Daimler weiter auf Erfolgskurs? Absatzrekord im zweiten Quartal

  • Konzernabsatz im zweiten Quartal mit 761.300 Einheiten (+7%) deutlich über Vorjahresniveau
  • Umsatzanstieg im zweiten Quartal um 3% auf 38,6 Mrd. €
  • Konzern-EBIT in Höhe von 3.258 (i. V. 3.718) Mio. €
  • Konzern-EBIT bereinigt um Sonderfaktoren 3.973 (i. V. 3.764) Mio. €
  • Konzernergebnis von 2.452 (i. V. 2.372) Mio. €
  • Free Cash Flow im Industriegeschäft im ersten Halbjahr bei 2.120 (i. V. 3.365) Mio. €
  • Für Gesamtjahr 2016 deutlicher Anstieg bei Absatz und leichter Zuwachs beim Umsatz erwartet
  • Konzern-EBIT bereinigt um Sonderfaktoren leicht über dem Niveau des Vorjahres erwartet


Daimler AG
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Die Daimler AG (Börsenkürzel DAI) hat das zweite Quartal mit Bestwerten beim Absatz sowie dem um Sonderfaktoren bereinigten EBIT abgeschlossen und ist damit weiter auf Erfolgskurs. Im zweiten Quartal 2016 erhöhte sich der Absatz weltweit auf 761.300 Pkw und Nutzfahrzeuge und übertraf damit das Vorjahresniveau um 7%. Im ersten Halbjahr erreichte der Absatz 1,445 Mio. Einheiten und lag damit um 7% über dem Vorjahreszeitraum. Der Konzern-Umsatz stieg im zweiten Quartal um 3% auf 38,6 Mrd. €. Bereinigt um Wechselkursveränderungen betrug der Umsatzanstieg 5%. Das Konzern-EBIT belief sich im zweiten Quartal auf 3.258 (i. V. 3.718) Mio. €. Das um Sonderfaktoren bereinigte Konzern-EBIT erreichte mit 3.973 (i. V. 3.764) Mio. € den bisher höchsten Stand. Das Konzernergebnis stieg auf 2.452 (i. V. 2.372) Mio. €. Der Anteil der Aktionäre der Daimler AG am Konzernergebnis erhöhte sich auf 2.429 (i. V. 2.269) Mio. €; das Ergebnis je Aktie legte auf 2,27 (i. V. 2,12) € zu.


Rekordabsatz bei Daimler

„Wir starten mit einem Rekordabsatz in das zweite Halbjahr und werden den eingeschlagenen Weg konsequent fortsetzen. Die Ergebnisentwicklung zeigt erneut, dass unser Unternehmen über alle Bereiche hinweg hervorragend aufgestellt ist und unsere langfristig ausgerichtete Strategie nachhaltig Früchte trägt“, sagte Dr. Dieter Zetsche, Vorstandsvorsitzender der Daimler AG und Leiter Mercedes-Benz Cars. „Mit unserer globalen Präsenz, unserem breit aufgestellten Produktportfolio über alle Geschäftsfelder hinweg sowie unserer konsequenten Entwicklung von Mobilitätsdienstleistungen sichern wir den nachhaltigen Erfolg von Daimler. Gleichzeitig setzen wir weiterhin Maßstäbe bei Sicherheit, Nachhaltigkeit und Technologieführerschaft.“

Das EBIT des zweiten Quartals 2016 ist vor allem durch Sonderfaktoren beeinflusst, wie in der Tabelle auf Seite 13 dargestellt. Das um diese Sonderfaktoren bereinigte Ergebnis des Geschäftsfeldes Mercedes-Benz Cars lag dementsprechend auf dem Niveau des Vorjahres. Daimler Trucks konnte das hohe Ergebnis des Vorjahresquartals nicht erreichen. Dem standen deutliche Ergebnissteigerungen in den Geschäftsfeldern Mercedes-Benz Vans und Daimler Buses infolge höherer Umsatzvolumina gegenüber. Bei Daimler Financial Services führte insbesondere das gestiegene Vertragsvolumen zu einem Anstieg des Ergebnisses. Rückläufige Abzinsungsfaktoren belasteten das Ergebnis.

