Zinswende treibt deutsche Anleger zu historischer Zinsjagd

XTB: Obwohl sich deutsche Anlegerinnen und Anleger nicht nur gefühlt seit mehr als zwei Jahrzehnten in der Dauerkrise befinden und sich in diesem Zeitraum ihr Anlageverhalten deutlich geändert hat, ist ihr Geldvermögen Ende 2023 auf ein neues Rekordniveau von über 7,7 Billionen Euro gestiegen.

Das ist eines der Ergebnisse des XTB Markt Monitors, einer Studie, die der Online-Broker XTB mit der Unterstützung des Analysehauses Barkow Consulting zum Anlageverhalten in Deutschland durchgeführt hat.

Eine weitere Erkenntnis des Monitors ist, dass die Deutschen ihre traditionelle Vorliebe für regelmäßige Zinsen wiederentdeckt haben: Im Zuge von Zinswende und Polykrisen sind ihre Investments in Anleihen und Termineinlagen zuletzt in ungekannte Höhen gestiegen.

„Die Geldanlage in Deutschland hat sich in einem Vierteljahrhundert vor dem Hintergrund der politischen und wirtschaftlichen Entwicklung mehrfach drastisch verändert – sie zeigt aber auch, dass Investments in den Kapitalmarkt trotz aller Turbulenzen ein Muss für den Vermögensaufbau sind.“
– Jens Chrzanowski, Deutschland-Chef von XTB

 

 

Der deutsche Anleger in der Dauerkrise und trotzdem so reich wie nie zuvor

Das laufende Jahrzehnt steht für die deutschen Privatanleger erneut im Zeichen der Krise. So schloss sich der Krieg in der Ukraine nahtlos an die Covid-19-Krise an.

Aus dem Krieg in der Ukraine entwickelte sich sukzessive die aktuelle Polykrise, in der Inflation, Rezession, Krieg im Nahen Osten und Spannungen mit China hinzukamen, um nur einige zu nennen.

Jede dieser Krisen zeichnet sich dabei durch ein ganz eigenes Anlageverhalten aus.

Aus diesem Grund hat der Online-Broker XTB das Sparverhalten der letzten 25 Jahre von Barkow Consulting analysieren lassen.

Als Basis dienen unter anderem Daten der EZB, der Deutschen Bundesbank, destatis, Eurostat, der Deutschen Börse, der Bafin sowie des GDV.

Es zeigt sich, dass für deutsche Sparer die vergangenen 25 Jahre mehr als turbulent waren.

In den betrachteten Zeitraum fallen nicht weniger als sechs handfeste Anlagekrisen: die Dotcom-Krise (bzw. das Platzen der Dotcom-Blase 2001 bis 2005), die Finanzkrise (2008/2009), die Eurokrise (2012/2013), die von historisch niedrigen Zinsen geprägte Zinskrise (2014 bis 2019), die Covid-19-Krise (2020/2021) und die aktuelle Polykrise (seit 2022).

Mit anderen Worten: Im Untersuchungszeitraum gab es kaum eine Phase, welche aus Investorensicht als normal bezeichnet werden kann.

„In den vergangenen 25 Jahren wechselten sich an den Finanzmärkten zwei Vermögensblasen und sechs Anlagekrisen nahezu nahtlos ab. Dennoch sind die deutschen Privatanleger mit einem Geldvermögen von aktuell über 7,7 Billionen Euro so reich wie nie zuvor. Es lohnt sich also, auch oder gerade in turbulenten Zeiten, weiter zu investieren“, fasst Jens Chrzanowski, Mitglied der Geschäftsleitung von XTB Deutschland, die Ergebnisse der Studie zusammen.

 

Wertpapiervermögen so hoch wie seit der Finanzkrise nicht mehr

Bemerkenswert ist auch, dass der Anteil der Wertpapiere mit aktuell über 27 Prozent am gesamten Geldvermögen so hoch ist wie seit der Finanzkrise nicht mehr.

„Trotz aller Unsicherheiten ist eine steigende Bedeutung von Kapitalmarktprodukten festzustellen“, resümiert Jens Chrzanowski.

 

Zinswende führt zu total verrückter Zinsjagd

Beim aktuell wichtigsten Trend spielt die Zinswende der EZB im vergangenen Jahr eine wesentliche Rolle. Deutsche Privatanleger haben seit Anfang 2022 mehr als 260 Milliarden Euro in höherverzinsliche Produkte umgeschichtet.

