US-Banken vergrößern Abstand zu europäischen Wettbewerbern

Bankenverband: Die führenden US-Banken lassen ihre europäischen Wettbewerber beim Gewinn und der Profitabilität weiter hinter sich. Wie eine am Montag veröffentlichte Auswertung der Beratungsgesellschaft EY ergab, erhöhten die nach Bilanzsumme zehn größten US-Kreditinstitute im ersten Halbjahr 2019 verglichen zum Vorjahreszeitraum ihren Gesamtgewinn um knapp 1 Prozent auf fast 70 Milliarden Euro.

Europas 10 Top-Banken verzeichneten hingegen insgesamt einen Gewinnrückgang: Ihr kumuliertes Konzernergebnis sank um knapp 6 Prozent auf gut 26 Milliarden Euro. Während 7 US-Institute ein Konzernergebnis von mehr als 4 Milliarden Euro auswiesen, gelang dies in Europa nur der britischen HSBC und der französischen BNP Paribas.

Das bestverdienende Institut unter den 20 analysierten Großbanken war JPMorgan Chase, dessen Konzernergebnis bei 16,6 Milliarden Euro lag.

“Die europäischen Banken leiden massiv unter dem historisch niedrigen Zinsniveau in Europa und den Strafzinsen für Einlagen, was die Zinserträge weiter schrumpfen lässt”, erläuterte Claus-Peter Wagner, Partner und Leiter der Financial Services Prüfungsabteilung von EY in Europa. Demnach sank die Eigenkapitalrentabilität der US-Banken von 13,4 auf 13 Prozent, während die europäischen Institute einen Rückgang von 7,1 auf 6,4 Prozent verzeichneten.

Robert Melnyk, Partner und Leiter Banking & Capital Markets bei EY, erwartet eine Verschärfung des Sparkurses in der Branche in Europa, denn Wachstumspotenziale seien wegen des Zinstiefs und der sich eintrübenden Konjunktur begrenzt: “Jetzt wird es zunehmend ernst mit dem Stellenabbau und den Filialschließungen.” Zudem könnte die anhaltende Gewinnschwäche vieler europäischer Institute die Neuordnung der Branche beschleunigen, ergänzte Wagner: “Der erwartete europaweite Konsolidierungsprozess rückt ein Stück näher.”

 


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