„Wir wachsen weiter profitabel und sind gut unterwegs, unsere Prognosen für das laufende Jahr zu erreichen. Wir wollen 2016 zu einem weiteren Erfolgsjahr für Daimler machen“, sagte Bodo Uebber, im Vorstand der Daimler AG verantwortlich für Finance & Controlling und Daimler Financial Services. „Allerdings bleiben die Märkte volatil. Deshalb ist es umso wichtiger, dass wir über eine starke Bilanz verfügen, um weiter gezielt in die Zukunft investieren zu können.“


Free Cash Flow

Der Free Cash Flow des Industriegeschäfts belief sich im ersten Halbjahr 2016 auf 2,1 (i. V. 3,4) Mrd. €. Dieser Rückgang ist auf den Ergebnisverlauf des Industriegeschäfts im ersten Quartal zurückzuführen. Des Weiteren wirkten höhere Ertragsteuerzahlungen, da der Vorjahreszeitraum durch vereinnahmte Erstattungen beeinflusst war. Zudem beeinflussten die gestiegenen Investitionen in immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen den Free Cash Flow des Industriegeschäfts.


Netto-Liquidität

Seit dem 31. Dezember 2015 verringerte sich die Netto-Liquidität des Industriegeschäfts von 18,6 Mrd. € auf 17,4 Mrd. €. Ursächlich für den Rückgang war insbesondere die Dividendenzahlung an die Aktionäre der Daimler AG in Höhe von 3,5 Mrd. €, die den positiven Free Cash Flow überkompensierte.


Mitarbeiter

Zum Ende des zweiten Quartals 2016 waren bei Daimler weltweit 286.860 (Jahresende 2015: 284.015; Ende Q2 2015: 284.441) Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschäftigt. Davon waren 172.135 (Jahresende 2015: 170.454) in Deutschland tätig; 22.948 (Jahresende 2015: 24.607) waren es in den USA.


Die Geschäftsfelder im Einzelnen

Der Absatz von Mercedes-Benz Cars stieg im zweiten Quartal 2016 um 9% auf 546.500 Einheiten. Der Pkw-Bereich konnte somit im zurückliegenden Quartal erneut eine Bestmarke verbuchen. In Europa setzte Mercedes-Benz Cars 13% mehr Fahrzeuge ab als im Vorjahreszeitraum und erzielte damit einen Absatzrekord. Besonders hohe Wachstumsraten von jeweils über 20% konnten in Frankreich, Belgien, Schweden und Polen erzielt werden. In Deutschland verkaufte das Geschäftsfeld in den Monaten April bis Juni 7% mehr Fahrzeuge der Marken Mercedes-Benz und smart. Im größten Einzelmarkt China erreichte Mercedes-Benz Cars ebenfalls erneut einen Bestwert (+29%). In den USA lag der Absatz leicht unter dem Vorjahresniveau.

Der Umsatz nahm um 5% auf 22,1 Mrd. € zu. Im zweiten Quartal 2016 lag das EBIT des Geschäftsfeldes mit 1.410 Mio. € deutlich unter dem Vorjahreswert von 2.227 Mio. €. Die Umsatzrendite belief sich auf 6,4 (i. V. 10,5) %. Das Ergebnis wurde vor allem durch Sonderfaktoren wie Aufwendungen im Zusammenhang mit Takata Airbags, Netto-Aufwendungen aus der Bewertung von Vorratsvermögen sowie die Einigung in einer Patentstreitigkeit beeinflusst. Darüber hinaus wurde das Ergebnis durch ein lebenszyklusbedingt geringeres Absatzvolumen bei der Mercedes-Benz S-Klasse, den Modellwechsel bei der E-Klasse, die regionale Absatzstruktur sowie höhere Aufwendungen für Vorleistungen für neue Technologien und Fahrzeuge und rückläufige Abzinsungsfaktoren belastet. Deutliche Absatzsteigerungen im SUV-Segment wirkten sich hingegen positiv aus.


