Was Sie über über Robo Advisor wissen sollten: Top 4 der Robo-Irrtümer

Quirin Privatbank: Wenn Sie uns schon länger kennen, dann wissen Sie vermutlich, dass wir als Quirin Privatbank – aber auch ich ganz persönlich – es uns auf die Fahnen geschrieben haben, die Menschen in Deutschland zu besseren Anlegern zu machen.

Und wie versuchen wir, dieses Ziel zu erreichen?

Nun ja, vor allem natürlich mit unserem Anlagekonzept.

Mit unserer Vermögensverwaltung „Markt“ vermeiden Sie eigentlich alle Fehler, die viele Anlegerinnen und Anleger in Deutschland begehen.

Denn diese investieren noch viel zu oft in zu teure Produkte und setzen, beabsichtigt oder unbeabsichtigt, auf die Prognosen von Fondsmanagern – die aber auch keine Glaskugel haben und deshalb mit ihren Einschätzungen viel zu oft danebenliegen.

Aber das wissen Sie vermutlich schon, wenn Sie mein Tagebuch oder das Logbuch von Professor May regelmäßig lesen oder sich in unseren Niederlassungen beraten lassen.

Es ist nämlich ein Baustein zur Erfüllung unserer Mission, die hoffentlich keine „Mission Impossible“ ist: Wir setzen auf Aufklärung und finanzielle Bildung in allen uns zur Verfügung stehenden Kanälen.

Schmidts Tagebuch, Mays Logbuch, mein Podcast „klug anlegen“ oder die monatliche Sprechstunde „Quirin Live“ sorgen (hoffentlich) dafür, dass mehr und mehr Menschen wissen, was gute Geldanlage auszeichnet.

Einerseits sprechen wir hier also über Dinge, die nicht unbedingt ein Geheimnis sind, aber trotzdem vielen Menschen im Detail eher unbekannt. Das Thema Gebühren zum Beispiel.

Ja, irgendwo in den Fondsprospekten und Beratungsprotokollen der Bankverkäufer steht etwas zu diesem Thema.

 

 

Teuer oder preiswert?

Eine Einordnung, ob ein Produkt teuer oder preiswert ist, gibt es allerdings nicht. Und so ist man in dieser Hinsicht nach der „Beratung“ eigentlich genauso schlau wie vorher.

Andererseits melde ich mich auch immer wieder gerne zu Wort, wenn ich in irgendeiner Zeitung oder einem Magazin Dinge lese, die ich salopp ausgedrückt als Quatsch bezeichnen würde und bei denen ich mich frage, wie – bitte schön – denn für diese Geschichte recherchiert wurde.

Bitte verstehen Sie mich nicht falsch: Wenig liegt mir ferner, als hier in eine pauschale Medienschelte zu verfallen. Aber als Experte für das Thema Geldanlage, und als solchen würde ich mich ganz unbescheiden bezeichnen, wundere ich mich leider regelmäßig, wie es manche Inhalte und Aussagen in die Medien schaffen.

Vielleicht können Sie das nachvollziehen, wenn Sie sich fachlich in einem Thema gut auskennen und dann etwas darüber lesen oder hören. Ich finde, Journalisten erfüllen in einer Demokratie eine enorm wichtige Aufgabe. Im Idealfall sind sie unabhängig, beschreiben und erläutern (oft komplexe) Sachverhalte und ordnen diese ein.

Beim Thema Geldanlage werden hingegen leider allzu oft Klischees bedient oder Dinge voneinander übernommen – frei nach dem Motto: Wenn es schon hundertmal woanders geschrieben wurde, dann wird es wohl so sein.

Besonders auffällig ist dies in meinen Augen beim Thema Robo-Advice. Hierzu habe ich in den vergangenen Wochen an einigen Stellen Dinge gelesen, die ich nicht unkommentiert lassen möchte – und die mich so auch zum Thema dieses Tagebuchs inspiriert haben.

Mit quirion habe ich ja bereits 2013 einen Robo-Advisor gegründet. Aber auch fast zehn Jahre nach dem Marktstart sind immer noch sehr viele Irrtümer über digitale Vermögensverwaltungen im Umlauf.

Die wichtigsten davon möchte ich heute an dieser Stelle ansprechen und richtig stellen – frei nach dem Motto „Steter Tropfen höhlt den Stein …“

 

 

Erster Irrtum: Künstliche Intelligenz entscheidet über die Strategie

Auch wenn einzelne Anbieter von sich behaupten, im Asset Management auf künstliche Intelligenz zu setzen: Bei den mir bekannten Robos entscheiden Menschen über die Anlagestrategie.

Dabei werden sie in einzelnen Bereichen vielleicht von IT-Systemen unterstützt.

Ich kenne aber keinen Robo-Advisor, der seine Anlageentscheidungen komplett an irgendeine Form von künstlicher Intelligenz delegiert hat.

Bei quirion ist die Strategie sogar fest in menschlicher Hand.

 

 

Zweiter Irrtum: Robo-Advisor müssen besser sein als der Markt

„Gegenleistung für das Berechnen der Vermögensverwaltungsgebühr ist das Versprechen einer Rendite über dem Gesamtmarkt.“

Genau so habe ich es erst in dieser Woche in einer großen deutschen Zeitung gelesen. Aber auch das ist in dieser Form leider völliger Quatsch. Wir beispielsweise versprechen genau das eben nicht. Stattdessen ist Kern der Vermögensverwaltung bei Quirin und quirion, den Markt möglichst exakt abzubilden und damit die Marktrendite für die Anlegenden zu „ernten“.

