EZB senkt die Leitzinsen im Euroraum erneut
Die Europäische Zentralbank (EZB) hat zum fünften Mal seit vergangenem Sommer die Zinsen im Euroraum herabgesetzt.
Der für Banken und Sparer wichtige Einlagenzins wird um 0,25 Prozentpunkte auf 2,75 Prozent verringert, wie die Notenbank am Donnerstag mitteilte.
EZB-Präsidentin Christine Lagarde reagiert damit auf die angespannte wirtschaftliche Lage im Euroraum.
Sie bekräftigte, dass die Phase der geldpolitischen Lockerung so bald nicht abgeschlossen sein wird.
Volkswirte erwarten weitere Zinssenkungen in diesem Jahr.
Die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) hingegen hatte den Leitzins am Mittwochabend in ihrer ersten Sitzung seit dem Wiedereinzug von Donald Trump ins Weiße Haus nicht verändert.
Kurs 2025 unsicher
Allerdings zogen die Verbraucherpreise zuletzt wieder kräftiger an.
Heiner Herkenhoff, Hauptgeschäftsführer des Bankenverbandes, kommentierte die Zinsentscheidung: „Das passt, trotz der in den letzten drei Monaten wieder auf fast 2,5 Prozent gestiegenen Inflation im Euroraum.“
Der Verband gehe davon aus, dass die Inflationsrate im ersten Halbjahr wieder etwas zurückgehen und sich dem EZB-Ziel von 2 Prozent weiter annähern wird.
Herkenhoff gab aber zu Bedenken: „Die Handels- und Wirtschaftspolitik der neuen US-Regierung könnten den Inflationsdruck auch im Euroraum erhöhen – etwa durch handelspolitische Gegenmaßnahmen auf europäischer Seite, oder wenn der Euro weiter abwertet.“
Vor diesem Hintergrund sollte die EZB wie auch von Ökonomen gefordert weiterhin flexibel agieren und sich nicht vorab auf eine Zinspolitik festlegen.
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