XTB: Die Notenbanken stehen jetzt unter massivem Druck

Die Hinweise auf eine globale Verlangsamung des Wirtschaftswachstums verdichten sich immer weiter. Viele Unternehmen verfehlen ihre Gewinnschätzungen und müssen ihre Prognosen für das Gesamtjahr senken. Zuletzt hatte Siemens die Erwartungen enttäuscht.

 

Auch aus dem Bereich der Konjunkturindikatoren kamen gestern negative Signale. Der viel beachtete Ifo Geschäftsklimaindex fiel auf den niedrigsten Stand seit zwei Jahren und notiert bei 103,3 Punkten. Erwartet wurden 104,7 Punkte nach 105,3 zuvor. Vor dem Hintergrund der schlechten Nachrichten aus den letzten Wochen und der schwelenden Euro-Krise lässt sich ein düsteres Bild der Weltkonjunktur zeichnen. Aktuell kann nicht einmal China für positive Impulse sorgen, denn das Land kämpft mit sinkenden Wachstumszahlen.

 

Bleiben noch die weltweiten Notenbanken, die den Karren aus dem Dreck ziehen sollen. Doch deren traditionelle Instrumente sind beinahe ausgereizt. Große Mengen billigen Geldes wurden bereits über historisch niedrige Leitzinsen und Käufe von Anleihen in die Märkte gepumpt. Dennoch verharrt die Kreditvergabe auf niedrigem Niveau und die Weltwirtschaft kommt nicht recht in Schwung.

 

Dabei kämpfen die einzelnen Länder mit ganz unterschiedlichen Problemen.

 

Japans exportorientierte Wirtschaft leidet unter dem starken Yen, der aufgrund seiner Stellung als sicherer Hafen gegen Euro und US-Dollar aufwertet. Da der Leitzins in Japan seit vielen Jahren auf niedrigem Niveau verharrt und 2010 sogar auf 0 % abgesenkt wurde, kommen traditionelle Instrumente nicht mehr in Frage. Um die heimischen Unternehmen zu stützen, wird ein Anleihekaufprogramm für ausländische Staatsanleihen diskutiert, welches den Yen schwächen und die Wettbewerbsfähigkeit der Produkte im Ausland erhöhen würde. Geht man von vergangenen, vergleichbaren Maßnahmen aus wird es auf eine Intervention gegen den US-Dollar hinauslaufen. Beinahe die Hälfte der japanischen Exporte geht in den Dollar-Raum, während weniger als 10 % in die Euro-Zone gelangen. Es ist somit eine Schwächung des Yen im Währungspaar USDJPY zu erwarten.

 

Geht man auf die Dollar Seite des Währungspaars werden hier ähnliche Szenarien gespielt. Zentrales Problem ist hier der Arbeitsmarkt, der bei 8,2 % stagniert. Die Federal Reserve hatte bereits signalisiert, dass sie bei einer weiteren wirtschaftlichen Abschwächung eingreifen würde. Heute kommen wieder Konjunkturdaten aus den USA über die Auftragseingänge für langlebige Wirtschaftsgüter und die Erstanträge auf Arbeitslosigkeit. Letzte Woche waren die Anträge wieder auf 386.000 gestiegen, was eine Intervention wahrscheinlicher macht. Fallen die Zahlen heute ebenfalls enttäuschend aus, könnte es demnächst zu QE3 kommen. Agieren die Federal Reserve und die Bank of Japan gleichzeitig werden sich die Maßnahmen zum Teil gegenseitig aufheben. Dann muss beobachtet werden welche Seite die schwereren Geschütze auffährt.

 

Auch die Europäische Zentralbank hat mit der Euro-Krise in ihrem Hoheitsgebiet zu kämpfen. Anfang des Monats hatte sie den Leitzins auf 0,75 % und die Übernachtzinsen auf 0 % gesenkt. Durch die Entwicklungen in Spanien und Griechenland müssen diese Maßnahmen angepasst werden. Man erwartet eine weitere Absenkung des Leitzins. Auch negative Übernachtzinsen liegen im Bereich des Möglichen. Weitere Maßnahmen könnten Käufe von Staatsanleihen aus Krisenländern wie Spanien sein. Womöglich sogar über den ESM, für den gestern die Beantragung einer Banklizenz ins Gespräch gebracht wurde.

 

Jede Notenbank versucht auf ihre Weise der heimischen Wirtschaft zu helfen. Für Indizes und Rohstoffe werden die Maßnahmen eine große Hilfe sein. Die Entwicklungen in den Devisenpaaren der drei großen Währungen gegeneinander lassen sich noch nicht abschätzen. Dazu müssen die Größen der individuellen Programme miteinander verglichen werden.

 

Nächste Woche tagen innerhalb von 24 Stunden die Federal Reserve, die Europäische Zentralbank und die Bank of England. Diese Termine dürfen mit Spannung erwartet werden und bereits im Vorfeld ist mit Spekulationen zu rechnen.

 

Offenlegung gemäß §34b WpHG wegen möglicher Interessenkonflikte: Der Autor ist in den besprochenen Wertpapieren bzw. Basiswerten derzeit nicht investiert.

 

von Nikolas Mauder

Disclaimer

CFD sind komplexe Instrumente und beinhalten wegen der Hebelwirkung ein hohes Risiko, schnell Geld zu verlieren. 81% der Kleinanlegerkonten verlieren Geld beim CFD-Handel mit diesem Anbieter. Sie sollten überlegen, ob Sie verstehen, wie CFDs funktionieren und ob Sie es sich leisten können, das hohe Risiko einzugehen, Ihr Geld zu verlieren. Anlageerfolge sowie Gewinne aus der Vergangenheit garantieren keine Erfolge in der Zukunft. Inhalte, Newsletter und Mitteilungen stellen keine Handlungsansätze von XTB dar. Telefonate können aufgezeichnet werden.

X-Trade Brokers Dom Maklerski S.A. German Branch ist Finanzdienstleister mit registriertem Sitz in der Mainzer Landstraße 47, 60329 Frankfurt am Main, Deutschland, eingetragen im Handelsregister beim Amtsgericht Frankfurt am Main, Deutschland; Handelsregisternummer: HRB 84148. X-Trade Brokers Dom Maklerski S.A. German Branch ist registriert bei der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) und unterliegt grundsätzlich der Aufsicht und Kontrolle der polnischen Finanzaufsichtsbehörde KNF.

Weitere News Beiträge Weitere News Beiträge