Binäroptionen – Kommt das Ende des Hypes?

QTrade: Man könnte fast sagen, dass sich die Schlinge um den Hals der Binäroptions-Branche zuzieht. Mehrere Regulierungsbehörden gehen mittlerweile massiv gegen die Anbieter vor und verbieten entweder das Produkt komplett oder zumindest jedwede Marketingaktivitäten. Ich hatte vor Kurzem darüber berichtet, dass es in Frankreich bis Ende September noch eine Konsultierungs- und Diskussionsphase gibt bezüglich des Marketingverbots von Binäroptionen und anderen Hebelprodukten.

 

Belgien ist schneller!

Nun wurde gemeldet, dass es in Belgien zu einem Komplettverbot von Binäroptionen, aber auch dem Handel aller außerbörslichen Produkte wie CFDs oder Devisen (FX) kommen wird. Als Grund wird genannt, dass vor allem die extrem aggressiven Verkaufstaktiken der Binäroptionsbranche sowie die hohen Verluste der Kunden ausschlaggebend für das Verbot seien. Leider gehen die Regulierungsbehörden damit einen Schritt zu weit! Anstelle bessere Überwachungssysteme einzuführen, dass regulierte Unternehmen mit Lizenzen der BaFin oder FCA weiterhin die Produkte anbieten dürfen, wird ein Komplettverbot ausgesprochen. Die schwarzen Schafe, die ohne eine Lizenz arbeiten, interessiert ein Verbot ohnehin nicht.

 

Alles nur Heuchelei?

Der Blog Finanzmarktwelt.de brachte zu dem Verbot in Belgien die These auf, dass der Staat weniger am Wohl seiner Bürger interessiert sei und mehr an der Eindämmung der Umgehung der Börsenumsatzsteuer (eingeführt sowohl in Belgien als auch in Frankreich). Mittels außerbörslichen Produkten wie CFDs, kann man die Steuer legal sparen, was in beiden Ländern zu deutlich verminderten Steuereinnahmen führte.

 

Und wie sieht es hierzulande aus?

Bisher sind mir durch Rückfragen bei Anwälten keine Bestrebungen der BaFin bekannt, dass es zu einem Verbot von Binäroptionen, CFDs oder Devisen (FX) kommen soll. Ein bekannter Rechtsanwalt teilte mir mit, dass es dazu aber kommen könnte, wenn es in Deutschland einen größeren Skandal in diesem Bereich geben sollte.

 

Da die Anzahl an Tradern in Deutschland mit schätzungsweise 45.000 relativ gering ist und auch die Deutschen keine wirkliche Aktienkultur besitzen und auch sehr skeptisch sind, ist hierzulande von deutlich weniger Betrugsfällen zu lesen als anderswo. Was jedoch kommen könnte, ist wie in früheren Kolumnen dargelegt, eine mögliche Beschränkung der Hebel. Auch hier ist mir noch nichts Konkretes bekannt, doch rechne ich fest damit, dass Hebel von 1:400 in 2 bis 3 Jahren der Geschichte angehören werden.

 

Autor: Sebastian Hell

 

 

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