Der DAX trotzt der Unsicherheit – Impeach yourself

Bernstein Bank: Neuer Tag, altes Spiel: Das Hin und Her im Zollstreit zwischen China und den USA bremst und hebt die Stimmung im weltweiten Handel. Zudem schwebt nach neuen, wenn auch erwartbaren Vorwürfen das Damoklesschwert der Amtsenthebung ein Stück näher über dem Haupt von US-Präsident Donald Trump. Trotzdem steigt der DAX – was neben interessanten News in Sachen Trump/Ukraine am schwachen Euro liegt.

 

Leichtes Plus an der deutschen Börse
Verhaltener Schwung vor dem Wochenende auf dem Frankfurter Parkett: Der DAX kletterte um 0,5 Prozent auf 12.353 Zähler. Die deutschen Mainstream-Medien zeigten sich erschüttert darüber, dass laut einem anonymen Whistleblower mehrere führende US-Regierungsmitarbeiter versucht haben sollen, nach dem Telefonat zwischen Trump und dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj Ende Juli den Zugriff auf die Wortlautfassung zu verhindern.

Zudem sei nicht alles veröffentlicht worden – klar, dass die Demokraten angesichts des dürren Transcripts diese Karte spielen. Was stimmt: Die Angelegenheit lähmt die Börse, denn die hasst nichts mehr als Unsicherheit.

 

Überwiegend Skepsis in Übersee
Zudem kursierten Spekulationen über ein Wiederinkrafttreten der Huawei-Sanktionen. Zum Glück für die Bullen gab es auch Entspannungssignale aus China – der chinesische Außenminister Wang Yi gab sich optimistisch und bestätigte, dass die USA guten Willen zeigten. Auch das Handelsabkommen zwischen den USA und Japan stützte die Stimmung etwas.

Moderat nach oben ging es für die chinesischen Blue Chips, der CSI-300 gewann 0,2 Prozent auf 3.850 Zähler. Der Nikkei 225 schloss mit einem Minus von 0,8 Prozent bei 21.879 Punkten, was aber auch an Dividenden-Auschüttungen lag.

In den USA fiel der Dow Jones Industrial am Donnerstag wegen der neuen Ukraine-Vorwürfe um 0,3 Prozent auf 26.891 Punkte. Der S&P 500 gab um 0,2 Prozent nach auf 2.978 Punkte. Für den Nasdaq 100 ging es um 0,4 Prozent auf 7.772 Zähler abwärts.

 

Impeach yourself
Bleiben wir bei der Causa Impeachment. Gerade war die „Washington Post“ so fair, dem konservativen Kommentator Marc Thiessen das Wort zu überlassen. Und der zog dieses interessante Dokument aus dem US-Senat wieder ans Tageslicht.
Demnach haben die drei demokratischen Senatoren Robert Menendez (D-NJ), Dick Durbin (D-IL) und Patrick Leahy (D-VT) im Mai 2018 den ukrainischen Generalstaatsanwalt Yuri Lutsenko höflich aber unmissverständlich gedrängt, Ermittlungen gegen den eigenen Präsidenten zu unterstützten. Damals ging es um die inzwischen durch den Mueller-Report widerlegte Behauptung, Russland habe Trump im Wahlkampf 2016 unterstützt. Lutsenko folgte übrigens auf Viktor Shokin, der laut einem Bericht der Publikation „The Hill“ auf Druck von Joe Biden entlassen worden war – der US-Vizepräsident Joe Biden drohte damit, Kredite in Höhe von 1 Milliarde Dollar zurückzuhalten, wenn Shokin nicht gehe.

Offizielle Version: Shokin habe Korruptionsermittlungen verschleppt.

Shokin selbst sagte ABC, er habe auch Untersuchungen gegen die Gasfirma Burisma Holdings verantwortet und sei deswegen geschasst worden. Bei Burisma verdiente übrigens Sohnemann Hunter Biden als Mitglied im Verwaltungsrat 50.000 Dollar im Monat – obwohl er zuvor wegen Kokainmissbrauchs aus der Reserve der US-Armee entlassen worden war und keinerlei Erfahrung im Gasgeschäft oder mit der Ukraine hatte.

Es gibt schon seltsame Zufälle…

 


 

Heuchelei und unterdrückte News
Damit stellen sich die Frage: Wie wollen die Demokraten angesichts dieser Hintergründe vor ihren Wählern rechtfertigen, dass sie Trump stürzen wollen und mit den Impeachment-Anhörungen de facto die Regierungsarbeit lahmlegen? Vielleicht sieht es also doch nicht so übel aus für Trump, wie es die mediale Pharisäer-Kaste gerne darstellt. Oder haben Sie von dem oben zitierten Brief hierzulande schon etwas gelesen oder im TV gesehen? Warten wir ab, was noch ans Licht kommt.

Klar ist schon jetzt: Wenn Sie CFD oder Aktien online handeln, ist für Sie wichtig, dass Sie stets auch die Gegenstimme analysieren. Die finden Sie beispielsweise hier auf unserer Website. Nur dann positionieren Sie sich mit Ihren Trades richtig.

 

Euro und Pfund im Fokus
Bleibt ein Blick in den Devisenmarkt: Auch der schwache Euro war ein Grund für die Stärke des DAX mit seinen vielen exportlastigen Firmen. Gerade fiel der Euro zeitweise bis auf 1,0905 US-Dollar – das war der tiefste Stand seit Mai 2017. Die Gründe: Wegen der Ukraine-Affäre ist ein kleiner Run auf US-Treasuries zu verzeichnen. Zum anderen hoffen die Anleger auf eine Geldschwemme in Europa. Auch beim Pfund regt sich laut CNBC etwas: Vor Managern in Nordirland sagte Michael Saunders, Chef-Volkswirt bei der Citigroup und externer Berater der Bank of England, die britische Notenbank könne wegen der Brexit-Unsicherheit die Zinsen senken. Was das Pfund ein wenig belastete.

Das bringt der Tag
Der Terminkalender bringt einige interessante Events,.

In den USA wird es um 14.30 Uhr interessant: Dann stehen persönliche Einkommen und Konsum für den August an.

Außerdem laufen zeitgleich die Daten zum Auftragseingang langlebiger Güter im August ein.

 


 

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