, DWS Investment GmbH; Stand: 27.4.2020

* 12 Monate rollierend; Quellen: Refinitiv, DWS Investment GmbH; Stand: 27.4.2020

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