Aktie im Fokus: Nemetschek – Analysten von Goldmann Sachs sehen 60% Kurspotential

Die im MDAX enthaltene Aktie des Konzerns Nemetschek notierte am 26. Juni 2026 via Xetra auf einem hier für die Analyse relevanten Zwischentief von 50,45 Euro. Seitdem konnte sich die Aktie bis zum 28. August 2026 auf ein Zwischenhoch von 72,25 Euro erholen.

Zuletzt handelte die Nemetschek Aktie im Bereich rund um die 62,65 Euro Marke.

Aufgrund dieses Kursverlaufs wären die nächsten Ziele auf der Ober- und Unterseite zu ermitteln.

  • Die Widerstände fänden sich bei 72,25 Euro, 85,72 Euro, 94,05 Euro und 99,20 Euro.
  • Die Unterstützungen wären bei 61,35 Euro, 58,77 Euro, 55,59 Euro und 50,45 Euro abzuleiten.

 

Nemetschek Chart

 

Nemetschek Kursziele

Die Analysten von Goldmann Sachs vergaben ein Ziel von 100,00 Euro. Dieses Ziel wäre mit dem hier technisch ermittelten Widerstand von 99,20 Euro noch ausreichend zu erklären.

Zum Erreichen des Ziels wäre lediglich ein leichtes technisches Überschießen zur Oberseite von Nöten.

Nemetschek Chart

Analyse der Broker-Test.de Redaktion

Nemetschek: die Fundamentaldaten

Das Kurs-Gewinn-Verhältnis von Nemetschek liegt aktuell bei 29,7 und damit auf einem Niveau, das eine hohe Bewertung des laufenden Gewinns widerspiegelt. Auf Basis der für die kommenden zwölf Monate erwarteten Gewinne reduziert sich das KGV auf 24,9, was auf eine erwartete Gewinnsteigerung hindeutet. Auch das Kurs-Buchwert-Verhältnis von 7,6 sowie der Unternehmenswert im Verhältnis zum EBITDA von 19,1 zeigen, dass der Markt dem Unternehmen substanzielle Werte über das bilanzielle Eigenkapital und die operative Ertragskraft hinaus zuschreibt.

Die operative Marge von 22,7% zeigt eine solide Umwandlung von Umsatz in operativen Gewinn. Die Eigenkapitalrendite von 26,3% weist darauf hin, dass das eingesetzte Eigenkapital in der Berichtsperiode vergleichsweise effizient verzinst wurde. Mit einem Umsatzwachstum von 13,0% gegenüber dem Vorjahresquartal verzeichnete Nemetschek zudem eine zweistellige Zunahme der Geschäftstätigkeit.

Bei der Ausschüttung fällt die Dividendenrendite mit 1,1% moderat aus. Die Ausschüttungsquote von 31,9% zeigt, dass nur ein vergleichsweise kleiner Teil des Gewinns an die Aktionäre ausgezahlt wird, während der überwiegende Anteil im Unternehmen verbleibt.

 

Nemetschek – Kennzahlen im Überblick
Bewertung und Ertragskraft auf einen Blick
29,7×
Kurs-Gewinn-Verhältnis (aktuell)
24,9×
Kurs-Gewinn-Verhältnis (erwartet)
1,1%
Dividendenrendite
31,9%
Ausschüttungsquote
Quelle: Broker-Test.de

 

Nächster Quartalstermin: 5. November 2026.

Nemetschek: Fazit für Anlegertypen

Für risikoaverse Anleger dürfte die Nemetschek-Aktie in ihrer aktuellen Verfassung nur bedingt geeignet sein. Mit einer Dividendenrendite von lediglich 1,1% bietet das Papier kaum einen laufenden Ertrag als Puffer, und die Bewertung fällt mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 29,7 sowie einem Kurs-Buchwert-Verhältnis von 7,6 ambitioniert aus. Auch der Unternehmenswert im Verhältnis zum EBITDA von 19,1 signalisiert, dass am aktuellen Kursniveau bereits viel Zukunft eingepreist ist – eine Sicherheitsmarge, wie sie sicherheitsorientierte Anleger schätzen, lässt sich aus den Fundamentaldaten kaum ableiten.

Risikoaffine Anleger könnten dagegen sowohl an der Charttechnik als auch an den Analystenmeinungen Gefallen finden. Das charttechnische Kurspotential von +58% bis zum höchsten Widerstand und das noch etwas ambitioniertere Analystenziel von +60%, das Goldman Sachs mit 100,00 Euro nahezu exakt an diesem technischen Widerstand von 99,20 Euro festmacht, deuten auf erhebliche Chancen hin, sofern sich der positive Trend fortsetzt. Gestützt wird diese Perspektive fundamental durch ein Umsatzwachstum von +13,0% gegenüber dem Vorjahresquartal sowie eine für die Softwarebranche solide operative Marge von 22,7% und eine Eigenkapitalrendite von 26,3%, die für eine grundsätzlich robuste Geschäftsentwicklung sprechen.

Für kurzfristig orientierte Anleger dürfte insbesondere die charttechnische Konstellation im Vordergrund stehen. Da das Analystenziel nur mit einem „leichten technischen Überschießen“ über den bereits ermittelten Widerstand hinaus zu erklären wäre, könnte der Bereich um 99,20 Euro kurzfristig eine wichtige Marke darstellen, an der sich zeigen müsste, ob der Kurs die nötige Dynamik für einen nachhaltigen Ausbruch aufbringt.

Langfristig orientierte Anleger dürften eher die fundamentale Qualität des Geschäftsmodells in den Vordergrund stellen. Die Kombination aus zweistelligem Umsatzwachstum, hoher operativer Marge und einer Eigenkapitalrendite von 26,3% spricht für ein strukturell attraktives Unternehmen. Allerdings relativiert sich dieses Bild durch das erwartete Kurs-Gewinn-Verhältnis von 24,9, das im Vergleich zum aktuellen Wert von 29,7 zwar eine gewisse Entspannung andeutet, insgesamt aber weiterhin auf eine anspruchsvolle Bewertung hindeutet – langfristig orientierte Anleger müssten also abwägen, ob die operative Stärke des Unternehmens diesen Bewertungsaufschlag rechtfertigt.

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