DAX dreht nach Rekordjagd ins Minus
Das war nichts für schwache Nerven am gestrigen Donnerstag. Der deutsche Leitindex legte zunächst einen fulminanten Start hin und kletterte am Vormittag, beflügelt von starken Siemens-Zahlen, bis auf ein Tageshoch von 25.239 Punkten. Damit kam der DAX seinem bisherigen Rekordstand gefährlich nahe. Doch was wie der endgültige Befreiungsschlag über die 25.000er-Marke aussah, entpuppte sich am Nachmittag als schmerzhafte Bullenfalle.
Beginnend mit dem Handelsstart an der Wall Street drehte die Stimmung komplett. Ein heftiger Sell-Off kurz vor Handelsschluss radierte die Gewinne von zeitweise 1,5 Prozent vollständig aus. Am Ende rettete sich der DAX mit einem hauchdünnen Minus von 0,01 Prozent bei 24.852,69 Punkten aus dem Xetra-Handel.
Tech-Angst und Zins-Sorgen: Der US-Markt zieht den Stecker
Zusätzlich lastet das Warten auf die heutigen US-Inflationsdaten schwer auf dem Parkett. Nach dem starken Jobbericht vom Mittwoch wächst die Sorge, dass die Teuerungsrate der Federal Reserve wenig Spielraum für die erhofften Zinssenkungen lässt. Investoren gingen daher zum Handelsende lieber auf Nummer sicher und strichen Gewinne ein.
Telekom im Aufwind, Siemens-Gewinne schmelzen
Bei den Einzelwerten bot sich ein gespaltenes Bild. Die Deutsche Telekom sicherte sich mit einem Plus von 6,1 Prozent den Tagessieg, nachdem Analysten die Ziele der US-Tochter T-Mobile US feierten.
Siemens konnte seine frühen Rekordgewinne von über 6 Prozent im allgemeinen Marktsog nicht halten und schloss deutlich tiefer, blieb aber ein Stabilisator im Index.
Auf der Verliererseite erwischte es Heidelberg Materials mit einem Minus von fast 9 Prozent sowie Mercedes-Benz, die nach einem vorsichtigen Ausblick unter Druck gerieten.
Charttechnischer Ausblick: Die 21-Tage-Linie muss halten
Technisch ist die Lage nach dem gestrigen Reversal wieder angespannt. Der DAX ist zeitweise bis an seine 21-Tage-Linie zurückgefallen. Für den heutigen Freitag wird es entscheidend sein, ob der Index im Bereich von 24.800 Punkten eine Unterstützung findet oder ob die Verunsicherung vor den US-Daten zu einem weiteren Abkippen führt.
Ein nachhaltiger Verbleib über der 25.000er-Marke bleibt das große Ziel für die Bullen, scheint aber vorerst in weite Ferne gerückt.
DAX Chart
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