Corona-Kehrtwende stoppt DAX aus

Bernstein Bank: Böse Überraschung am Donnerstag: Die Zahl der Corona-Infektionen in China ist drastisch gestiegen. Fast 15.000 neue Fälle an einem Tag – Peking benutzt nun angeblich eine neue Zählmethode. Und offenbar schreitet jetzt die Volksbefreiungsarmee ein. Damit lädiert Peking das Vertrauen der Anleger – der DAX setzt zurück.

 

Rücksetzer vom Allzeithoch
Die unerwartete Kehrtwende aus China setzte dem DAX zunächst zu. Der deutsche Leitindex setzte um 0,6 Prozent zurück auf 13.666 Zähler. Gestern hatte der DAX ein weiteres Allzeithoch markiert. Nach den zuvor ausgesandten Entspannungssignalen in der Epidemie war der Indikator bis auf 13.759 Zähler gestiegen. Letztlich hatte der Index mit einem Gewinn von 0,9 Prozent bei 13.750 Stellen geschlossen.

Angesichts der heutigen Meldungen aus dem Reich der Mitte zum Virus Covid-19 – so lautet nun der offizielle Name der Weltgesundheitsorganisation – setzten auch die US-Futures um rund 0,7 Prozent zurück.

 

Nackenschlag aus China
Die Zahl der neu gemeldeten Todesfälle in der besonders stark betroffenen chinesischen Provinz Hubei ist gestern rapide um 242 auf 1310 gestiegen. Zudem wurden 14.840 neue Fälle mitgeteilt, wie die Gesundheitskommission mitteilte – rund siebenmal so viel tags zuvor.

Die „New York Times“ berichtete, China habe eine neue Zählmethode angewandt – nach offiziellen Angaben, um mehr Menschen behandeln zu können.

ZeroHedge hat die Zahlen schön grafisch aufbereitet.

Dass es wohl nicht nur um eine Zählmethode geht, verdeutlicht die Reaktion der Führung in Peking. Der Chef der Kommunistischen Partei für Hubei, Jiang Chaoliang, musste laut der Nachrichtenagentur Xinhua seine Mao-Kappe nehmen. Er wurde durch den bisherigen Bürgermeister von Shanghai, Ying Yong, ersetzt.

Der Parteichef in der Stadt Wuhan, Ma Guoqiang, wird durch Wang Zhonglin, einen früheren Mitarbeiter der Provinzregierung von Shandong, abgelöst.

Bereits am Montag waren zwei Leiter der Gesundheitsbehörden in Hubei entlassen worden.

 


 

Die Armee greift ein

Nun spielt offenbar auch das chinesische Militär eine größere Rolle. Das Blog ZeroHedge verwies auf den Tagesbericht der Volksbefreiungsarmee: Demnach wird Chen Wei, Expertin für Biochemische Waffen, in Wuhan stationiert, um das Virus zu bekämpfen. Laut „Epoch Times“ hält Chen Wie den Rang einer Generalmajorin. Bis zu ihrem Interview am 30. Januar mit der staatlichen „China Science Daily“ sei sie weitgehend unbekannt gewesen.

Interessanterweise habe sie in dem Gespräch prognostiziert, der Ausbruch würde wohl in den nächsten Tagen nachlassen, könnte aber dann bald wieder an Kraft zulegen.

So kam es.

Die Spekulationen verstummen nicht, dass das Virus aus dem P4-Labor in Wuhan entkommen sein könnte – was auf eine Biowaffe deuten könnte.

 

Leichte Verluste an den Asienbörsen
All diese Ereignisse sorgten umgehend für Misstrauen. Man könne Chinas Corona-Zahlen genauso wenig trauen wie den wirtschaftlichen Statistiken, äußerten einige Broker. Frisiert, geschönt, gefälscht. Wir sind gespannt, ob die abrupte Verschärfung der Lage in Kürze eine Panik an den Börsen der Welt auslösen wird. Wenn Sie CFD oder online Aktien handeln, sollten Sie vielleicht zur Absicherung über Short-Positionen nachdenken. Eventuell wird das chinesische Durchgreifen aber auch positiv als Entschlossenheit interpretiert. Vor allem, falls die aktuellen hohen Zahlen eine einmalige Revision nach oben bleiben. Warten wir es ab.

Die Reaktion der asiatischen Börsen war am Donnerstag zunächst moderat. Der CSI-300 setzte am Morgen um 0,6 Prozent zurück auf 3.960 Zähler. Der Nikkei in Tokio verlor nur 0,1 Prozent auf 23. 827 Punkte.

 

US-Hausse hält an

Am Mittwoch hatten die US-Börsen auch wegen der vermeintlichen Entspannung in der Epidemie angezogen. Alle drei großen Indizes verbuchten gestern neue Rekorde. Der Dow Jones schaffte es erstmals in seiner Geschichte über die Marke von 29.500 Punkten bis auf knapp 29.569 Stellen.

Zur Schlussglocke verbuchte der Index einen Gewinn von 0,9 Prozent bei 29.551 Punkten.

Der S&P 500 zog 0,7 Prozent an auf 3.379 Punkte.

Und der The Nasdaq Composite schloss 0,9 Prozent fester bei 9.726 Zählern.

 


 

Kaufrausch bei US-Treasurys
Das US-Schatzamt wurde zehnjährige Notes im Wert von 27 Milliarden Dollar los – die Rendite sank auf 1,622 Prozent und lag damit fast 25 Basispunkte unter der Januar-Auktion. Dies war die niedrigste Yield seit Oktober, als im Zuge einer aufkeimenden Rezessionsangst 1,59 Prozent erzielt wurden. Die Bid-to-Cover-Rate war mit 2,58 die höchste seit Juni 2018.

 

Die Fed bleibt wachsam
Derweil will die US-Notenbank Covid-19 im Blick behalten. Wahrscheinlich würden sich die Effekte schon „recht bald” aus den Wirtschaftsdaten ablesen lassen, sagte Fed-Chef Jerome Powell gestern vor dem Bankenausschuss des Senats. So dürften die Folgen des Coronavirus für China „beträchtlich” sein; nicht aber für die direkten Handelspartner. Aktuell sei es zu früh, um abzuschätzen, ob die Epidemie zu einer „grundlegende Neubewertung” im Konjunkturausblick führen könne.

 

Das bringt der Tag
Am Nachmittag stehen wichtige US-Konjunkturdaten an:
So laufen um 14.30 Uhr die Verbraucherpreise für Januar ein.

Zeitgleich werden die wöchentlichen Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe gemeldet.

Und ebenfalls die Realeinkommen im Januar.

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