Daimler Trucks mit Einbußen

Der Absatz von Daimler Trucks sank auf 108.300 (i. V. 125.100) Lkw im zweiten Quartal. In der Region EU30 (Europäische Union, Schweiz und Norwegen) erzielte Daimler Trucks einen Absatzzuwachs um 13% auf 20.400 Fahrzeuge. Im Kernmarkt Deutschland setzte die Lkw-Sparte 8.300 (i. V. 7.600) Lkw ab. In der Türkei gingen die Verkäufe mit Einführung der Emissionsnorm Euro VI im Jahr 2016 marktbedingt auf 3.100 (i. V. 6.600) Einheiten zurück. In der NAFTA-Region wirkte sich die Abschwächung der Marktentwicklung auf den Absatz aus, der mit 40.600 (i. V. 49.400) Einheiten unter dem Vorjahr lag. Daimler Trucks baute dort die Marktführerschaft in den Klassen 6 bis 8 auf mehr als 40% Marktanteil aus. Die Absatzentwicklung in Lateinamerika war marktbedingt rückläufig. Im Hauptmarkt Brasilien gingen die Verkäufe auf 3.000 (i. V. 4.400) Einheiten zurück. Ebenfalls marktbedingt rückläufig zeigten sich die Verkäufe in Indonesien mit 5.600 (i. V. 9.500) Lkw. Auch im Nahen und Mittleren Osten wurden mit 3.900 (i. V. 7.600) Einheiten weniger Fahrzeuge abgesetzt. In Japan stiegen die Verkäufe um 6% auf 11.000 Lkw. In Indien übertraf der Absatz mit 3.900 (i. V. 3.000) Lkw das Vorjahr. Der Absatz der Marke Auman durch das chinesische Gemeinschaftsunternehmen BFDA stieg um 12% auf 21.300 Lkw.

Der Umsatz erreichte 8,7 (i. V. 9,4) Mrd. €. Das Geschäftsfeld erzielte mit einem EBIT von 621 (i. V. 682) Mio. € ein Ergebnis unter dem hohen Niveau des Vorjahres. Die Umsatzrendite belief sich unverändert auf 7,2 (i. V. 7,2) %. Das Ergebnis wurde vom Absatzanstieg in Europa (EU30) und von der Realisierung weiterer Effizienzverbesserungen sowie Wechselkurseffekten positiv beeinflusst. Ergebnisbelastend wirkten sich die rückläufigen Absatzentwicklungen in der NAFTA-Region, in der Türkei, in Lateinamerika, in Indonesien sowie im Nahen und Mittleren Osten aus. Zudem belastete ein intensives Wettbewerbsumfeld in Europa das EBIT. Im EBIT enthalten sind zudem Aufwendungen für Personalmaßnahmen im Rahmen der fortgeführten Optimierungsprogramme in Brasilien.


Mercedes Benz steigert Absatz um 22%

Mercedes-Benz Vans steigerte seinen Absatz im zweiten Quartal 2016 um 22% auf den Bestwert von 99.600 Einheiten. In der Kernregion Westeuropa erzielte Mercedes-Benz Vans im zweiten Quartal 2016 ein deutliches Absatzplus von 19%. Starke Zuwächse verzeichnete die Transporter-Sparte in Großbritannien (+15%), Frankreich (+17%), Spanien (+26%) und Italien (+38%). Auch im wichtigen Markt Deutschland legte der Absatz weiter deutlich zu (+19%). Vor allem aufgrund der hohen Nachfrage in Polen, Tschechien und Ungarn stieg der Absatz in Osteuropa um 23%. Weiterhin positiv war die Entwicklung in der NAFTA-Region: In den USA stieg der Absatz um 10%. Das Marktumfeld in Lateinamerika blieb dagegen weiterhin schwierig. Der Absatz verringerte sich in dieser Region um 19%. In China wurde ein starkes Wachstum von 122% verzeichnet.

