Bullen sehen BTC bei 288.000 Dollar – Gold und Silber als Vergleich

Bernstein Bank: Geht es vielleicht eine Nummer kleiner? Nicht, wenn sich die Bitcoin-Maniacs zu Wort melden. 288.000 Dollar soll die E-Devise auf mittlere Sicht kosten. Der Beginn des Monats Juli habe dieses Preisziel bestätigt – alles laufe genau nach Plan.

Wir schauen uns heute die Argumente für diese schier unglaubliche Prognose genauer an.

 

Heiß ersehnter Mega-Bull-Run
Gerade hat CoinTelegraph den Daumen gehoben für den ersehnten Mega-Bull-Run von Bitcoin: Obwohl BTC mit der Marke von 10.000 Dollar kämpfe, habe der Juli exakt so begonnen wie es die langfristige Projektion nach dem Regressionsmodell Stock-to-Flow Cross Asset (S2FX) vorhersage. Gerade hätten sich rote Punkte gezeigt, was nach einem Halving historisch gesehen einen Sprung im Preis ankündige.

Noch vor 2021 könne die E-Devise einen Preis von 100.000 Dollar erreichen. Und bis zum nächsten Halving im Jahr 2024 werde Bitcoin einen Preis von 288.000 Dollar erzielen.

Weiter gebe es Potenzial für viel höhere Peaks.

 


 

William Suberg von CoinTelegraph.com bezog sich auf das Rechenmodell eines anonymen Analysten namens PlanB – der Meister besitzt in der Krypto-Gemeinde Guru-Status. Im März 2019 hatte PlanB in seinem Artikel mit dem Titel „Modeling Bitcoin’s Value with Scarcity“ Bitcoin zum wertvollen Asset erklärt.

Seine These: BTC besitze einen inneren Wert und sei kein Spielzeug mehr. Basis seiner Preisfindung war zunächst das Stock-to-Flow-Modell (S2F). Vereinfacht ausgedrückt behauptet diese Theorie, dass der Wert eines im Umlauf befindlichen (Flow) wertvollen Assets umso stärker steigt, je geringer der Nachschub (Stock) ist.

Denn während der wirtschaftliche Nutzen eines Konsumgutes im Verbrauch liegt, bestehe der Nutzen von Investitionsgütern in deren späterem Weiterverkauf – solche Güter werden also nicht aufgebraucht, sondern gehortet und gespart. Für diese Güter sei Seltenheit sei der bestimmende Preisfaktor.

Auch andere Analysten verwiesen darauf, dass BTC noch viel seltener sei als Gold oder Silber, da der Nachschub allmählich austrockne.

 

Gold und Silber als Vergleich

In seinem ersten Modell hatte PlanB bis 2024 einen BTC-Preis von 55.000 Dollar prognostiziert. Im zweiten, aktualisierten S2F-Modell hob der BTC-Bulle das Preisziel auf 100.000 Dollar an. Beim dritten und aktuellsten Prognosemodell Stock-to-Flow Cross Asset (S2FX) identifizierte PlanB diverse BTC-Phasen. So sei die erste Phase mit dem Anstieg auf 1 Dollar beendet worden. In der dritten Phase habe Bitcoin sowohl in der Aktzeptanz bei den Massen als auch im Preis kräftig zugelegt.

Jetzt stehe die vierte historische Phase an.

Ferner integrierte der Analyst Silber und Gold als Vergleichswerte in das Modell.

Und schon hob der Meister den prognostizierten Kurs bis 2024 auf 288.000 US-Dollar an.

 


 

Die Voraussetzung für S2FX:
Es dürften nicht mehr als 19 Millionen Bitcoins im Umlauf sein. PlanB urteilte übrigens, sein Modell habe bislang immer den Preisverlauf akkurat vorhergesagt – und Kritiker müssten erst eine Alternative zu seiner Methode produzieren.

 

Zweifel bleiben
Natürlich ist solch eine Einschätzung bestimmt nicht uneigennützig. Die Frage ist, ob sie valide ist. Wir meinen: Es stellt sich die Frage, ob das Modell nicht eine Schieflage hat. Denn zwar stimmt es, dass das Angebot sinkt und allmählich austrocknet, weil BTC eben so gebaut ist – irgendwann kommen keine neuen virtuellen Stücke mehr auf den Markt. Die Menge ist nach oben hin limitiert. Ebenso wahr ist, dass sich viele Sparer weltweit nach einer Devise sehnen, deren innerer Wert nicht durch die Druckerpresse der Notenbanken entkernt wird.

Doch die Frage ist, ob die Nachfrage unvermindert anhält. Zum einen könnten Hacker Angriffe auf die E-Währung fahren und gefälschte Bitcoins in Umlauf bringen. Was zu einem kräftigen Einbruch im E-Markt führen dürfte. Zum anderen sind den Regierungen solche Devisen ein Dorn im Auge, die durch die eigenen Notenbanken nicht kontrollierbar sind. Wir vermuten, dass vor allem China bald einen eigenen Cyber-Yuan produziert, der komplett unter Kontrolle von Peking steht.

Durch die Blockchain ließe sich der Sumpf der Korruption trockenlegen. Andere Notenbanken werden nicht müde, darauf hinzuweisen, dass Bitcoin die Lieblingswährung der Kriminellen sind – weil sie eben schnell und unreguliert über das Internet zu verschieben ist.

Weiter ist uns nicht ganz klar, wie genau PlanB in seiner quantitativen Analyse die roten Punkte ausspuckt.

Und auch der Co-Gründer von Ethereum, Vitalik Buterin, hat schon seine Zweifel an Stock-to-Flow angemeldet: Diese Methode sei Teil der großen Gruppe von Krypto-Artikeln, die zu 95 Prozent “post-hoc rationalized bullshit” vermeldeten.

Also diplomatisch ausgedrückt: Nachträglich passend gemachter Unsinn.

Wie auch immer: Die Bernstein-Bank behält die Angelegenheit für Sie im Auge und wünscht erfolgreiche Trades und Investments!

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