Der DAX schleppt sich seitwärts – Skepsis in Asien

Bernstein Bank: Am Tag danach verarzten die Bullen ihre Wunden. EZB-Chef Mario Draghi hatte nicht wie erhofft geliefert. Nach dem Absturz versucht der DAX die Stabilisierung. Doch die Zinsfantasie ist erst einmal aus dem Markt.

Der DAX muss kämpfen
Die Börse wollte ganz schnell mehr billiges Geld. Doch Europas Währungshüter verweigerten sich. Sie teilten mit, dass die Zinsen wohl mindestens über die erste Hälfte des Jahres 2020 auf ihrem aktuellen Niveau oder „darunter“ bleiben werden. Auf der gestrigen Sitzung beließ die EZB den Leitzins vorerst bei Null, auch der Einlagensatz für Banken bleibt bei minus 0,4 Prozent unverändert.

Bald dämmerte es den Investoren, dass sie mindestens bis zur nächsten Zinssitzung in sechs Wochen auf die große Geldflut warten müssen. Ergo tauchte der DAX ab.

Da sich auch die Anleger in New York ins Seitenaus flüchteten, blieben nur wenige Kaufargumente. Zuletzt pendelte der deutsche Leitindex mit 0,2 Prozent im Plus knapp unter 12.400 Zählern. Angesichts der Trippelschritte bleibt einmal mehr die Empfehlung, CFD bei Deutschlands besten CFD Brokern zu handeln – der Hebel bringt auch im Seitwärtsmarkt Gewinne. Wer jedoch im Online-Aktienhandel engagiert ist, dürfte diesen Freitag angesichts der fehlenden großen Termine eher abhaken. Was bei der anhaltenden Hitze ja auch nicht schlecht ist.

 


 

Skepsis in Asien
Asien zeigte sich am Morgen ebenfalls unentschlossen. Zumal auch auf dem US-Parkett die Sorge kursierte, dass die Federal Reserve auf ihrer Sitzung in der kommenden Woche hinter den Erwartungen zurückbleiben könnte. Dazu gesellten sich an diesem Freitag Meldungen über eine drohende Verschärfung des japanisch-südkoreanischen Handelskonfliktes. Der Disput über die Entschädigung koreanischer Zwangsarbeiter während Japans Kolonialherrschaft zwischen 1910 und 1945 schwelt weiter.

Angesichts dieser Gemengelage setzte der Nikkei in Tokio um 0,5 Prozent zurück auf 21.658 Punkte.

Der chinesische CSI 300 rettete ein Plus von 0,2 Prozent auf 3.858 Zähler.

 

New York zögert
An der Wall Street hatten sich die Anleger am Donnerstag bedeckt gehalten. Die meisten Broker vermuten, dass die Fed den Leitzins in der kommenden Woche um mindestens einen Viertel Prozentpunkt senken wird. Doch was, wenn nicht, wie in Europa? Die Enttäuschung wäre wie in Frankfurt vorprogrammiert. So ging der Dow-Jones-Index zur Schlussglocke mit minus 0,5 Prozent bei 27.140 Punkten aus dem Tag.

Der S&P 500 gab ebenfalls 0,5 Prozent nach auf 3.003 Zähler. Und der Nasdaq Composite rutschte 1 Prozent auf 8.238 Punkte ab.

 

Zinssenkung in der Türkei
Bleibt ein kurzer Blick nach Ankara. Die türkische Zentralbank hat gestern erstmals seit vier Jahren den Leitzins gesenkt. Mit dem kräftigen Schritt von 24 auf 19,75 Prozent mischte sich die Politik massiv in den Devisenmarkt ein. Anfang Juli hatte Recep Tayyip Erdogan den Notenbankgouverneur aus seinem Amt gedrängt und durch dessen Vize ersetzt. Der lieferte nun wie gewünscht. Interessanterweise hat sich die Lira zuletzt relativ stabil gezeigt – niedrige Zinsen setzen normalerweise eine Währung unter Druck.

 


 

Sieht der Markt den gesenkten Zins nun als selbstbewusstes Zeichen für eine kommende Erholung der Wirtschaft? Oder kauft da jemand im Hintergrund kräftig türkische Lira ein? Jedenfalls brach die Lira nach der gestrigen Mitteilung umgehend ein, um sich danach subito wundersamerweise zu erholen. Vielleicht hatte die Zentralbank mit Stützkäufen mal eben ein paar Shorts vernichtet. Wir behalten die Entwicklung im Auge.

Das bringt der Tag
Selbst wachsame Investoren dürften an diesem Freitag nur wenige Anreize für neue Engagements finden.

An wichtigen Terminen steht einzig die Veröffentlichung des amerikanischen Bruttoinlandsproduktes für das zweite Quartal an.

Die Zahlen dazu sollen um 14.30 Uhr über die Ticker laufen.

 

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