DAX-Analyse: Mit der Rally steigen die Risiken

Ayondo Markets:

Nahezu täglich verbesserten zuletzt die amerikanischen Indizes ihre Bestmarken. Auch MDAX, TecDAX und SDAX sind inzwischen in neue Kursdimensionen vorgestoßen. Nur der DAX kommt eher langsam in Fahrt und schaute am Mittwoch erstmals seit April 2015 wieder über die 12.000er-Marke. Sollten Anleger jetzt noch einsteigen?
 

In diesem Jahr wird der DAX 29 Jahre alt – nicht gerade rekordverdächtig im internationalen Vergleich. Dennoch ist das deutsche Auswahlbarometer bei Investoren seit Jahren beliebt. In dieser Woche nahm auch die Aufwärtsdynamik wieder zu. Dem international vergleichbaren DAX Kursindex, bei dem der Indexstand nur auf Basis der Aktienkurse ermittelt wird, fehlen noch knapp neun Prozent bis zur Rekordmarke bei rund 6339 Punkten. Hingegen muss der Performance-Index nur noch um gut drei Prozent bis zum Höchststand vom 10. April 2015 bei 12.390,75 Punkten zulegen.
 

Bullen fühlen sich wohl

Damit ist auch klar: Eine richtig gute Börsenwoche würde bereits reichen, um auch den DAX auf frische Bestmarken zu führen. Die Voraussetzungen dafür sind durchaus gegeben. Auf beiden Seiten des Atlantiks fällt die Berichtssaison der Unternehmen bisher solide aus. Auch die jüngsten Konjunkturdaten untermauen die These eines soliden weltweiten Aufschwungs. Dennoch bleibt die Geldpolitik der meisten Notenbanken sehr locker. Selbst Zinserhöhungen der amerikanischen Fed werden nicht mehr negativ gesehen, sondern als Beleg für eine gute Konjunktur.
 

Geht die Wette der Investoren auf?

Nüchtern betrachtet bleibt aber festzuhalten, dass vor allem die in Aussicht gestellten massiven Infrastrukturprogramme, Deregulierungsmaßnahmen und Steuererleichterungen der neuen US-Regierung den Märkten wesentlich Auftrieb gegeben haben. Bisher müssen Anleger allerdings noch auf Fakten warten und setzen nur auf die vollmundigen Versprechungen von Donald Trump. Damit ist zugleich auch das Enttäuschungspotenzial kräftig gestiegen. Sollte die neue US-Regierung endlich Details liefern und die hohen Erwartungen verfehlen, dürften viele Investoren schnell die Reißleine ziehen.
 

Eine gesunde Atempause wäre auch durchaus angebracht. Auf Basis der Gewinnschätzungen für die kommenden zwölf Monate wird der DAX mit einem KGV von 13,3 gehandelt. Damit ist der Index im internationalen Vergleich zwar günstig. Dennoch liegt der aktuelle Faktor bereits über dem 10-Jahres-Durchschnitt von 11,5. Ähnlich deutlich mit rund 14 Prozent fällt auch der Aufschlag beim Kurs-Buchwert-Verhältnis aus. Selbst die Dividendenrendite von 2,9 Prozent liegt klar unter dem langfristigen Durchschnitt von 3,6 Prozent.
 

Am Gipfel wird die Luft dünn

Anleger die jetzt noch einsteigen, gehen somit erhöhte Risiken ein. Technisch gesehen fällt das Fazit ähnlich aus. Mittel und langfristig gesehen lässt der intakte Aufwärtstrend grundsätzlich weiter steigende Kurse erwarten. Allerdings entfernte sich der DAX zuletzt mit rund zwölf Prozent bereits recht weit von seiner viel beachteten 200-Tage-Linie nach oben. In der Vergangenheit kam es ab einem ähnlichen Niveau mehrfach zu einer Konsolidierung. Nur in seltenen Übertreibungsphasen wie Anfang 2015 stieg die Differenz kurzzeitig auf mehr als 20 Prozent. Zudem steht der Markt an der Obergrenze eines Aufwärtskanals und könnte von der Trendlinie ähnlich wie zuletzt Ende Januar wieder nach unten abprallen (Ellipse im Chart).
 

Auch mit Blick auf die überhitzten US-Börsen läuft dem DAX somit langsam die Zeit davon, zumal der deutsche Leitindex inzwischen auch das von Analysten zum Jahreswechsel ausgegebene Kursziel für 2017 erreicht hat. Sollte die 12.000er-Marke in den kommenden Tagen dennoch nachhaltig fallen, dürften viele unterinvestierte Anleger in den Markt gezwungen werden und für einen letzten Aufwärtsschub bis in die Rekordregion sorgen. Darüber wird es dann aber sehr schwer für die Bullen. Scheitert hingegen der Sprung über die runde Schwelle, bieten einige Unterstützungen bei 11.400/11.500 Punkten attraktive Nachkaufgelegenheiten. Bleibt allerdings an der 11.400 eine Gegenbewegung aus, drohen deutlichere Verluste bis an das Ausbruchsniveau bei 10.800.
 

von Feingold Research

 

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