90 Prozent der Rentner wollen tätig sein

Deutsches Institut für Altersvorsorge: Endlich nicht mehr arbeiten im Ruhestand? Die meisten finden diese Vorstellung nicht sehr aufregend. Fast 90 Prozent der Rentner möchten auch nach Berufsende einer Tätigkeit nachgehen. Ob es sich dabei um einen bezahlten oder unbezahlten Job handelt, ist von Mensch zu Mensch verschieden. Vor allem die finanzielle Situation, der Gesundheitszustand und das eigene Selbstbild entscheiden über die Art der Arbeit.

Das zeigen aktuelle Untersuchungen des Wiesbadener Bundesinstituts für Bevölkerungsforschung. Wie ruhig oder aktiv Menschen ihr Leben im Alter gestalten, hängt demnach überwiegend von der Selbstwahrnehmung ab. Möchte ich mir noch etwas dazu verdienen, weil das Geld sonst nicht reicht? Helfe ich gerne anderen und das auch unentgeltlich? Will ich mit einer längeren Tätigkeit dem demografischen Wandel entgegenwirken? Ganz gleich, welches Motiv zutrifft, beruflich aktive Senioren entlasten die Sozialsysteme, die erwerbstätige Bevölkerung und die Gesellschaft als Ganzes. Nur jeder zehnte Deutsche möchte im Rentenalter gar nicht mehr arbeiten.

Andere Studien zeigen, dass sich ein Drittel bis die Hälfte der Bundesbürger vorstellen können, im Ruhestand einer bezahlten Tätigkeit nachzugehen. Im Vergleich zu anderen Altersgruppen sind bei Senioren aber vor allem ehrenamtliche Aktivitäten beliebt. Von den älteren Menschen, die aktuell noch nicht ehrenamtlich tätig sind, möchten sich mehr als 40 Prozent in Zukunft engagieren.

Vorstellungen verändern sich mit dem Alter

Nach den neuen Studienergebnissen wollen knapp 43 Prozent der Deutschen im Ruhestand sowohl einer unbezahlten als auch einer bezahlten Tätigkeit nachgehen. 38 Prozent möchten indes ausschließlich ehrenamtlich aktiv werden. Weitere acht Prozent wiederum wünschen sich nur Arbeit, wenn sie dafür ein Gehalt beziehen.

Wie sich der Einzelne seinen Lebensabend vorstellt, verändert sich zudem mit dem Alter der Befragten.

 


 

So geben die Jüngeren deutlich häufiger an, ohne Bezahlung tätig werden zu wollen.

Die Älteren hingegen verbinden einen Rentnerjob überwiegend mit einem finanziellen Vorteil. Des Weiteren ist der Bildungsstand entscheidend. Gut Gebildete bevorzugen eher einen Mix aus bezahlten und unbezahlten Jobs. Menschen aus Ostdeutschland wiederum wählen seltener diese Kombination. Ähnliches gilt für Studienteilnehmer mit hohem Einkommen.

 

Wer setzt um, was er sich für die Rente vorgenommen hat?

Doch setzen die Deutschen ihre Pläne mit Beginn der Rente wirklich so um, wie sie es ursprünglich wollten? Den Studienautoren zufolge steigt die Wahrscheinlichkeit dafür, wenn sich der Einzelne bereits im Detail mit seinen Wünschen befasst und aktiv Schritte eingeleitet hat. So gehen Befragte, die bereits ein bestimmtes Ehrenamt im Visier haben, um 14 Prozentpunkte wahrscheinlicher einer unbezahlten Arbeit im Ruhestand nach. Wer schon mit seinem Chef über eine Weiterbeschäftigung in der Rentenzeit gesprochen hat, arbeitet um elf Prozentpunkte häufiger.

Wer also das aktive Altern fördern möchte, sollte die Menschen bereits vor der Rentenzeit ermuntern, den Ruhestand zu planen.

Somit steigt auch der Anteil der berufstätigen Senioren, was „nicht zuletzt mit Blick auf die alternde Gesellschaft ein guter Anfang wäre, um sich den demografischen Herausforderungen zu stellen“, so die Studienautoren.

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