DAX gefangen zwischen Fed und China

Bernstein Bank: Die Hoffnung auf eine Lockerung der US-Geldpolitik zieht die Kurse nach oben. Doch der schwelende Zollstreit zwischen Peking und Washington bremst die Kauflaune. Der DAX hält sich moderat im Plus. Klar ist nur, dass die Volatilität in nächster Zeit nicht abnehmen dürfte.

Leichte Gewinne in Frankfurt
Geduldsprobe für alle, die online Aktien handeln: Es geht nicht recht voran. Der DAX notierte bis zum Mittag 0,2 Prozent im Plus bei 12.118 Zählern. Gestern hatte der deutsche Börsenindikator gut 1 Prozent zugelegt. Tags zuvor war der deutsche Leitindex unter 12.000 Zähler abgesackt. Gute Zeiten also für alle Trader, die CFD handeln: Die Unentschlossenheit im Markt könnte Engagements in VIX und VDAX interessant machen.

 

Will die Fed weiter lockern?
Ein kleines Hausse-Signal wollten viele Broker in der jüngsten Wortmeldung der Federal Reserve sehen. Laut dem gestern Abend veröffentlichten Protokoll der Zinssitzung vom 17. und 18. September sahen einige Mitglieder der US-Notenbank zuletzt wachsende Gefahren für die künftige Wirtschaftsentwicklung in den USA. So seien die Risiken für den wirtschaftlichen Ausblick nach Einschätzung der Mitglieder im geldpolitischen Ausschuss seit der Sitzung im Juli etwas gestiegen.

Gründe seien vor allem Handelskonflikte und die schwächelnde Weltwirtschaft. Auf der Sitzung im September hatte die Fed den Leitzins um 0,25 Prozentpunkte auf eine Spanne von 1,75 bis 2,00 Prozent gesenkt.

Dies war die zweite Zinssenkung in Folge.

 


 

Long: Entgegenkommen beider Seiten
In Sachen Zollstreit mussten die Anleger widersprüchliche Berichte verarbeiten – ab heute laufen die Verhandlungen in Washington weiter. Gestern meldete die „Financial Times“, China biete an, mehr amerikanische Agrarprodukte zu kaufen. Künftig sollen es pro Jahr 30 Millionen Tonnen Sojabohnen aus den USA sein – zehn Millionen mehr als bisher. Weiter hatte Bloomberg berichtet, dass die USA die für nächste Woche geplante Zollanhebung verschieben könnten. Im Gegenzug erwarte Washington einen Währungspakt.

Damit geriet der Yuan in den Fokus der Trader.

Außerdem hatte die „New York Times“ berichtet, dass die Trump-Administration wieder Lizenzen für einige US-Firmen vergeben will, die Huawei beliefern.

Was eine Lockerung der Sanktionen gegen den Konzern bedeuten würde.

Und die US-Börse erfreuen dürfte.

 

Short: Enttäuschte Hoffnung
Gerade hat jedoch die offiziöse „South China Morning Post“ gemeldet, dass die Verhandlungen unter der Führung von Chinas Vizepremier Liu He nun nur einen Tag dauern sollten und nicht wie zuletzt geplant zwei Tage bis Freitag. Der Grund für den Stillstand sei die Weigerung Pekings über das Thema unerlaubter Technologie-Transfer zu sprechen.

Danach sorgte das Weiße Haus für Beruhigung: Wie CNBC berichtete gebe es demnach keine Informationen über eine Änderung der Pläne von He. Später jedoch legte der Fernsehsender nach und berichtete unter Berufung auf eine ungenannte Quelle, alles sei im Fluss: Vielleicht werde Liu He doch früher als geplant abreisen.

 

Asien und New York im Plus
Vor diesem Hin und Her schloss der Nikkei am Donnerstag 0,4 Prozent höher bei 21.552 Punkten. Der chinesische CSI-300 zog sogar um 0,8 Prozent an auf 3.875 Stellen. Am Abend zuvor hatte die Wall Street Kursgewinne verbucht. Der Dow Jones legte 0,7 Prozent zu auf 26.346 Punkte.

Der S&P 500 kletterte um 0,9 Prozent auf 2.919 Zähler.

Und an der Nasdaq gewann der Composite rund 1 Prozent auf 7.903 Punkte.

 


 

Türkische Börse und Lira im Fadenkreuz
Auch andernorts bewegt die Politik die Kurse. Nach dem Einmarsch der Türkei im Norden Syriens sollten Anleger den türkischen Leitindex ISE 100 und die türkische Lira im Blick behalten.

Möglich sind nun Sanktionen der USA.

Die Türkei will an ihrer Südgrenze eine „Sicherheitszone“ errichten und dort bis zu zwei Millionen syrische Flüchtlinge ansiedeln.

 

Das bringt der Tag
Das dominierende Thema bleibt der Zollstreit zwischen China und den USA – behalten Sie unbedingt Ihre Handelsplattform offen und die Realtimekurse im Blick. Falls sich bestätigt, dass beide Seiten sich im Grunde nichts zu sagen haben, dürfte die Wall Street abtauchen. Denn falls es keine Fortschritte gibt, dürfte Washington ab kommenden Dienstag den Zoll auf chinesische Importe in Höhe von insgesamt 250 Milliarden Dollar von 25 Prozent auf 30 Prozent anheben.

Kommt es aber zu einer Einigung, ziehen die Kurse an.

Ansonsten wird um 13.30 Uhr das Sitzungsprotokoll der Europäischen Zentralbank veröffentlicht, was EURUSD in den Fokus rückt.
Um 14.30 Uhr werden die US-Verbraucherpreise für September gemeldet, zusammen mit den Realeinkommen.

Spannend für Aktien, Anleihen und Devisen wird es um 14.30 Uhr, wenn die wöchentlichen US-Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe einlaufen.

Zudem veröffentlicht die OPEC ihren Monatsbericht.

 


 

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