10 Regeln für die Geldanlage in Aktien und Fonds

Bankenverband: Fast sechs Billionen Euro betrug das Geldvermögen privater Haushalte laut Deutscher Bundesbank im Juni 2018. Der Löwenanteil dieses Vermögens (knapp 40 Prozent) parkt trotz Zinsflaute immer noch auf Sparbüchern, Giro- und Tageskonten oder gar im Sparstrumpf. Zum Vergleich: Nur gut 5 Prozent des Geldvermögens stecken in börsennotierten Aktien. Weitere knapp 10 Prozent sind in Investmentfonds angelegt, die zum Teil auch in Aktien investieren.

 

30 Jahre DAX: Aktien und Fonds lohnen sich auf lange Sicht
Ein Blick auf die Entwicklung des Deutschen Aktienindexes DAX zeigt: Aktien und Fonds lohnen sich – jedenfalls dann, wenn man einen langen Atem hat. Im DAX werden seit gut 30 Jahren die Börsenwerte der 30 wichtigsten, an der Frankfurter Börse gelisteten Unternehmen abgebildet.

Der deutsche Leitindex startete am 1. Juli 1988 und wurde für den 31. Dezember 1987 mit 1.000 Punkten normiert. Er erreichte im Januar 2018 mit über 13.500 Punkten seinen bisherigen Höchststand.

Dabei darf man natürlich nicht vergessen, dass es zwischendurch auch einmal steil bergab ging: Große Verluste verzeichnete der DAX unter anderem nach dem Platzen der New Economy-Blase im Jahre 2002 und im Zuge der Finanzkrise 2008 mit jeweils rund 40 Prozent.

Trotz Auf und Ab von „Bulle und Bär“ konnte man aber mit einer breit gestreuten Anlage in die 30 größten deutschen Standardaktien über die Jahre gute Erträge erzielen: So wurden aus einem DM-Betrag von umgerechnet 10.000 Euro Ende 1987 bis Oktober 2018 nominal rund 123.390 Euro. Das entspricht einer jährlichen Rendite von durchschnittlich rund 8 Prozent.


 

Wer Geld in Aktien oder Fonds anlegen will, sollte folgende 10 Grundregeln beachten:

  1. Sie brauchen ein Wertpapierdepot. Das können Sie bei der Hausbank eröffnen, aber auch bei einer anderen Bank. Für die Wertpapierverwaltung erheben Banken vom Anleger jährliche Depotgebühren, die von Institut zu Institut unterschiedlich sind. Ein Kosten-Vergleich lohnt sich.
  2. Legen Sie nur einen Teil der Ersparnisse in Aktien an. Finanzielle Reserven für Reparaturen (z.B. an Wohnung oder Haus) und Notfälle sowie für demnächst bevorstehende Anschaffungen wie etwa ein neues Auto gehören auf Giro-, Spar- oder Tagesgeldkonten.
  3. Verteilen Sie das anzulegende Geld auf verschiedene Aktien verschiedener Wirtschaftszweige. Eine breite Aktienstreuung mindert das Verlustrisiko.
  4. Für den Kauf (und Verkauf) von Aktien fallen Kosten an. Achten Sie deshalb auf Mindestgebühren und schichten Sie nicht ständig das Depot um, denn es gilt: „Hin und Her macht Taschen leer.“
  5. Um regelmäßig mit Aktien zu sparen, bieten sich Fondssparpläne mit Aktienfonds an. So können Sie bereits ab 25 oder 50 Euro monatlich breit gestreut in Aktien investieren. Besonders kostengünstig sind Indexfonds, sogenannte ETFs (sie bilden einen Index wie z.B. den DAX oder EuroStoxx ab).
  6. Lassen Sie sich trotz der sehr niedrigen Darlehenszinsen nicht dazu verleiten, Aktien auf Kredit zu kaufen. Fallen die Kurse und geht die Spekulation schief, kann der finanzielle Schaden erheblich sein.
  7. Wer regelmäßige Erträge haben möchte, sollte ertragsstarke Aktien auswählen, die schon seit vielen Jahren attraktive Dividenden ausschütten. Hierzu gehören gerade auch große deutsche Unternehmen, die im DAX vertreten sind.
  8. Vorsicht vor angeblich sicheren Aktientipps, zumal wenn sie per E-Mail oder Telefon angepriesen werden. Nutzen Sie lieber das Beratungsangebot der Hausbank bei der Aktienauswahl. Diese muss zu Ihren Vorstellungen und Ihrem Risikoprofil passen.
  9. Als Faustregel gilt: 100 minus Lebensalter. Soviel Prozent darf der Aktienanteil Ihres Depots einnehmen. Je älter Sie werden, desto geringer der Aktienanteil.
  10. Nur realisierte Gewinne sind echte Gewinne. Deshalb nach einem guten Kursverlauf auch mal (einen Teil) der Aktien verkaufen, um Gewinne zu sichern.

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