Auch der Umsatz wuchs verglichen mit dem Vorjahresquartal kräftig um 22% auf den Bestwert von 3,4 (i. V. 2,8) Mrd. €. Das Geschäftsfeld erwirtschaftete im zweiten Quartal 2016 mit 401 Mio. € ein EBIT deutlich über dem Niveau des Vorjahres von 234 Mio. € und damit den bisher höchsten Wert. Die Umsatzrendite stieg ebenfalls deutlich auf 11,7% gegenüber 8,3% im Vorjahr. Das EBIT war von einer sehr positiven Absatzentwicklung, insbesondere in Europa, der NAFTA-Region und China, sowie von Effizienzverbesserungen geprägt. Gegenläufig entstanden Aufwendungen im Zusammenhang mit Takata Airbags.

Der Absatz von Daimler Buses lag im zweiten Quartal 2016 mit 7.000 Bussen und Fahrgestellen unter dem Vorjahreswert von 7.300 Einheiten. Dabei konnten die Zuwächse in Westeuropa aufgrund der gestiegenen Nachfrage nach Komplettbussen den Absatzrückgang bei den Fahrgestellen in Lateinamerika teilweise kompensieren. In Westeuropa wurden 2.000 (i. V. 1.800) Einheiten der Marken Mercedes-Benz und Setra abgesetzt. Im Heimatmarkt Deutschland konnte der Absatz bei weiterhin unangefochtener Marktführerschaft um 5% verbessert werden. In Lateinamerika (ohne Mexiko) lag der Absatz mit 3.000 (i. V. 3.300) Fahrgestellen deutlich unter dem Niveau des Vorjahres. Dabei wirkte sich weiterhin die anhaltend schwierige wirtschaftliche Lage in Brasilien, dem größten Markt der Region, negativ auf die Nachfrage von Fahrgestellen aus. In Mexiko wurden 600 (i. V. 900) Einheiten abgesetzt.


Umsatz um 100 Millionen Euro erhöht

Der Umsatz erhöhte sich aufgrund des stärkeren Komplettbusgeschäfts auf 1,1 (i. V. 1,0) Mrd. €. Das EBIT des Geschäftsfeldes lag mit 88 (i. V. 57) Mio. € deutlich über dem Vorjahreswert und resultierte in einer Umsatzrendite von 7,8 (i. V. 5,5) %. Die anhaltend schwierige wirtschaftliche Lage in Lateinamerika und der damit verbundene Marktrückgang bei Fahrgestellen beeinflussten das Ergebnis auch im zweiten Quartal negativ. Die anhaltend hohe Nachfrage nach Komplettbussen, ein positiver Produktmix in Westeuropa sowie positive Wechselkurseffekte konnten die Belastungen in Lateinamerika jedoch mehr als ausgleichen. In den automobilen Geschäftsfeldern wirkte sich darüber hinaus die Restrukturierung des eigenen Händlernetzes belastend aus.

Daimler Financial Services konnte das Neugeschäft im zweiten Quartal 2016 weiter steigern: Weltweit wurden rund 411.000 neue Leasing- und Finanzierungsverträge im Wert von 15,4 Mrd. € abgeschlossen, ein Zuwachs um 4% im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Das Vertragsvolumen erreichte Ende Juni den Wert von 120,3 Mrd. € und lag damit 3% über dem Wert vom Jahresende 2015. Wechselkursbereinigt wuchs das Vertrags-volumen um 4%. Das Ergebnis des Geschäftsfeldes lag im zweiten Quartal mit einem EBIT von 479 Mio. € über dem Vorjahreswert (i. V. 445 Mio. €). Ausschlaggebend hierfür war insbesondere das in allen Regionen gestiegene Vertragsvolumen, das die Auswirkungen der negativen Wechselkursentwicklung überkompensierte.

