Der DAX braucht mehr Kraft

Bernstein Bank: So wird das nichts mit der Erholung: Der deutsche Leitindex ist stark in den Freitag gestartet. Zuletzt bröckelten die Kurse aber wieder. Am Nachmittag stehen wichtige Entscheidungen in den USA an.

Frankfurt läuft seitwärts
Der DAX hat zuletzt unverändert bei 13.158 Zählern notiert. Vorbörslich waren es noch rund 100 Punkte mehr. Der Index sollte sich besser berappeln, denn er ist mit seinem gestrigen Verlust in das Terrain unter der 50-Tage-Linie eingebrochen. Die US-Futures auf Dow und S&P 500 verloren 0,4 und 0,2 Prozent. Nach wie vor belasteten News aus China die Börse.

Corona breitet sich aus
Das Corona-Virus verbreitet sich rasch weiter, die Infektionsrate ist nun höher als bei SARS im Jahr 2002/2003. So meldete Peking inzwischen 213 Tote, die Zahl der bestätigten Fälle in der Volksrepublik ist auf rund 9.700 geklettert. Italien meldete den ersten Fall.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) stufte den Ausbruch inzwischen als eine „gesundheitliche Notlage von internationaler Tragweite“ ein. Seltsamerweise betonte die WHO, dass keine Reise- und Handelsbeschränkungen nötig seien.

 


 

Asien uneinheitlich
Der Nikkei schloss 1 Prozent fester bei 23.205 Zählern, die Bilanz für die Woche liegt bei minus 2,6 Prozent; die Rendite im gesamten Januar beträgt minus 1,9 Prozent. Der Hang Seng in Hongkong ging am Freitag 0,5 Prozent schwächer bei 26.313 Zählern aus dem Handel. Das Geschäft an den chinesischen Festlandsbörsen ruhte weiter.

Gemischte Konjunkturdaten aus China spielten an den Börsen kaum eine Rolle. So hat sich die Stimmung der Einkaufsmanager in Chinas großen und staatlichen Industriebetrieben im Januar wie erwartet etwas eingetrübt. Dagegen legte der Einkaufsmanagerindex für den Dienstleistungssektor etwas zu.

Signal in Phase 1
Derweil lockern die USA offenbar ihre harte Haltung gegenüber Huawei – vielleicht ein Zeichen der Entspannung in Richtung Peking. So meldete das „Wall Street Journal“, dass das Commerce Department lang erwartete Pläne über die verschärfte Kontrolle amerikanischer Exporte an Huawei aufgegeben hat.

Auch das Defense Department habe sich gegen eine Verschärfung der Ausfuhrkontrolle gestellt. Den ursprünglichen Plänen zufolge sollten Komponenten-Lieferungen von US-Firmen untersagt werden, wenn sie 10 Prozent an US-Technologie enthalten.

New York dreht nach oben
An den US-Börsen wagten die Bullen gestern einen späten Erholungsversuch. Börsianer kramten als Argument dafür die oben genannte Wortmeldung der WHO hervor. Nachdem die Indizes den Tag über meist in der Verlustzone verharrt hatten, gingen sie letztlich mit Gewinnen aus dem Donnerstag. So schloss der Dow Jones Industrial mit einem Plus von 0,4 Prozent bei 28.859 Zählern.

Der Dow hatte am Donnerstag lehrbuchmäßig an der 50-Tage-Linie wieder nach oben gedreht. Manchmal reichen wirklich die Basics der Chartanalyse für das Trading. Der S&P 500 kletterte zum Schluss um 0,3 Prozent auf 3.284 Stellen. Und der Nasdaq 100 gewann 0,4 Prozent auf 9.136 Punkte. Für Furore sorgte die Aktie von Amazon mit einem Kurssprung infolge starker Quartalszahlen.

Mögliche Entscheidung im Impeachment
Das Impeachment-Verfahren könnte heute beendet werden. Was die Wall Street mit einem kleinen Applaus hofieren dürfte. Denn mit Lamar Alexander aus Tennessee will nun ein wichtiger republikanischer Senator doch nicht mit den Dems für die Vorladung neuer Zeugen stimmen. Diese haben damit wohl keine Mehrheit für Vorladungen mehr. Und nicht nur das: Nun rückt auch ein Freispruch von Donald Trump näher – für den ist nur eine einfache Mehrheit nötig. Für eine Verurteilung müssten zwei Drittel der Senatoren stimmen. Warten wir es ab.

Überraschung bei Sterling
Das britische Pfund legte gestern einen kleinen Freudensprung hin – die Bank of England hat den Leitzins bei 0,75 Prozent belassen. Eine knappe Mehrheit der Anleger hatte eine Zinssenkung erwartet. Zuletzt notierte Cable bei 1,1894 Euro.

Die BOE senkte ihren Ausblick für das Wirtschaftswachstum: 0,8 Prozent sollen es 2020 sein und 1,4 Prozent in 2021. Im November hatte die Prognose noch bei 1,2, respektive 1,8 Prozent gelegen. Der Markt geht nun weitgehend von einem Zinsschritt spätestens im August aus. Ansonsten: Farewell – um Mitternacht deutscher Zeit endet die Mitgliedschaft Großbritanniens in der Europäischen Union.

 


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