DAX: 21.000 Punkte bald Realität?

CMC MarketsDie Weltmärkte könnten vor einer Zeitenwende stehen.
Die Zinsen sinken – der US-Dollar wertet ab – die Liquidität erhöht sich – und die Emerging Markets erleben einen Bullenmarkt.

Ist ein neues Rekordhoch im DAX ein realistisches Szenario für die Weltmärkte im Jahr 2023?

 

Bodenbildung bei Anleihen

Das erste Puzzlesteinchen ist bereits gelegt: Die zehnjährigen amerikanischen Staatsanleihen haben ein 123-Tief – also einen Boden – ausgebildet. Das Tief des Erholungsimpulses von Ende Oktober bei den zehnjährigen US-T-Notes von 108,83 USD bis 111,96 USD wurde Anfang November verteidigt – es kam nicht zu einem neuen Tief.

Vielmehr überschritt der Kurs das Impulshoch bei 111,96 USD und bildete damit im Tageschart ein 123-Tief, also eine Bodenbildungsformation aus. Charttechnisch ist oberhalb von 111,96 USD die Möglichkeit für sinkende Zinsen gesetzt, unterhalb dieses Kurses müsste eine Neubewertung der Situation vorgenommen werden.

Aus den Auszügen der Handelsbücher der Terminhändler, die von der US-Terminbörsenaufsicht CFTC veröffentlicht werden, lässt sich Ende November eine Rekord-Short-Position spekulativer Marktteilnehmer in zweijährigen amerikanischen Staatsanleihen feststellen.

Sollte es also zu einem Rückgang der kurzfristigen Zinsen, also zu einer Rally in den zweijährigen Staatsanleihen kommen, könnte dies einen Short-Squeeze auslösen.

Extremwerte in den auch “Committment of Traders” genannten Auszügen der Handelsbücher an US-Terminbörsen werden von Anlegern als mögliches antizyklisches Signal gewertet.

 

 

Die amerikanische Notenbank könnte im Frühjahr 2023 eine Pause einlegen, um die Wirkung der Medizin abzuwarten, die sie dem Markt verabreicht hat. Die EZB könnte zeitlich verzögert folgen.

Tatsächlich haben die zehnjährigen deutschen Staatsanleihen noch keinen Boden ausgebildet. Hierzu wäre ein Sprung über 141,88 EUR notwendig. Solange der Euro Bund darunter notiert ist nicht von einer Bodenbildung, sondern einem weiterhin intakten Abwärtstrend auszugehen.

Fazit: Mit der Bodenbildung bei amerikanischen T-Notes ist der erste Schritt in Richtung eines Signals wieder sinkender Zinsen gesetzt, wenngleich die EZB eine Wende wohl erst zeitlich verzögert und nach der amerikanischen Notenbank durchführen können wird.

 

 

EUR/USD mit Bodenbildung

EUR hat ein langjähriges Kursziel bei 1,0049 USD erreicht. Dieses Ziel errechnet sich durch die 61,8% Fibonacci-Extension eines 123-Tops, das sich im Jahr 2008 bis zum Jahr 2014 ausbildete.

Ausgangspunkt für die Trendwendeformation war ein Abwärtsimpuls von 1,60 auf 1,23 USD aus dem Jahr 2008. Das Hoch bei 1,60 USD wurde anschließend nie wieder unterschritten und im Dezember 2014 bildete sich ein tieferes Tief unter 1,23 USD aus.

Nun wurde das erste Fibonacci-Kursziel erreicht. Diese langfristigen Kursprojektionen können Ausgangspunkt sein für größere Trendveränderungen in Märkten, da Investoren ihre Positionen umschichten und EUR/USD-Leerverkäufer ihre Short-Positionen eindecken.

Tatsächlich lässt sich in EUR/USD im Wochenintervall ein 123-Tief entdecken, dessen Ausgangsimpuls von 0,95 bis 0,99 USD reichte. Das Impulsende wurde in der Woche zum 5. November überschritten. Damit entstand ein 123-Tief.

Charttechnisch ist also im Währungspaar EUR/USD ein Signal für einen möglicherweise schwächeren US-Dollar gesetzt, solange EUR/USD über 0,99 USD verharrt.

 

Die Liquidität erhöht sich

Insbesondere ausgelöst durch eine mehrmalige Lockerung der Kreditbedingungen in China inklusive der Senkung des dortigen Leitzinses sehen wir seit Anfang Oktober eine Verbesserung der weltweiten Liquidität.

Die weltweite Geldmenge sank Anfang Oktober kurzzeitig unter 96 Billionen USD und wuchs bis Ende November wieder auf 98,2 Billionen USD. Seit Frühjahr 2022 hat sich die weltweite Geldmenge dank der synchronen Straffung der Geldpolitik durch quasi alle weltweiten Zentralbanken von knapp unter 104 Billionen USD stark reduziert.

Eine Gegenbewegung in der Geldmenge könnte zu einem Wiedererstarken der Risikobereitschaft der Anleger führen.

Außerdem könnte dadurch die Verknappung von Vermögenswerten im US-Dollar nachlassen, wodurch der US-Dollar gegenüber anderen Weltwährungen an Wert verlieren könnte.