Die Überleitung der operativen Ergebnisse der Geschäftsfelder auf das EBIT des Konzerns umfasst die zentral verantworteten Sachverhalte sowie Ergebniseffekte aus der Eliminierung konzerninterner Transaktionen zwischen den Geschäftsfeldern. Aus den zentral verantworteten Sachverhalten wurden im zweiten Quartal 2016 Erträge von 237 (i. V. 66) Mio. € erzielt. Zur nachhaltigen Stärkung des Pensionsplanvermögens in Deutschland wurden die von Daimler gehaltenen Anteile an Renault und Nissan eingebracht. Hieraus sind Erträge von 605 Mio. € entstanden. Gegenläufig sind Aufwendungen im Zusammenhang mit rechtlichen Verfahren enthalten. Negativ wirkten Verluste aus Währungsgeschäften von 19 (i. V. 0) Mio. €, die nicht dem operativen Geschäft zuzuordnen sind. Aus der Eliminierung konzerninterner Transaktionen ergab sich im zweiten Quartal 2016 ein Ertrag von 22 (i. V. 7) Mio. €. Weiterhin haben die in der Tabelle auf Seite 13 dargestellten Sonderfaktoren das EBIT im zweiten Quartal 2016 und 2015 beeinflusst.


Investitionen in die Zukunft

Der Daimler-Konzern hat im ersten Halbjahr 2,5 (i. V. 2,1) Mrd. € in Sachanlagen investiert. Der größte Anteil entfiel mit 1,8 (i. V. 1,6) Mrd. € auf das Geschäftsfeld Mercedes-Benz Cars. Der Schwerpunkt der Sachinvestitionen lag auf der Produktionsvorbereitung für die neuen Modelle, insbesondere der neuen E-Klasse und deren Derivate, den Derivaten der C-Klasse sowie Investitionen für neue Getriebe und Motorvarianten. Außerdem schlugen sich darin die Ausgaben für den weiteren Ausbau der internationalen Montage- und Komponentenwerke nieder. Bei Daimler Trucks lag der Schwerpunkt der Investitionen neben Aggregaten und neuen Fahrzeugen auf der Optimierung des weltweiten Produktionsnetzwerks.

Die Forschungs- und Entwicklungsleistungen des Daimler-Konzerns beliefen sich im ersten Halbjahr auf 3,6 (i. V. 3,1) Mrd. €; davon wurden 1,1 (i. V. 0,8) Mrd. € aktiviert. Mehr als zwei Drittel der Forschungs- und Entwicklungsleistungen wurden im Segment Mercedes-Benz Cars erbracht. Die Schwerpunkte lagen hier wie auch bei Daimler Trucks auf neuen Fahrzeugmodellen, besonders kraftstoffeffizienten und umweltschonenden Antrieben sowie der Intensivierung der Modulstrategie.


Ausblick Märkte

Zu Beginn des dritten Quartals spricht vieles dafür, dass die Weltwirtschaft ihren bisherigen Expansionskurs mit gemessen an ihrem Trendwachstum unterdurchschnittlichen Zuwachsraten fortsetzen wird. Momentan wächst die Weltwirtschaft bezogen auf das Bruttoinlandsprodukt (BIP) mit knapp 2,5%. Auch im Gesamtjahr ist ein Wachstum in dieser Größenordnung zu erwarten.

Die weltweite Pkw-Nachfrage dürfte nach aktueller Einschätzung im Jahr 2016 vom hohen Niveau des Vorjahres ausgehend nochmals um rund 3% zunehmen. Den größten Beitrag zu diesem weltweiten Zuwachs dürfte wie schon im Vorjahr der chinesische Markt leisten, der voraussichtlich erneut deutlich wachsen wird. Der erwartete Anstieg ist allerdings zu einem größeren Teil einem staatlichen Stimulus zu verdanken. Für den US-amerikanischen Markt für Pkw und leichte Nutzfahrzeuge erwartet das Unternehmen ein Volumen in der Größenordnung des Vorjahres. Für den westeuropäischen Pkw-Markt wird mit einem leichten Marktwachstum gerechnet. Dieser Zuwachs dürfte weiterhin auf relativ breiter Basis stattfinden, wobei insbesondere in Märkten wie Italien, Frankreich und Spanien das größte Potenzial besteht.

