Big Tech und die Wahl

Bernstein BankWer die Wahl traden will, sollte sich auf Big Tech konzentrieren. Sollte Donald Trump genesen und siegen, werden die Großkonzerne wohl zerschlagen.

Bei einem Wahlsieg der Demokraten dürften die Oligarchen im Silicon Valley zu noch stärkeren Monopolen werden als bisher. Denn für sie läuft die Kampagne aktuell wie geschmiert. Dank ein paar Milliönchen an die Democrats.

Bit Tech tickt links
Trump konnte sich wegen diverser Ablenkungen – Impeachment, Handelsstreit mit China, Corona – noch nicht den links tickenden Hightech-Oligarchen aus Kalifornien annehmen. Doch sie gehören zu seinen Hauptfeinden.

Big Tech interessiert es nicht, ob China mit Billigprodukten amerikanische Jobs in der Textil-, Stahl- oder Konsumgüter-Industrie vernichtet. Sie haben ein Interesse daran, billige Hardware in China fertigen zu lassen und IT-Talente aus China einzustellen.

 


 

Amazon will ferner, dass der Lockdown so lange wie möglich aufrechterhalten wird, weil in Corona-Zeiten der Online-Handel boomt. Wen stört es, dass massenhaft kleine Geschäfte umkippen und die Innenstädte veröden.

Bleibt einmal mehr der Hinweis darauf, dass Amazon-Chef Jeff Bezos die in Gutmenschen-Kreisen hoch angesehene „Washington Post“ gehört, die vom einstigen journalistischen Aushängeschild zum Propaganda-Instrument der Demokraten degeneriert ist. Google, Facebook und Twitter wiederum interessiert es nicht, dass wegen ihnen der Anzeigenmarkt einbricht und lokale Medien zugrunde gehen.

Hipster gegen die Mittelschicht
Gleichfalls interessiert es die gutbezahlten, blasierten Hipster von der Westküste nicht, dass Amerikaner im Rust Belt ihre Jobs wegen Dumping-Importen aus China verlieren – solange sie nur günstige, importierte Kleidung und Hightech-Produkte aus China kaufen können. Deshalb ist Donald Trump mit seinem Handelskrieg gegen Peking und die republikanischen Forderungen nach einer Zerschlagung der Higthech-Risen den Liberalen in Kalifornien ein Dorn im Auge.

Und genau aus diesen Gründen hat Big Tech vorgesorgt und Joe Biden und seine Spin Doctors von den Demokraten gekauft. Dies belegt eine interessante Untersuchung der Organisation Open Secrets, die von Reuters veröffentlicht wurde.

Millionen für die Demokraten
Nach Angaben der Non-Profit-Organisation Open Secrets gehört Big Tech zu den Top-Sponsoren der Biden-Kampagne. Auf Rang Eins liegt demnach Alphabet mit Spenden von über 1,5 Millionen Dollar. Microsoft folgt auf Rang vier mit rund 800.000 Dollar. Knapp dahinter folgen Amazon, Facebook und Apple auf den Plätzen fünf, sechs und Sieben mit Summen von rund 700.000 bis 500.000 Dollar.

Diese Spenden sind übrigens um ein mehrfaches höher als die der größten republikanischen Unterstützer, die meist aus der Aerospace- und Rüstungsindustrie kommen. Hier die Aufstellung – interessant ist die Rolle der Universitäten, aus denen sich die rote Brut der Antifa rekrutiert. Ebenfalls verblüffend ist zudem die Tatsache, dass Regierungsstellen für die Parteien spenden können.

Nun muss selbst ein Durchmarsch der Konservativen nicht unbedingt zur sofortigen Exekution von Big Tech führen. Fisher Investments urteilte in einem Gastbeitrag für Realclearmarkets.com, es sei unwahrscheinlich, dass die US-Regierung Facebook, Apple, Amazon und Google zerschlagen werde.

Zwar hatte Joe Simons, Leiter der US Federal Trade Commission (FTC) im vorigen Monat gesagt, er sei genau dazu bereit. Zudem mussten die Konzernchefs im Sommer vor dem Kongress Rede und Antwort stehen. Doch gebe es im Wahlkampf immer viel Gerede, bremste Fisher.

Auch dauere alles ewig: Der 1974 gegen AT&T eingeleitete Antitrust-Fall habe sich acht Jahre gezogen. Die Attacke gegen Microsoft im Jahr 1998 habe fast 15 Jahre gedauert.

Nur wenige Aktien stützen die Nasdaq
Doch könnte schon die reine Psychologie Folgen für die Wall Street haben. Beispielsweise legte gerade David Hay von der auf Family Offices und Stiftungen spezialisierten Investmentfirma Evergreen Gavekal wegen Big Tech und der Querverbindung zum Retail-Markt die Stirn in Falten. So werde 60 Prozent der Nasdaq gerade mal von 12 Aktien repräsentiert.

An der Börse habe derweil die Spekulationswelle kräftig zugenommen, Anfänger seien in Optionen engagiert, wie nie zuvor. Dahinter steckten Retail-Trader von Robinhood und Davey Day Trader (DDT), zusammen mit dem japanischen weißen Wal Softbank. Das Problem: Die Käufe von Call-Optionen seien weit stärker als die Käufe von Puts – der Markt sei also trotz allem noch extrem bullish. Insgesamt habe sich der US-Aktienmarkt in ein gigantisches Casino verwandelt.

 


 

Unser Fazit: Im Falle eines Durchmarsches werden die Republikaner die einseitige Positionierung von Big Tech bei den Dems nicht vergessen. Die Demokraten wiederum werden ihre schützende Hand über die Oligarchen aus dem Silicon Valley halten. Die Sache bleibt also spannend – wir behalten die Angelegenheit für Sie im Auge!

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