XTB: Nur nichts überstürzen – Bank of Japan hält sich vorerst zurück

Die Bank of Japan hat ihr Pulver heute Nacht trocken gehalten und darauf verzichtet geldpolitische Lockerungen durchzuführen. Damit folgt sie dem passiven Vorbild von Federal Reserve, Europäischer Zentralbank, Bank of England und der Reserve Bank of Australia. Der Leitzins bleibt unverändert zwischen 0 und 0,1% und der Fond für Anleihekäufe wurde bei ¥45 Trio. belassen. Die Notenbank sieht in der aktuellen Lage keine Notwendigkeit die Geldpolitik zu verändern. Der starke Yen, der in den vergangenen Jahren gegenüber dem US-Dollar stark an Wert gewonnen hat, hat im Vorfeld der Entscheidung Anlass zu Spekulationen gegeben, dass die Bank of Japan über Aufkäufe ausländischer Staatsanleihen mit Zentralbankgeld die eigene Währung schwächen könnte, um die heimische Wirtschaft zu stützen. Die meisten Experten hatten mit keiner Intervention der japanischen Zentralbank gerechnet und entsprechend kam es nur zu geringen Hoffnungsspekulationen gegen den Yen, während im Gegenzug der Nikkei zulegen konnte. Zwar wurden die Spekulationen gegen die japanische Währung wieder zurückgenommen, aber der Nikkei konnte gestern weiter zulegen.

 

Das liegt daran, dass in China die Inflationsrate nach 2,2% im Juni auf 1,8% im Juli gefallen ist, was den tiefsten Stand seit 30 Monaten bedeutet. Schnell wachsende Märkte wie China haben tendenziell eine höhere Teuerungsrate als entwickelte Industriestaaten, wie beispielsweise Deutschland. Das zeigt sich auch am chinesischen Inflationsziel, das mit 4% doppelt so hoch liegt, wie das Pendant der Euro-Zone. Zunächst einmal spiegelt sich in den gesunkenen Preissteigerungen die Abkühlung der chinesischen Wirtschaft wider, was für sinkende Kurse sorgen müsste. Allerdings lässt sich aktuell an den Märkten ein Phänomen im Zusammenhang mit den Notenbanken beobachten. So führen negative Meldungen teilweise zu steigenden Kursen, weil sie geldpolitische Lockerungen wahrscheinlicher machen. Die gesunkene Inflation gibt der People´s Bank of China mehr Raum für eine aggressivere Zins- und Geldpolitik, um die Wirtschaft zu stützen.

 

Da China einer der wichtigsten Handelspartner Japans ist, würden auch die exportorientierten japanischen Unternehmen von einer anziehenden Konjunktur profitieren. Das sollte für steigende Kurse an den Börsen sorgen. Für den Yen sollte es gegen den US-Dollar, zumindest bis September, bergauf gehen. Durch den „Nichtangriffspakt“ der internationalen Notenbanken hat sich die fundamentale Situation nicht verändert, wodurch der Yen weiterhin seine Stellung als sicherer Hafen behalten wird. Kommenden Monat erwartet der Markt dann geldpolitische Lockerungen von der Federal Reserve. Anders als in Europa, wo eine erhöhte Geldmenge Vertrauen und somit auch Kurse wiederherstellt, dürften Anleihekäufe mit Zentralbankgeld den Dollar schwächen, wodurch der Yen weiter aufwerten könnte. In diesem Szenario dürften die Forderungen nach Interventionen der Bank of Japan wieder lauter werden.

 

Offenlegung gemäß §34b WpHG wegen möglicher Interessenkonflikte: Der Autor ist in den besprochenen Wertpapieren bzw. Basiswerten derzeit nicht investiert.

 

von Nikolas Mauder

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