Corona-Panik stürzt DAX in den Abgrund

Bernstein Bank: Kräftige Verluste am Frankfurter Aktienmarkt: Der deutsche Leitindex verliert rund 500 Punkte. Die Angst vor der Ausbreitung von Corona in Europa und Asien hält den weltweiten Handel im Griff. Die US-Futures tauchen ab.

Gold klettert auf ein neues Rekordhoch.

Auch Bunds sind gefragt

 

Herbe Verluste in Italien
Jetzt geht’s los: Covid-19 steht vor der Tür. Die Seuche hat inzwischen auch das Finanzzentrum Mailand erreicht. In Norditalien wurden knapp ein Dutzend Ortschaften abgeriegelt, Venedig hat den Karneval verkürzt. Der FTSEMIB Italy rutschte um über 4 Prozent ab.

In Zeiten offener Grenzen ist damit eine Ausbreitung in Deutschland nur eine Frage der Zeit.

 

Börse Frankfurt stürzt ab
Ergo fiel der DAX am Montag wie ein Stein. Das bisherige Tief liegt bei 13.050, zuletzt notierte der Index minimal erholt bei 13.102 Stellen, was ein Minus von 3,5 Prozent bedeutete. Derweil starb die letzte kleine Hoffnung für die Bullen: Der DAX hat die 50-Tage-Linie bei zuletzt 13.401 Punkten ohne jeglichen Widerstand durchstoßen. Solche gleitende Durchschnitte wirken normalerweise als stabile Unterstützung. Nächster Stopp könnte damit die 200-Tage-Linie bei 12.626 Zählern werden.

Warten wir ab, ob es einen Rebound gibt.

Die Anleger an der deutschen Börse ignorierten den überraschend angestiegenen Ifo-Index zum Geschäftsklima, der minimal von 96,0 auf 96,1 Punkte geklettert war.

Die Aktionäre blickten stattdessen gebannt auf die US-Futures, die um rund 2,5 Prozent nachgaben.

 


 

Flucht in die sicheren Häfen
Wie immer bei einer aufkeimenden Panik flohen die Investoren in US-Staatsanleihen. Die Rendite der zehnjährigen Treasuries rutschte auf ein Dreieinhalb-Jahres-Tief von 1,402 Prozent. Die deutschen Zehnjährigen rentierten mit minus 0,475 Prozent so niedrig wie zuletzt vor vier Monaten.

Der Euro-Bund-Future legte um 0,2 Prozent zu auf 175,34 Punkte.

 

Neues Rekordhoch bei Gold
Gold verteuerte sich in Dollar gerechnet um 2,1 Prozent auf ein Sieben-Jahres-Hoch von 1.678,58 – es zeichnet sich der größte Tagesgewinn seit sieben Monaten ab. In Euro gerechnet war die Feinunze mit 1.548,36 so teuer wie nie zuvor.

 

It’s the end of the world as we know it

Eine interessante – wenn auch nicht ganz überraschende – Wortmeldung in Sachen Gold wollen wir Ihnen nicht vorenthalten: Das Blog Goldmoney.com vermutet, dass die Welt wegen Corona zum Goldstandard zurückkehren könne. Denn die Seuche sei womöglich der Auslöser für den rapiden Verfall von Finanzwerten, der Keynesianischen Mythologie und von Papierwährungen.

Dies werde einhergehen mit politischer Instabilität und Unruhen.

Die Gold-Bullen liefern also einen veritablen Abgesang auf die Welt, wie wir sie kennen.

 

Öl und Aussie im Ausverkauf

Zurück zur Gegenwart. Aus Angst vor einem Total-Absturz der chinesischen Wirtschaft rutschte der Austral-Dollar kräftig ab. Er verlor zwischenzeitlich 0,7 Prozent auf 0,6581 US-Dollar – damit war er so günstig wie zuletzt vor elf Jahren. Anleger mussten auch einen Einbruch beim Ölpreis hinnehmen: WTI kostete zuletzt 51,72 Dollar, Brent 56,07 Dollar je Fass – das war jeweils ein Minus von gut 3 Prozent.

 

Verluste an den Börsen in Asien
Der chinesische CSI-300 verlor am Morgen nur moderate 0,4 Prozent auf 4.133 Zähler. Doch der Hang Seng in Hongkong gab zum Schluss 1,8 Prozent nach auf 26.821 Punkte. Der Kospi in Südkorea verlor wegen der rapiden Ausbreitung von Corona 3,9 Prozent auf 2.079 Stellen. In Tokio wurde wegen des Feiertages zu Ehren des Kaisers nicht gehandelt.

 

Minus an der Wall Street
Die US-Börsen hatten schon am Freitag den Weg gen Süden vorgezeichnet. Der Dow Jones Industrial verlor 0,8 Prozent auf 28.992 Zähler. Die Wochenbilanz lag damit bei minus 1,4 Prozent. Der Dow hatte am Freitag übrigens fast die 50-Tage-Linie berührt, bevor er wieder nach oben zurücksetzte.

Die Unterstützung dürfte damit heute durchlöchert werden, wenn es nach den Futures geht. Der S&P 500 verlor am Freitag 1,1 Prozent auf 3.338 Stellen. Und der Nasdaq 100 war um 1,9 Prozent auf 9.447 Punkte abgerutscht.

 


 

Platzt jetzt die Blase?
Übrigens hatte das Blog „Valuewalk“ am Samstag passend zum aktuellen Absturz eine Wortmeldung des Brokers Crescat Capital veröffentlicht. Der argumentierte, zuletzt habe sich die größte spekulative Blase aller Zeiten aufgebaut – und der am meisten überbewertete Aktienmarkt in der Geschichte. Zugleich gebe es die größte Schuldenblase überhaupt in China – und die habe gerade mit der Implosion begonnen.

Dies sei global ansteckend.

Aus diesen Gründen böten Edelmetalle eine unglaubliche Chance.

 

Das bringt der Tag
Angesichts der Corona-Angst dürften aktuelle Konjunkturdaten eher in den Hintergrund rücken.

So wird um 14.30 Uhr der CFNA-Index für Januar gemeldet.

Und um 16.30 Uhr meldet die Dallas-Fed ihre Daten zur verarbeitenden Industrie im Februar.

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