DAX30-Index – Kommt jetzt die Kaufpanik?

ETX Capital: Der DAX30-Index könnte sich nach der fulminanten Kursrallye der letzten Handelstage in einer Art luftleerem Raum befinden. Was könnte damit gemeint sein? Denn aus charttechnischer Sicht schreit der DAX30-Chart eher nach einer Korrektur oder zumindest einer Konsolidierung. Der Begriff luftleerer Raum steht hier bildlich für die momentane Sentimentsituation im DAX30-Index.
 

Nach der 1000-Punkte-Rallye, in nicht mal zwei Monaten, könnte auch der letzte Shortie vorerst vor der Übermacht der Notenbanken kapituliert haben. Auf der anderen Seite könnten diejenigen, die in den letzten Wochen mutig waren und Longpositionen aufgebaut haben, kurz vor Jahreswechsel und vor dem Allzeithoch im DAX30-Index ihre Positionen großzügig laufen lassen und keine Gewinnmitnahmen durchführen.
 

Gewinnmitnahmen führen in der Regel zu einer gesunden Korrektur und infolge zu einer Trendbestätigung. Die saisonale „Anomalie“ könnte also dazu führen, dass diejenigen, die vor Jahresende kaufen wollen oder müssen, keine guten Gelegenheiten mehr bekommen könnten oder zumindest die Angst haben, dass ihnen der Markt weglaufen könnte. Aus Sicht eines solchen Marktteilnehmers könnte bei einem Überschreiten der Allzeithochs die Alarmglocke schrill läuten und Kaufpanik könnte die Folge sein.
 

Auch der VDAX signalisiert weiterhin eine abnehmende Nervosität unter den Eurex-Händlern. Das könnte Aktionären und Investoren eine gewisse Ruhe vermitteln. Der DAX30-Index könnte also nun, nachdem die Shorties rausgeschüttelt wurden, von weiteren saisonalen Effekten getrieben werden.
 

Der Verfall des DAX30-Future-Kontrakts im Dezember könnte noch mal kurzfristige Volatilität mit sich bringen. Aus charttechnischer Sicht wäre ein Rücksetzer in den Bereich um 9600 Punkte bis 9500 Punkten eine gesunde Korrektur. Erst bei einem Kursausbruch unter die 9500-Punkte-Marke würde das positive Chartbild des DAX30-Index negiert werden.
 

Von Oliver Bossmann

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