 

Quelle: Twitter @JC_Investment

Quelle: Twitter @JC_Investment

 

Die amerikanische Notenbank könnte bei einer Verschlechterung der Rahmenbedingungen bei Krediten, vor allem im Bereich der Junk-Bonds, im späteren Verlauf des Jahres 2023 eine erste Leitzinssenkung durchführen. Bis dies geschieht, könnte eine gute Zeit für Aktien anbrechen.

Wenn die Fed dann aber tatsächlich die Zinsen senkt, könnte dies als Eingeständnis interpretiert werden, dass die Gefahr einer Finanzkrise gewachsen ist. Dies könnte eine Rally in Aktien – zusammen mit der Angst um neue deflationäre Gefahren – wieder empfindlich einbrechen lassen.

Die kommenden drei bis sechs Monate stellen also möglicherweise eine “Goldlöckchen-Zeit” für die weltweiten Aktienmärkte dar.

 

 

Emerging Markets reagieren positiv

In einer Phase des Wirtschaftswachstums (außerhalb einer Rezession) können sinkende Zinsen und ein sinkender US-Dollar darauf hinweisen, dass Kapital umgeschichtet wird vom Kern des Währungsraums (Industrieländer) in die wachstumsstarken Schwellenländer.

Am 29. November 2022 steigt der indische Leitindex Nifty 50 auf ein neues Rekordhoch. Andere Aktienindizes in den Schwellenländern könnten folgen.

Später könnten auch westliche Aktienindizes neue historische Rekorde erklimmen – DAX, S&P 500 und Nikkei 225 Index eingeschlossen.

 

DAX: erst 16.623, dann 21.974 Punkte?

Der Germany 40 hat am 3. Oktober und damit perfekt zum jahreszeitlichen Muster ein Tief bei 11.811 Punkten ausgebildet. Im Schnitt der letzten 15 Jahre liegt das saisonale Tief im Germany 40 am 3. Oktober – so auch dieses Jahr. Das saisonale Tief war Ausgangspunkt für eine Rally um 864 Punkte.

Die auf diese Rally folgende Konsolidierung brachte kein neues Tief mehr, das unter dem Tief vom 3. Oktober lag. Vielmehr stieg der Kurs am 18. Oktober auf ein neues Hoch und vervollständigte damit eine Bodenbildung. Seither ist der Index um über 23% gestiegen.

Übergeordnet steht der Wiederanstieg über 13316 Punkte für eine Reaktivierung eines Trendfortsetzungsmusters aus dem Jahr 2020, dessen erste Fibonacci-Extension bei 16623 Punkten liegt.

Ein Monatsschlusskurs über 16623 Punkte könnte das nächste Extensionsziel bei 18667 Punkten aktivieren, danach bei 21.974 Punkten.

Ein Monatsschluss unter 13.316 Punkten sollte vermieden werden. Dies wäre als Hinterfragen der Rally-Bereitschaft des Index zu verstehen.

 

DAX Chart; Quelle: CMC Markets

DAX Chart; Quelle: CMC Markets

 

Charttechnik im US SPX 500

Der US SPX 500 hat von Februar 2020 bis Januar 2022 ein so genanntes Broadening Wedge ausgebildet. Ein Monatsschlusskurs oberhalb des im Januar 2022 ausgebildeten Allzeithochs würde charttechnisch ein Kursziel aus diesem Broadening Wedge aktivieren, das bei sage und schreibe 7.428 Punkten liegen würde.

Dort liegt außerdem die 261,8% Fibonacci-Extension aus einer Trendfortsetzungsformation, die der Index im Jahr 2020 ausgebildet hat und die durch die Korrektur seit Jahresbeginn bestätigt wurde.

 

 

Sollte es jedoch zu keinem Schlusskurs oberhalb des Allzeithochs bei 4.817 Punkten kommen, könnte früher oder später das Tief von Oktober 2022 per Monatsschluss unterschritten werden.

Dies könnte ein alternatives, aus dem Broadening Wedge ableitbares mögliches Kursziel aktivieren. Dieses liegt bei knapp unter 1.000 Punkten im Index.

Bereits ein Monatsschluss unter 3.558 Punkten könnte Fragezeichen setzen hinter die Fähigkeit des Index, seine Rally wieder nach oben aufzunehmen.

Die Unruhe und Volatilität könnte in einem solchen Szenario deutlich zunehmen.

 

S&P500 Chart; Quelle: CMC Markets

S&P500 Chart; Quelle: CMC Markets

 

Fazit

Wir stehen möglicherweise am Aktienmarkt vor einer starken Phase, in der es zunächst in den Indizes der Emerging Markets, anschließend auch in den Aktienindizes der Industrieländer zu einer Fortsetzung der Rally kommen könnte.

Diese Rally fußt vor allem auf der Tatsache, dass die vom amerikanischen Anleihemarkt bereits seit Wochen durch eine Invertierung der Zinskurve signalisierte Rezession in den tatsächlich aktuell gemeldeten Daten noch nicht sichtbar ist.

Bis es soweit ist könnte eine starke Phase für die Börsen anbrechen.

Dabei gilt es jedoch, sich optimalerweise an den aufgezeigten charttechnischen Marken zu orientieren und die Validität dieser These damit abzugleichen.

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