CMC Markets: DAX sucht weiter nach Richtung – Nach EZB-Entscheid ist vor Nonfarm-Payrolls

CMC Markets: Nun ist es geschafft. Der DAX hat die 10.000 Punkte-Marke geknackt. Gratulation! Nach Wochen der Anspannung und Aufbau eines Spannungsbogens knapp unterhalb dieser psychologischen Marke, präsentierte die EZB gestern endlich ihr Maßnahmenpaket. Der volatile Handel trieb den DAX gestern kurzfristig auf das Intraday-Hoch bei rund 10.014 Punkten, bevor Gewinnmitnahmen den deutschen Leitindex wieder unter diese Schwelle drückten. Die EZB lieferte was erwartet worden war und somit ließen sich die Investoren einerseits nicht zu verstärkten Käufen verleiten, anderseits wurden sie auch nicht enttäuscht, was die Abschläge begrenzte. Die Überraschung schien auf amerikanischer Seite größer, wie an der Rallye und neuer Rekordschlusskurse ablesbar ist.

Stark zusammengefasst, senkte die Europäische Zentralbank ihren Leitzinssatz auf ein neues rekordtiefes Level von 0,15 Prozent. Zum ersten Mal in ihrer Geschichte führte sie zudem einen Strafzins von 0,1 Prozent auf Einlagen ein, die Geschäftsbanken bei ihr deponieren. Um die Kreditvergabe im Euroraum zu stimulieren, vergibt die Notenbank Geld im Umfang von 400 Milliarden Euro zu sehr günstigen Konditionen an Banken, die nachweisen müssen, dass sie diese als Kredite an Unternehmen weitergeben. 165 Milliarden Euro sollen den Weg in den Finanzmarkt finden, indem die sogenannte „Sterilisierung“ früherer Staatsanleihekäufe endet. Das bedeutet, dass die EZB das Geld welches sie für Staatsanleihen-Käufe verwendete, nicht mehr dem Markt entzieht. Zudem trifft die EZB Vorbereitungen forderungsbesicherte Wertpapiere (Asset Backed Securities, ABS) zu kaufen. Einen entscheidenden Einfluss auf die positive Marktreaktion dürfte das Versprechen gewesen sein, dass die Europäische Zentralbank mit diesen Maßnahmen noch lange nicht am Ende sei und damit die Fantasien und Spekulationen der Anleger für die nächste Sitzung anregte.
Die positiven Vorgaben, die der S&P 500 mit einem Rekord-Schlussstand von rund 1.940 Punkten und einem Dow Jones von mit einem Allzeithoch bei 16.836 Zählern liefern, halfen dem DAX am Vormittag nicht, sich über 10.000 Punkten zu etablieren. Anleger scheinen die Nonfarm-Payrolls aus den USA abzuwarten, die entscheidende Impulse liefern könnten.
Charttechnisch gesehen bildet sich innerhalb des bullischen Primärtrends im DAX gegenwärtig ein umgekehrtes Dreieck im tertiären Trend, welches vor einer kleinen Korrektur warnt. Ein Bruch der unteren Linie bei knapp 9.850 könnte dann zu einem Test des Ausbruchsniveaus um 9.800 Punkte führen.

Positive Konjunkturdaten veröffentlichte heute Morgen das Statistische Bundesamt. Demnach profitiere die deutsche Industrie von der wirtschaftlichen Erholung in Europa und konnte dadurch im April einen Exportzuwachs von 3 Prozent im Vergleich zum Vormonat verbuchen. Die Bundesbank hob zudem ihre Prognose für das BIP-Wachstum in Deutschland für 2014. Demnach soll die Wirtschaftsleistung dieses Jahr um 1,9 Prozent von zuvor erwarteten 1,7 Prozent und nächstes Jahr, wie zuvor auch prognostiziert, um 2 Prozent wachsen.

Der Fokus des heutigen Tages richtet sich auf die um 14:30 Uhr deutscher Zeit erwarteten Nonfarm-Payrolls. Volkswirte erwarten, dass im letzten Monat 210.000 neue Stellen außerhalb der Landwirtschaft in den USA geschaffen wurden. Im April waren noch 288.000 neue Stellen gemeldet worden. Nach dem überaus schwachen ersten Quartal in der größten Volkswirtschaft der Welt, werden zur Kompensierung eher 300.000 neue Stellen pro Monat benötigt, wodurch eine Zahl unter 250.000 das Risiko einer Enttäuschung birgt.

Interessanter Fakt:

  • Der DAX hat fast genauso lange gebraucht von 1.000 Punkten auf 10.000 Punkten zu steigen wie der Dow Jones: 26 Jahre, 5 Monate und 4 Tage.
  • Zum Vergleich der Dow Jones: 26 Jahre 4 Monate und 15 Tage.

Vorbörslich handelt der S&P 500 gegenwärtig leicht über dem gestrigen Rekordschluss, ebenso wie der Dow Jones.

* Gegenüber dem Vortagesschlusskurs
** Gegenüber der Vorperiode
*** Bei Prognosen handelt es sich um Zahlen, die vom Nachrichtenprovider Dow Jones International Ltd. zur Verfügung gestellt werden

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