Der DAX zögert wieder

Bernstein Bank: 27.02.2019 – 12:00 Abwarten ist Trump, pardon: Trumpf, an der Frankfurter Börse: Der DAX hat sich im frühen Mittwochshandel mit leichten Verlusten unterhalb der Marke von 11.500 Zählern präsentiert. Ohne neue, positive Nachrichten im Zollstreit zwischen China und den USA fehlten zuletzt die Impulse. Zumal es Enttäuschung bei den Quartalszahlen gab. Trader blicken derweil auf den Ölmarkt und das britische Pfund.

Beiersdorf enttäuscht – Bayer erfreut
Am Dienstag hatte der DAX nach leichten Anfangsschwierigkeiten bei 11.540 Punkten auf einem neuen Jahreshoch geschlossen – und das war schon der sechste Gewinntag in Folge. Am Mittwoch jedoch enttäuschte Beiersdorf – die Aktie gab im frühen Handel fast 10 Prozent nach: Der Konsumgüterkonzern rechnet in diesem Jahr mit einem leicht geringeren Gewinnwachstum als 2018.

Auch beim Umsatzanstieg rechnet der Nivea-Hersteller mit einem geringeren Tempo.

Bayer dagegen stützte den Leitindex mit einem Gewinn von über 3 Prozent: Das Ebitda stieg dank der Übernahme von Monsanto im vierten Quartal um knapp 16 Prozent auf rund 2,1 Milliarden Euro. Unter dem Strich fiel jedoch ein Verlust von gut 3,9 Milliarden (Vorjahreszeitraum: plus 148 Millionen) Euro an. Im Schlussquartal kletterte der Umsatz um fast 29 Prozent auf rund 11,1 Milliarden Euro.

 


 

Keine klare Richtung in New York
Die Börse in New York gab den deutschen Börsianern am Mittwoch keinen Schub. Der Dow Jones verabschiedete sich zur Schlussglocke mit einem leichten Minus von 0,1 Prozent bei 26. 058 Punkten. Auch der S&P 500 gab rund 0,1Prozent nach auf 2794 Stellen. Nur der Nasdaq 100 arbeitete sich um 0,1 Prozent auf 7123 Zähler vor.

Vom Parkett war zu hören, dass Washington und Peking nach all den Vorschusslorbeeren im Handelsstreit nun endlich liefern müssten. Da aber US-Präsident Donald Trump derzeit in Vietnam den Schulterschluss mit Nordkorea sucht, sind wohl in naher Zukunft wenige News im chinesisch-amerikanischen Handelsstreit zu erwarten. Zudem waren am Dienstag US-Konjunkturdaten nur halbgar ausgefallen. Der US-Häusermarkt schwächelt weiter, wie der unerwartet heftige Rückgang der Baubeginne im Dezember zeigte.

Die Stimmung der Verbraucher aber hellte sich im Februar überraschend deutlich auf.

Das Pfund zieht an
Im Blick der Trader stand auch das britische Pfund, das wegen einer möglichen Brexit-Verschiebung zuletzt Boden gut gemacht hatte. Premierministerin Theresa May ebnete den Weg für eine Verschiebung des EU-Austritts, falls der Vertrag dazu keine Mehrheit findet.

Damit würd ein Chaos zum 29. März zwar ausbleiben, aber die Hängepartie würde anhalten.

 


 

Fed im Wartestand
Für den Dollar kamen von Fed-Chef Jerome Powell zunächst keine Impulse. Bei seiner halbjährlichen Anhörung vor dem Bankenausschuss des US-Senats zeigte er sich zögerlich. Der Grund seien schwächere Konjunkturdaten und gestiegene Unsicherheiten. Das heißt also: Vorerst stehen keine Zinserhöhungen an, möglich sind sie jedoch. Angesichts der sich abkühlenden Weltkonjunktur erscheint das den meisten Analysten aktuell aber eher unwahrscheinlich.

Und was tut sich sonst noch am Mittwoch?

Zunächst soll Fed-Chef Powell noch einmal vor dem Kongress sprechen. Um 16.00 Uhr deutscher Zeit stehen die Business and Consumer Surveys der EU an, die Einfluss haben dürften auf Aktien aus dem EuroStoxx 50 und den Euro.

Hickhack um den Brexit
Derweil geht das Tauziehen um den Brexit weiter, was das britische Pfund in den Fokus rückt. Die Labour-Partei forderte nun ein zweites Brexit-Votum. Klar: Abstimmen, bis das Ergebnis passt. Außerdem erwägt Premierministerin Theresa May einem Medienbericht zufolge eine Verschiebung des Brexit-Termins, um einen ungeordneten Austritt zu verhindern.

OPEC ganz locker
Trader im Rohöl-Markt blicken ab 16.30 Uhr deutscher Zeit auf die Änderung der US-Speichermenge bei Rohöl. Die OPEC reagierte unterdessen auf eine Twitter-Forderung von Donald Trump, die Förderbremse nicht zu sehr anzuziehen. Der saudische Energieminister Khalid al-Falih sagte im Gespräch mit CNBC, die OPEC bleibe vorsichtig. Die 25 Staaten verfolgten einen behutsamen Ansatz und seien vor allem an der Stabilität des Marktes interessiert.

Im Dezember vorigen Jahres hatten sich die Kartell-Staaten und assoziierte Länder auf eine Drosselung der Förderung geeinigt.

 


 

Luftkrieg in Kaschmir
Ansonsten verschärfte sich die Lage in Kaschmir: Pakistan meldete am Mittwoch den Abschuss zweier indischer Kampfjets. Tags zuvor hatten indische Flieger erstmals seit 1971 pakistanisches Territorium angegriffen, um ein Trainingscamp von Terroristen zu attackieren.

Auch sollen pakistanische Jets Luftschläge in indisch-Kaschmir ausgeführt haben.

Die Lage bleibt unübersichtlich – und könnte schnell eskalieren.

 

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