DAX-Erholung stockt – Henkel erwartet negativen Effekt durch Ukraine-Krise

  • DAX-Erholung stockt
  • Henkel erwartet negativen Effekt durch Ukraine-Krise
  • ZEW-Index bricht ein
  • Russischer Hilfskonvoi auf dem Weg in die Ukraine

CMC Markets: Nach seinem Rebound von dem am Freitag erreichten Tief von 9.003 Punkten, hat der DAX inzwischen ein gutes Stück zurückgelegt. Gestern konnte der DAX mithilfe guter Vorgaben aus den USA und Asien und Ausbleiben wichtiger Wirtschaftsdaten knapp 1,9 Prozent* zulegen. Auch gestern legten die US-Leitindizes zu, allerdings mit schwächerer Dynamik. Der Dow Jones rückte 0,1 Prozent* vor, während der S&P 500 0,3 Prozent* gutmachen konnte. Die Technologiebörse Nasdaq stieg sogar um 0,7 Prozent*.

Das Chartbild des DAX bietet durch die Bildung eines bullischen Piercing Pattern vom am Freitag erreichten Tief die Möglichkeit einer weiteren Erholung. Da auch die kurzfristige Abwärtstrendlinie von Anfang August nach oben durchbrochen wurde, könnten die Bullen zu einem Test des potenziellen Widerstandes bei 9.260 Punkten ansetzen. Um die akute Gefahr eines erneuten Rücksetzers in die Region unter 9.000 Punkten zu mindern, ist allerdings eine Wiedereroberung der 9.400-Punkte-Marke nötig.

Auch wenn die Krisenherde weiterhin die Stimmung an den Börsen wesentlich beeinflussen, haben heute wieder Konjunkturdaten zusätzliche Impulse geliefert. So zeigte das ZEW-Stimmungsbarometer der deutschen Investoren im August den achten Rückgang in Folge und fiel damit schwächer aus als von Analysten erwartet. Der Index der Konjunkturerwartungen der nächsten sechs Monate fiel auf 8,6 Punkte nach 27,1 im Juli. Volkswirte hatten im Vorfeld 18 Zähler*** erwartet. Der ZEW-Index der Konjunkturerwartungen für die Eurozone fiel im August ebenfalls deutlich zurück auf 23,7 Zähler nach 48,1 im Vormonat.

Der Rückgang des ZEW-Index reiht sich ein in die Serie schwächelnder Wirtschaftsdaten aus Deutschland. So enttäuschten zuletzt unter anderem auch Zahlen zur Industrieproduktion und zu Industrieaufträgen. Vor den am Donnerstag erwarteten Wachstumszahlen des zweiten Quartals für Frankreich, Deutschland und der Eurozone sind das dämpfende Signale. Der Fokus der europäischen Anleger dürfte daher am Donnerstag auf den Wachstumszahlen des zweiten Quartals, die für Deutschland, Frankreich und die Eurozone erwartet werden. Allerdings ist der ZEW-Indikator häufig sehr volatil und die Wirtschaft in Deutschland nach wie vor robust. Sollte sich die Lage in den geopolitischen Konfliktherden bessern dürfte sich auch die Stimmung unter den Investoren verbessern.

Der schwache Konjunkturausblick für Europa lastete heute auf dem EUR, der sich gegen den USD auf aktuell knapp 1,3345 US-Dollar verbilligt. Aufgrund der schwachen Inflation und Konjunkturerholung im Euroraum erwartet der Markt noch lange niedrige Zinsen im Euroraum und sieht auch das Potenzial zusätzlicher Stimuli, während die Spekulationen für den US-Dollar-Raum sich eher um eine frühere als bisher erwartete Zinserhöhung drehen. Die potenzielle Zinsdifferenz macht für einige Anleger den USD gegenüber dem EUR attraktiver.

Derweil ist Medienberichten zufolge ein russischer Hilfskonvoi auf dem Weg in die Ukraine, der nach russischen Angaben mit der Ukraine abgestimmt sei. Der französische Außenminister Laurent Fabius sieht hier allerdings die Möglichkeit einer getarnten Invasion und erklärte, dass der Hilfskonvoi nur nach Genehmigung des Roten Kreuzes möglich sei.

Mit Henkel legte heute wieder ein DAX-Konzern seine Zahlen vor. Der Konsumgüterkonzern, der stark in Osteuropa engagiert ist, verzeichnete im zweiten Quartal einen Umsatzrückgang, konnte den Gewinn aber dennoch steigern. Laut Henkel-Chef Kasper Rorsted machte der starke Euro zu schaffen – bereinigt um Währungseffekte wäre der Umsatz um 3,3 Prozent gestiegen. Aufgrund des sich zuspitzenden Konfliktes in der Ukraine erwartet Rorsted negative Einflüsse auf das Marktumfeld, bekräftigte aber die Jahresprognose. Nach eigenen Angaben stellt Russland den viertgrößten Markt für Henkel dar. Die Aktie verliert heute über 4 Prozent*.

Sowohl der Dow Jones als auch der S&P 500 handelt aktuell vorbörslich über den gestrigen und deutet damit eine freundliche Eröffnung an.

  • * Gegenüber dem Vortagesschlusskurs
  • ** Gegenüber der Vorperiode
  • *** Bei Prognosen handelt es sich um Zahlen, die vom Nachrichtenprovider Dow Jones International Ltd. zur Verfügung gestellt werden

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