Vereinzelte Gewinnmitnahmen der deutschen Anleger in der Sommerpause
Der August zeigte sich außergewöhnlich stark an den globalen Aktienmärkten, die meisten bekannten Indizes lagen auf Monatssicht im Plus. In ganz besondere Höhen rauschten dabei Minen- und Rohstoffaktien. Im Gegensatz zu den für die Kurssprünge verantwortlichen internationalen Investoren blieben die deutschen Anleger verhältnismäßig entspannt – Nachschießen von Kapital war kaum zu beobachten, Gewinnmitnahmen hielten sich in Grenzen. Nur TKMS sticht hervor. Das zeigt eine Auswertung des Anlageverhaltens von mehr als 450.000 deutschen flatex-Kunden.
Die Kursanstiege haben sich auch in den Depots der deutschen flatex-Anleger bemerkbar gemacht, das in Aktien gebundene Kapital legte spürbar zu. Zu einer erhöhten Aktivität haben sich die Anleger allerdings nicht verleiten lassen. Denn trotz einer neuen Rekordmarke bei den aktiven flatex-Depots verzeichnete der August die im bisherigen Jahr geringste Anzahl an Einzel-Trades (1.030.869).
Rohstoffsektor legt im August um 25 Prozent im Anlegerkapital zu
Besonders auffällig war die Passivität der Anleger im Rohstoffsektor, der im August mit einem Wachstum von 25,1 Prozent den stärksten Zuwachs des Anlegerkapitals verzeichnete, angetrieben von einer breiten Rally bei Goldminenwerten. Almonty Industries wuchs in den Depots um 61,5 Prozent, Agnico Eagle Mines kam auf ein Plus von knapp 45 Prozent und auch Coeur Mining sowie Wheaton Precious Metals legten jeweils um rund 41 Prozent zu. Bei so gut wie allen Rohstoff- und Minenwerten ging der Anstieg jedoch überwiegend auf die reine Kursentwicklung zurück, die Netto-Zu- und -verkäufe waren minimal.
Tobias Spreiter, Head of flatex, ordnet die Entwicklung ein: „Minen- und Bergbauwerte fallen besonders ins Auge, aber die Passivität der Anleger im August zieht sich quer durch alle Branchen. Selbst im sonst so bewegten Technologiesektor wurden Kursanstiege nur selten für Gewinnmitnahmen genutzt, während Rücksetzer kaum zu verstärkten Käufen führten. Im Endeffekt sind die Anleger aber gut damit gefahren.“
Die große Ausnahme in der Sommerpause: TKMS. Der Kurs des Rüstungskonzerns legte im August um 12,2 Prozent zu, das in der Aktie gebundene Kundenvermögen fiel aber um 33,5 Prozent. Der Net Flow lag somit bei minus 45,7 Prozent, die Verkäufe der flatex-Anleger haben den Kursgewinn damit vollständig überkompensiert.
Tobias Spreiter dazu: „Bei TKMS dürfte die Kursstärke der vergangenen Monate für einige unserer Kunden ein Anlass gewesen sein, Gewinne zu realisieren. Der Großauftrag aus Kanada, die starken Quartalszahlen sowie die europäische Aufrüstungsdebatte im Allgemeinen hat den Titel spürbar getrieben, und nach einer solchen Entwicklung ist es nicht ungewöhnlich, dass ein Teil der Anleger seine Position verkleinert.“
Mit Blick auf die Depots insgesamt fiel auf, dass im Zuge der Kapitalzuwächse die Cash-Quote der flatex-Kunden auf 6,1 Prozent, und damit den bisher niedrigsten Stand in diesem Jahr sank.
Spreiter abschließend: „Nun bleibt abzuwarten, ob mit dem Ende der Sommerpause im September wieder mehr Dynamik in den Markt zurückkehrt.“

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