Aktien trotz Unsicherheiten weiterhin attraktiv

Das Salzburger Bankhaus Spängler sieht in Aktien mangels Alternativen weiterhin eine attraktive Anlageklasse. Dennoch seien die Märkte – nach starken Kursanstiegen im ersten Halbjahr und moderaten Verlusten im dritten Quartal – von erhöhter Unsicherheit geprägt.

Für eine Wachstumsbelebung bedarf es endgültiger Lösungen in der ungeklärten Brexit-Frage und den Handelskonflikten, analysieren die Experten der ältesten Privatbank in Österreich. “Zusätzlich obliegt es auch den Staaten selbst, geeignete Wachstumsimpulse zu setzen”, meint Vorstandsmitglied Nils Kottke.

Die Weltwirtschaft verzeichnet weiterhin ein verhaltenes Wachstum, wobei die führenden Volkswirtschaften von einer unterstützenden Geldpolitik profitieren.

“Die Notenbanken haben wie erwartet auf die schwächelnde Konjunktur reagiert und geldpolitische Maßnahmen getätigt”, so Kottke. “Der andauernde Handelskonflikt zwischen den USA und China stellt aber eine wahre Belastungsprobe für das verarbeitende Gewerbe dar. Größere Auswirkungen auf den wichtigen Dienstleistungssektor konnten bis jetzt zumindest abgewendet werden.”

 


 

Europa: Sorgenkind Deutschland, USA: Industrie schwächelt
In Europa deuten die Wachstumstrends auf eine anhaltende, allerdings verhaltene, wirtschaftliche Expansion hin. Sorgenkind bleibe aufgrund diverser Handelskonflikte die Industrieproduktion und hier insbesondere die der größten europäischen Volkswirtschaft Deutschland, so die Experten des Bankhaus Spängler.

In den USA hat die Wirtschaft unlängst etwas an Schwung verloren, wobei sich vor allem die Auftragseingänge in der Industrie abgeschwächt haben. Der betreffende Index für die US-Industrie verzeichnete Ende September mit 47,8 Punkten den niedrigsten Stand seit der großen Rezession im Jahr 2009.

Anleihen als Gewinner: Investoren zahlen dafür, Deutschland für 50 Jahre Geld leihen zu dürfen
Wider Erwarten zählen Anleihen zu den großen Gewinnern 2019. Aufgrund der Zinssenkungen der wichtigsten Notenbanken befinden sich Anleihenrenditen auf Rekordtiefständen. Das Volumen von Anleihen, deren Renditen im negativen Bereich liegen, erreichte Ende August ein Rekordniveau von 17 Billionen US-Dollar.  Der deutsche Staat konnte beispielsweise eine Staatsanleihe mit einer Laufzeit bis zum Jahr 2050 mit einer negativen Rendite platzieren.

“Investoren bezahlen also dafür, Deutschland Geld für 50 Jahre leihen zu dürfen”, so Nils Kottke vom Bankhaus Spängler. “Die jüngsten Maßnahmen der Notenbanken werden an diesen Umständen auch in den nächsten Jahren nichts ändern. Voraussetzung für steigende Zinsen bleibt ein sich beschleunigendes Wirtschaftswachstum samt anziehenden Inflationsraten.”

 


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