„Nach mehr als einem Jahrzehnt sinkender, niedriger oder sogar negativer Zinsen und der damit verbundenen Mittelabflüsse aus Anleihen und Festgeldern sind die deutschen Anleger derzeit in diesen Anlageklassen so aktiv wie nie zuvor. Die aktuelle Renditejagd ist historisch – sie hat die bisherigen Rekordwerte aus den Jahren 2006/07 regelrecht pulverisiert“, beschreibt XTB-Experte Jens Chrzanowski die aktuelle Situation bei der Geldanlage.

„Das zeigt die Studie, wir können es aber auch anhand der hohen Nachfrage nach unseren eigenen Zinsprodukten sehen“, so Chrzanowski weiter.

 

 

Aktuelle Polykrise führt zum Abbau von Aktien-Investments

Während der Polykrise, die im vergangenen Jahr mit der russischen Invasion in der Ukraine begann, hat sich das Investitionsverhalten so stark verändert wie wohl noch nie in den letzten Jahren.

„Zwar ist das Investitionsvolumen nach den Höhenflügen während der Covid-19-Krise insgesamt rückläufig, es liegt aber immer noch über dem früheren Niveau”, ordnet Jens Chrzanowski von XTB die aktuelle Situation ein.

Dennoch verzeichnen einige Bereiche Rückgänge.

 

 

So sind deutsche Anleger bei Fondsinvestments und bei Aktien wieder zurückhaltender geworden, wobei die Fondsinvestments immer noch auf einem historisch vergleichsweise hohen Niveau liegen.

„Anders sieht es hingegen bei Aktien aus. Hier haben sich die deutschen Anleger im laufenden Jahr in erheblichem Umfang von Einzelwerten getrennt. Besonders ausgeprägt war dieses Verhalten im dritten Quartal, vermutlich aufgrund rückläufiger Indexwerte. In kaum einem anderen europäischen Land wurden im dritten Quartal so viele Aktien verkauft wie in Deutschland“, stellt XTB-Experte Chrzanowski fest.

„Von der Jahresendrally profitierten deutsche Aktionäre daher nur bedingt“, so Chrzanowski weiter.

 

Geplatzte Dotcom-Blase wirft Aktienkultur um Jahre zurück

Auch frühere Krisen haben das Anlageverhalten in Deutschland erheblich und zum Teil nachhaltig beeinflusst.

So erlitt die traditionell schwach ausgeprägte Aktienkultur in Deutschland mit dem Platzen der Dotcom-Blase einen empfindlichen Rückschlag.

In der Folge dauerte es fünf Jahre, bis die deutschen Anleger wieder verstärkt in Aktien investierten.

Auch während der Eurokrise in den Jahren 2012 und 2013 kam es erneut zu Mittelabflüssen.

 

Zins- und Covid-19-Krise treiben Fondsinvestments

Bereits auf dem Höhepunkt der Dotcom-Blase im Jahr 2000 investierten deutsche Anleger schon einmal 50 Milliarden Euro in Fonds.

Das entsprach damals 45 Prozent des jährlichen Sparvolumens. Ein Rekordwert, der so nie wieder erreicht wurde.

Danach ging es lange Zeit nur noch bergab. In den Jahren 2006 bis 2008 flossen sogar insgesamt fast 80 Milliarden Euro aus Fonds ab.

Erst mit Beginn der Zinskrise 2014 investieren deutsche Anleger wieder nachhaltig in Fonds.

Befeuert wurde dieser Trend insbesondere im zweiten Jahr der Covid-19-Krise 2021, als mit 105 Milliarden Euro die bisherigen Rekordwerte mehr als verdoppelt wurden.

 

Polykrise und Zinswende führen auch zu Rückgang des Bargeldsparens

Bereits während der Zinskrise ab 2014 erlebte die Bargeldhaltung in Deutschland einen regelrechten Boom, der sich während der Covid-19-Krise nochmals beschleunigte.

In den Jahren 2020 und 2021 wurden jeweils Rekordwerte von über 60 Milliarden Euro jährlich zusätzlich in die Bargeldhaltung „investiert“.

Aktuell ist die Neuanlage in Bargeld wieder deutlich nämlich auf das Niveau von 2016 zurückgegangen.

„Steigende Inflation und Zinsen haben die Opportunitätskosten von Bargeld erhöht und die deutschen Anleger haben darauf bereits reagiert“, erklärt XTB-Experte Chrzanowski die jüngste Entwicklung.

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