Die mit dem Votum Großbritanniens für einen Austritt aus der Europäischen Union verbundene Unsicherheit dürfte am ehesten den britischen Markt selbst betreffen. Für den westeuropäischen Markt insgesamt ist allenfalls eine geringe Belastung zu erwarten. In Japan ist nach der deutlichen Marktkorrektur des Vorjahres bestenfalls mit einer Stabilisierung der Nachfrage zu rechnen. Für die großen Schwellenländer bleiben die Aussichten gemischt. In Indien dürfte das Marktwachstum weiterhin solide ausfallen. In Russland dagegen wird die anhaltende Rezession aller Voraussicht nach für einen weiteren deutlichen Rückgang der Pkw-Verkäufe sorgen.


Weniger Nachfrage in den Kernmärkten?

Die Nachfrage nach mittelschweren und schweren Lkw dürfte in den bedeutsamen Regionen insgesamt erkennbar unter dem Vorjahresniveau liegen. In Nordamerika macht sich die schwächere gesamtwirtschaftliche Investitionstätigkeit auch auf dem Lkw-Markt deutlich bemerkbar. In den Gewichtsklassen 6 bis 8 ist aus heutiger Sicht ein Nachfragerückgang in der Größenordnung von 15% zu erwarten. Dagegen zeigte sich der europäische Markt von den politischen Turbulenzen und den Unsicherheiten der weltweiten Konjunkturentwicklung bislang weitgehend unbeeindruckt und dürfte seine Erholung im laufenden Jahr mit einem Anstieg in der Größenordnung von 10% fortsetzen. Daimler Trucks geht derzeit nicht davon aus, dass der geplante Austritt Großbritanniens aus der EU die europäische Lkw-Nachfrage im laufenden Jahr spürbar beeinträchtigen wird. Keine Aussicht auf eine Besserung ist auf dem brasilianischen Markt zu erkennen. Aufgrund der anhaltenden wirtschaftlichen Rezession muss von einem weiteren Marktrückgang in der Dimension von 25% ausgegangen werden.

Die Situation auf dem russischen Markt wird angespannt bleiben, sodass dort mit einem weiteren Rückgang der Nachfrage gerechnet werden muss. Die Nachfrage in China dürfte sich nach dem starken Marktrückgang des Vorjahres deutlich erholen. Relativ solide dürfte sich der japanische Markt für leichte, mittlere und schwere Lkw präsentieren. In einem eher schwachen konjunkturellen Umfeld sollte sich die Nachfrage in etwa auf dem Vorjahresniveau halten können. Der indonesische Lkw-Markt dürfte sich nochmals rückläufig entwickeln. Aus heutiger Sicht geht das Geschäftsfeld von einem Marktrückgang in der Größenordnung von 15% aus. In Indien ist im Segment der mittelschweren und schweren Lkw ein weiterer deutlicher Anstieg zu erwarten.

Für das Jahr 2016 rechnet Daimler nun in Westeuropa sowohl bei den mittelgroßen und großen Transportern als auch bei den kleinen Transportern mit einem deutlichen Marktwachstum. Auch für die USA wird nun ein deutliches Wachstum im Markt für große Transporter erwartet. In Lateinamerika wird dagegen im Markt für große Transporter von einem weiteren deutlichen Rückgang ausgegangen und in China mit einer Belebung der Nachfrage im adressierten Markt gerechnet. Bei den Bussen erwartet Daimler in Westeuropa ein Marktvolumen, das leicht über dem Niveau des Vorjahres liegt. Nach dem signifikanten Nachfragerückgang des Vorjahres in Brasilien rechnet die Bus-Sparte für das Jahr 2016 mit einem weiteren deutlichen Marktrückgang.


