Average True Range (ATR)

Der Average True Range ist ein Indikator, der in den 70er Jahren vom Analysten Welles Wilder entwickelt wurde. Ursprünglich wurde dieser Indikator nur in Rohstoff- und Terminmärkten eingesetzt, um die Schwankungsbreite des Marktes abbilden zu können. Der Vorteil des ATR gegenüber herkömmlichen Methoden zur Abbildung der Volatilität liegt in der Berücksichtigung von Kurslücken innerhalb der Handelsspanne. Der ATR berechnet sich als Durchschnitt der wahren Schwankungsbreite, welche die Differenz ist, die den höchsten Wert der drei nachfolgenden Differenzen aufweist.

 

Die wahre Schwankungsbreite ergibt sich aus einer der folgenden Rechnungen:

· Die Differenz zwischen dem aktuellen Hoch und Tief

· Die Differenz zwischen dem aktuellen Hoch und dem letzten Schlusskurs

· Die Differenz zwischen dem aktuellen Tief und dem letzten Schlusskurs.

 

Die für die Glättung verwendete Anzahl der Perioden liegt in der Regel zwischen 5 und 30 Tagen und ist durch den Trader festzulegen. Durch die Glättung wird das "Rauschen des Marktes" aus der Volatilität herausgefiltert. Dabei stehen hohe Indikatorwerte stellvertretend für eine hohe Volatilität und niedrige Indikatorwerte entsprechend für eine niedrige Volatilität. Durch den ATR Indikator kann der Trader Rückschlüsse über die Trendstärke gewinnen, nicht jedoch über die Trendrichtung. Aber auch das Wissen um die Trendstärke kann für den Trader wertvoll sein, da beginnende Trends mit einer hohen Volatilität einhergehen und auslaufende Trends eine geringere Volatilität aufweisen. Des Weiteren kann der ATR Indikator bei der Platzierung sinnvoller Stopps Hilfe bieten. Da die Gefahr unnötig ausgestoppt zu werden sinkt, wenn die Stopps in Bezug zur am Markt vorherrschenden Volatilität gesetzt werden.

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