US-Notenbank noch nicht bereit für die Zinswende – Beruhigung für die Märkte

  • US-Notenbank noch nicht bereit für die Zinswende
  • Beruhigung für die Märkte
  • Schwächere Wirtschaftsaussichten allerdings begrenzen Aufwärtspotenzial der Börsen

CMC Markets: Janet Yellen, die Präsidentin der US-Notenbank, hatte gestern nicht viel Neues zu berichten. Aber in der aktuellen Situation mit Leitzinsen nahe Null ist keine Nachricht immer die bessere Nachricht für die Börsen. Und so auch gestern. Die Notenbank in den USA ist noch nicht bereit für eine Zinswende, weil die Wirtschaft noch nicht bereit ist. Es bleibt dabei, in diesem Jahr könnten zwei erste Zinsschritte nach oben kommen. Gleichzeitig aber nahmen die Geldpolitiker ihre Prognose für das Tempo der Zinserhöhungen weiter zurück. Alles in allem erfüllte damit die Federal Reserve die Erwartungen der Märkte, lediglich am Devisenmarkt kam es aufgrund des eher lockeren Tons zu Abgaben im US-Dollar, weshalb sich auch der Euro aktuell wieder in Richtung 1,14 US-Dollar aufmacht.

Notenbank bleibt moderat locker in ihren Aussagen
Bereits im Vorfeld der zweitägigen Offenmarktausschuss-Sitzung taten viele US-Notenbanker ihre Ansichten kund. Während im März noch 15 der 17 US-Notenbanker eine Zinserhöhung im Juni erwarteten, ruderten viele von ihnen rhetorisch zurück. Einige favorisieren nun einen Zinsschritt erst in 2016. Die Weltbank und der Internationale Währungsfonds schließen sich dem an. Oft genug hat die Federal Reserve gezeigt, dass sie mit einem Auge auch die Entwicklung an den Finanzmärkten beobachtet. Und da sieht sie US-Börsen, die zuletzt wieder zurückgefallen sind, nachdem sich neue Rekorde als Fehlausbrüche erwiesen. Somit hätten die US-Notenbanker mit Hinweisen, dass die Zinswende schon im September erfolgen könnte, riskiert, nicht nur die Märkte zu verschrecken, sondern auch dem US-Dollar wieder Auftrieb gegeben. Nicht verwunderlich also, dass sie eher moderat in ihren Aussagen geblieben ist.

Konjunkturdaten zeichnen weiter gemischtes Bild
Die jüngsten Wirtschaftsdaten aus der größten Volkswirtschaft der Welt liefern weiter ein unklares Bild. Während der Arbeitsmarkt und die Löhne zulegen konnten, spüren die Industrieproduktion und die Gewinnentwicklung der Unternehmen Gegenwind durch einen starken US-Dollar. Auch aus dem Immobiliensektor kamen gemischte Signale: Sowohl Überraschungen nach oben als auch nach unten zeichnen kein klares Bild dieses wichtigen Sektors der US-Wirtschaft, wobei in der Tendenz aber doch eine positive Entwicklung festzustellen ist. Auch die Inflation hat wieder zaghaft zugelegt, nicht nur in den USA, sondern auch in der Eurozone und Großbritannien.

Börsen eher enttäuscht über schwächere Wachstumsprognose
Überraschend war daher die weitere Senkung der Prognosen für das Wirtschaftswachstum für das laufende Jahr. Im März hatte die Federal Reserve diese auch schon zurückgenommen. Zwischenzeitlich aber hellte sich die Datenlage wieder sichtlich auf und überraschte in der Tendenz eher positiv. Dass die Notenbank daraus keine stärkere Erholung ableitet, dürften die Börsen eher nicht so gern gehört haben. Dafür spricht auch die Reaktion der Märkte, die eher als unentschieden mit leicht schwächerer Tendenz zu beschreiben ist, die sich auch heute Vormittag weiter fortsetzt. Denn unter dem Strich ist den Investoren eine robustere Wirtschaftsentwicklung lieber, die eine Zinswende vertragen kann, als weiterhin nur die Spekulation auf eine sehr lockere Geldpolitik mit Zinsen nahe der Nulllinie.

Andreas Paciorek

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