Dabei orientieren wir uns an den Erkenntnissen der Finanzmarktforschung, die eindeutig belegt, dass eine zuverlässige und dauerhafte „Outperformance“ des Marktes unmöglich ist.

Deshalb verzichten wir auch auf Prognosen und damit auf die Suche nach vermeintlich optimalen Ein- und Ausstiegszeitpunkten oder den Börsenstars von morgen. Um es klar zu sagen: Niemand hat eine Glaskugel und kann die Zukunft vorhersagen.

Natürlich kann es einmal gelingen, einen besonders lukrativen Titel zu erwischen. Doch zufällige „Treffer“ lassen sich nicht systematisch wiederholen.

 

 

Dritter Irrtum: Robo-Advisor sind zu teuer

Ein selbstgebautes ETF-Portfolio sei im Zweifel günstiger zu erstellen, heißt es häufig. Ja, wenn ich mein Wohnzimmer selbst streiche, ist es auch günstiger als bei Beauftragung eines Malers.

Aber das Ergebnis ist eben auch schlechter und mit mehr Arbeit und Stress für mich verbunden. Deshalb ist hier die Frage, womit ich die Kosten eines Robo-Advisors vergleiche.

So lande ich eher bei den aktiv gemanagten Investmentfonds als beim Do-it-yourself-Portfolio. Und da sehen die Kosten wie folgt aus:

 

 

Rechne ich die Gebühren der Robo-Advisor zu den ETF-Produktkosten hinzu, lande ich im Normalfall bei deutlich niedrigeren Kosten als bei aktiven Fonds, bei denen sogar häufig noch Ausgabeaufschläge oder Performance-Fees hinzukommen.

Bei einem besonders günstigen Anbieter wie quirion von „zu teuer“ zu sprechen, kann ich mir nur mit einer ausgeprägten „Geiz-ist-geil-Mentalität“ erklären.

Natürlich können Anlegerinnen und Anleger sich auch selbst ein ETF-Portfolio bauen, beispielsweise bei einem Neo-Broker. Wenn man es richtig machen möchte, setzt das aber voraus, sich mit dem Thema intensiver zu beschäftigen.

Die meisten Menschen in Deutschland können oder wollen das aber nicht – so wie ich es bevorzuge, mein Wohnzimmer nicht selbst zu streichen.

 

 

Vierter Irrtum: Robo-Advisor bieten keine persönliche Beratung

Ja, im Kern setzen die meisten Anbieter auf die Online-Geldanlage ohne persönliche Berater. Insofern ist dieser Kritikpunkt zunächst nachvollziehbar. Aber es gibt eben auch Ausnahmen.

So profitieren quirion-Kunden im Privat-Paket vom Standort-Netzwerk der Quirin Privatbank. Sie können mit allen Fragen rund um ihre Geldanlage auf die qualifizierten Beraterinnen und Berater der Bank zugehen.

Aber es stimmt, der Begriff „Advisor“ impliziert unter Umständen eine Beratung, die es bei kaum einem Anbieter gibt. Dabei ist es wichtig, eine telefonische Kundenbetreuung nicht mit „richtiger“ Beratung zu verwechseln.

Eine Kundenbetreuung bieten alle Robos, eine Betreuung durch qualifizierte Beraterinnen und Berater in der Tat nur sehr wenige.

Trotzdem ist die pauschale Aussage „Robos bieten keine Beratung“ falsch und mit etwas Recherche einfach zu widerlegen.

 

Noch ein Vorwurf, der aber kein Irrtum ist: Robo-Advisor bieten nur Standardlösungen

Das stimmt ausnahmsweise sogar. Auf diesen Vorwurf erwidere ich aber nur: „Ja, zum Glück.“ Standardisierung ist zwar im Allgemeinen nicht sonderlich positiv behaftet, sondern klingt irgendwie nach einer „Lösung von der Stange“.

Vergleicht man jedoch die standardisierten Robo-Angebote mit den üblichen Empfehlungen, die Ratsuchende in den meisten Bankfilialen bekommen, wünschte man vielen Anlegerinnen und Anlegern, sie hätten doch lieber ein gutes und günstiges Standardprodukt erhalten.

Denn häufig werden in den provisionsfinanzierten Banken unter dem Deckmantel der Individualität überteuerte Produkte an den Mann oder die Frau gebracht, Kundschaft zum permanenten Umschichten angeregt, emotional getriebene Empfehlungen ausgesprochen, unpassende Produkte verkauft und natürlich auch Beratungsfehler gemacht.

Standardisierung schadet fachlich gesehen also nicht – im Gegenteil: Die Qualität der Anlagen dürfte dadurch sogar besser werden als in weiten Teilen der „alten“ Bankenwelt.

 

Es ist viel zu tun – machen Sie mit

Sie sehen also, dass es noch viel zu tun gibt in Sachen Aufklärung bei der Geldanlage. Ich freue mich, wenn Sie mich bei der Mission, die Menschen zu besseren Anlegern zu machen, unterstützen.

Zum Thema Robo-Advice können Sie (spätestens) jetzt den häufigsten Irrtümern etwas entgegensetzen. Ich freue mich über jede Mitstreiterin und jeden Mitstreiter.

Autor: Karl Matthäus Schmidt, Vorstandsvorsitzender der Quirin Privatbank und Gründer von quirion

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