Ausblick Daimler

Daimler geht davon aus, dass der Konzernumsatz im Jahr 2016 leicht zunehmen wird. In regionaler Hinsicht erwartet das Unternehmen für Asien und Westeuropa die höchsten Zuwächse, aber auch in den anderen Regionen sollte das Geschäftsvolumen wachsen. Auf der Basis der erwarteten Marktentwicklung sowie der aktuellen Einschätzungen der Geschäftsfelder geht Daimler davon aus, das um Sonderfaktoren bereinigte EBIT im Jahr 2016 leicht zu steigern. Die einzelnen Geschäftsfelder haben für das Jahr 2016 folgende Erwartungen für das um Sonderfaktoren bereinigte EBIT:

  • Mercedes-Benz Cars: leicht über Vorjahresniveau,
  • Daimler Trucks: deutlich unter Vorjahresniveau,
  • Mercedes-Benz Vans: deutlich über Vorjahresniveau,
  • Daimler Buses: leicht über Vorjahresniveau und
  • Daimler Financial Services: leicht über Vorjahresniveau.

Die erwartete Ergebnisentwicklung in den Automobilgeschäftsfeldern wird sich auch im Jahr 2016 positiv im Free Cash Flow des Industriegeschäfts niederschlagen. Der Free Cash Flow des Jahres 2015 war durch die außerordentliche Dotierung deutscher und amerikanischer Pensionsvermögen in Höhe von 1,2 Mrd. € sowie durch den Erwerb der Beteiligung am digitalen Kartengeschäft HERE in Höhe von 0,7 Mrd. € in besonderem Maß beeinflusst. Da die Investitionsoffensive in Produkte und Technologien verstärkt fortgeführt wird, dürfte der um Sondereffekte bereinigte Free Cash Flow aus dem Industriegeschäft im Jahr 2016 deutlich unter dem vergleichbaren Vorjahreswert von 5,9 Mrd. € liegen. Daimler geht aber davon aus, dass er die Dividendenausschüttung im Jahr 2016 deutlich übertrifft.


Investitionen weiter erhöht

Um die anspruchsvollen Wachstumsziele zu erreichen, werden die bereits sehr hohen Investitionen in Sachanlagen (i. V. 5,1 Mrd. €) im Jahr 2016 nochmals deutlich erhöht. Über die Sachinvestitionen hinausgehend wird die Position in den Schwellenländern durch zielgerichtete Finanzinvestitionen in Gemeinschaftsunternehmen und Beteiligungen ausgebaut.

Auch bei den Forschungs- und Entwicklungsleistungen erwartet das Unternehmen Umfänge deutlich über dem Niveau des Vorjahres von 6,6 Mrd. €. Zu den wesentlichen Einzelprojekten bei Mercedes-Benz Cars gehören die Nachfolgemodelle der aktuellen Kompaktwagen-Klasse sowie der Geländewagen GLS und GLE. Außerdem investiert das Unternehmen in den automobilen Geschäftsfeldern in neue emissionsarme und sparsame Motoren, alternative Antriebssysteme, autonomes Fahren sowie in eine neue Batterie-Generation und in das Connected und Digital User Interface. Weitere Schwerpunkte liegen bei Daimler Trucks auf der Entwicklung maßgeschneiderter Produkte und Technologien für den brasilianischen Markt und für das FUSO Produktportfolio.

Vor dem Hintergrund weiterer Effizienzsteigerungen im Rahmen der mittel- und langfristig ausgerichteten Programme zur strukturellen Verbesserung der Geschäftsprozesse erwartet Daimler, dass die anspruchsvollen Wachstumsziele mit einem nur geringfügig wachsenden Personalbestand erreicht werden können.



Tipp der Redaktion:


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