DAX fällt zurück – Deutschland entgeht Rezession – EU-Inflation stagniert

  • DAX fällt zurück
  • Deutschland entgeht Rezession
  • Frankreich wächst etwas stärker als erwartet
  • Italien wieder in Rezession
  • EU-Inflation stagniert


CMC Markets: Zahlen zum Wirtschaftswachstum sowie Inflationsrate im Euroraum rissen die Anleger im DAX hin und her: Der Abwendung einer Rezession in Deutschland und ein etwas stärker als erwartetes Wachstum in Frankreich und der EU stand heute die anhaltend niedrige Inflation im Euroraum und der schwache Konjunkturausblick entgegen. Nach anfänglichen Gewinnen, drehte der DAX allerdings ins Minus*.

Aus charttechnischer Sicht brach der DAX gestern unter die 38,2%-Fib-Fächerlinie aus dem Jahrestief, stieß allerdings innerhalb der potenziellen Unterstützungszone zwischen 9.120 und 9.200 Punkten auf Nachfrage. Sollte die Rückeroberung des 61,8%-Fibonacci-Retracements bei 9.303 Punkten nicht gelingen, ist ein weiterer Kursverfall bis zur 50%-Fib-Fächerlinie nicht unwahrscheinlich.

Im dritten Quartal ist die deutsche Wirtschaft gegenüber dem Vorquartal um 0,1 Prozent gewachsen, was den Prognosen der Volkwirte entsprach. Im Vorquartal war noch ein Rückgang um 0,1 Prozent vermeldet worden. Damit zeigt Deutschland eine Konjunkturdelle statt einer befürchteten Rezession. Das Bruttoinlandsprodukt in Frankreich überraschte positiv mit einem Quartalswachstum von 0,3 Prozent, statt der erwarteten 0,2 Prozent. Die italienische Wirtschaft rutschte mit einem Rückgang der Wirtschaftsleistung im dritten Quartal um 0,1 Prozent nach -0,2 Prozent im Vorquartal erneut in die Rezession. Volkswirte hatten aber bereits im Vorfeld mit dieser Malaise gerechnet. Alles in allem halfen die heutigen Zahlen damit, den DAX zu stabilisieren, auch wenn die Wachstumsaussichten für den Euroraum gedämpft bleiben.

Im dritten Quartal stieg das griechische BIP im Vergleich zum Vorquartal um 0,7 Prozent. Damit könnte 2014 zum ersten Mal nach 6 Rezessionsjahren die griechische Wirtschaft wieder wachsen. Für dieses Jahr prognostiziert die EU-Kommission ein Wachstum um 0,4 Prozent, für 2015 ein Wachstum von 3 Prozent.

Nach dem europäischen Zahlenreigen ist die Fahnenstange der Impulse heute noch nicht erreicht. Am Nachmittag wird noch eine ganze Palette an Wirtschaftsdaten aus den USA erwartet. So unter anderem die vorläufigen Zahlen zu den Einzelhandelsumsätzen im Oktober und Lagerbeständen, als auch der Uni Michigan US-Konsumentenstimmung.

Angesichts der Tatsache, dass die US-Aktien-Märkte aktuell etwas überkauft erscheinen, dürfte einem guten Datensatz heute eine wichtige Bedeutung zukommen. Analysten erwarten bei den Einzelhandelsumsätzen im Oktober ein Wachstum um 0,2 Prozent*** nach dem 0,3-prozentigem Rückgang im Vormonat. Die Verbraucherstimmung könnte im November weiter zugelegt haben. Nach einem Wert von 86,4 Zählern im Oktober könnte dieses Stimmungsbarometer auf 87,5 Zähler*** angestiegen sein und damit auf gute Weihnachtsgeschäfte hoffen lassen.

Während an den europäischen Börsen nach einer Richtung gesucht wird, scheint der USD/JPY und Nikkei 225 nur eine Richtung zu kennen. Die Aussicht auf eine Verschiebung der ursprünglich für den nächsten Oktober angesetzten Mehrwertsteuer-Erhöhung in Japan und zusätzliche Konjunkturstimuli durch die japanische Regierung, lässt den JPY immer neue 7-Jahres-Tiefs gegen den USD erreichen. Nicht nur der schwache JPY hilft dem japanischen Aktienindex entsprechend ebenfalls zu neuen 7-Jahres-Hochs. Auch die Hoffnung auf ein Comeback der drittgrößten Volkswirtschaft der Welt, bevor am Montag die Bruttoinlandsprodukt-Zahlen des dritten Quartals veröffentlicht werden, stützen die dortigen Börsen.

Das EUR/USD-Paar zeigte sich von den heutigen EU-Konjunkturdaten wenig beeindruckt und pendelt um das 78,6%-Fib-Retracement zwischen dem 2012-Tief und dem 2014-Hoch bei 1,2450 USD. Gegenwärtig bewegt sich der Kurs des Währungspaares nach unten aus einem Dreieck aus dem Jahrestief und dem Hoch vom 10.11. heraus. Während ein nachhaltiger Ausbruch nach oben zu einem erneuten Test der 1,25-USD-Marke führen könnte, könnte ein bärischer Ausbruch zu einem Test der 1,2410 und darunter der 1,2370-USD-Marke führen.

Vor Eröffnung des Präsenzhandels werden der Dow Jones und S&P 500 aktuell jeweils mit Abschlägen gegenüber den gestrigen Schlusskursen gehandelt.

* Gegenüber dem Vortagesschlusskurs
** Gegenüber der Vorperiode
*** Bei Prognosen handelt es sich um Zahlen, die vom Nachrichtenprovider Dow Jones International Ltd. zur Verfügung gestellt werden

Disclaimer

CFDs sind komplexe Instrumente und gehen wegen der Hebelwirkung mit dem hohen Risiko einher, schnell Geld zu verlieren. 78% der Kleinanlegerkonten verlieren Geld beim CFD-Handel mit diesem Anbieter. Sie sollten überlegen, ob Sie verstehen, wie CFDs funktionieren, und ob Sie es sich leisten können, das hohe Risiko einzugehen, Ihr Geld zu verlieren. Anlageerfolge in der Vergangenheit garantieren keine Erfolge in der Zukunft.

Weitere News Beiträge Weitere News Beiträge