Der Rohstoff-Konjunkturindikator am Wendepunkt?

Targobank: Es gibt eine Zeitreihe, die vergleichsweise einfach die weltwirtschaftliche Stimmung abbildet, und der Vorteil ist, dass man nicht monatlich oder gar nur vierteljährlich, sondern täglich einen neuen Datenpunkt bekommt. Wir sprechen vom Verhältnis von Kupfer- zu Goldpreis.

Wenn dieses Verhältnis steigt, symbolisiert es einen wirtschaftlichen Aufschwung und eher geringe geopolitische Risiken und umgekehrt. Dabei steht ein steigender Goldpreis für Gefahr und eine höhere Kupferbewertung für wirtschaftliche Chance. Spannend wird diese Zeitreihe, wenn diese mit konjunkturellen Stimmungsindikatoren bzw. Aktienindizes korreliert wird.

Das Schaubild zeigt das Verhältnis von Gold- zu Kupferpreis und die Jahresveränderung des MSCI-Welt-Aktienindexes. Beide Zeitreihen weisen einen hohen Gleichlauf auf. Wenn man also eine klare Meinung zu Rohstoffpreisen hat, kann in aller Regel eine gute Prognose für die Aktienmärkte getroffen werden.

Quelle: TARGOBANK, Bloomberg; Datum: 24.10.20190; Historische Wertentwicklungen & Prognosen sind kein zuverlässiger Indikator für die zukünftige Performance

Quelle: TARGOBANK, Bloomberg; Datum: 24.10.20190; Historische Wertentwicklungen & Prognosen sind kein zuverlässiger Indikator für die zukünftige Performance

Konsequenz für die Anlageentscheidung
Nach den jüngsten Fortschritten beim Brexit und im Handelskonflikt zwischen den USA und China sehen wir beide Krisen- und Unsicherheitsherde als kanalisiert (aber sicherlich nicht als gelöst) an. Infolgedessen könnte bald eine wieder anziehende Investitionsbereitschaft auf eine weiter ungebrochene starke Konsumneigung treffen.

Flankiert würde das Ganze zusätzlich von extrem niedrigen Leitzinsen weltweit und gedrückten Rohstoffpreisen. In einem solchen Umfeld sollte es nicht verwundern, wenn die Nachfrage nach Kupfer wieder anzieht und Gold als Safe-Haven Investment dagegen an Bedeutung verliert, also die Relation Kupfer zu Goldpreis wieder steigt.

In der Konsequenz müssten dann auch die Weltaktienmärkte anziehen. Wir räumen allerdings ein, dass die aktuelle konjunkturelle Abwärtsdynamik, die sich auch in den enttäuschenden Unternehmensgewinnen niederschlägt, vergleichsweise stark ausgeprägt ist. Es kann noch ein bis zwei Monate dauern, bis die Wende sichtbar wird.

 


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