Die magische Marke

Bernstein BankGlückwunsch: Alle Cryptos zusammen haben erstmals die Marke von 2 Billionen Dollar überwunden. Dabei hat Bitcoin in der Marktkapitalisierung etwas an Gewicht verloren, Ethereum hat zugelegt.

Wie auch immer die Verteilung aussehen mag: Der Trend verdeutlicht, dass die Anleger angesichts der Entkernung von Dollar, Euro und co. durch die digitale Druckerpresse das Weite suchen. Was den Regierungen der Welt nicht gefällt.

Bitcoin bleibt der Champion

Die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ hat aufgepasst: Am Dienstag durchbrach die Marktkapitalisierung aller 9.125 E-Währungen die magische Marke von 2.000 Milliarden Dollar. Ja, Sie haben richtig gelesen: Insgesamt gibt es schon fast 10.000 Kryptowährungen.

Der Anteil von Bitcoin am Gesamtmarkt fiel laut FAZ von 70 auf rund 56 Prozent oder ein Market Cap von 1,1 Billionen Dollar. Nummer Zwei im Markt ist Ethereum mit 245 Milliarden Dollar oder 12 Prozent. Seit dem Jahresbeginn sei das eine Verdreifachung der Marktkapitalisierung. Die Nummer Drei ist übrigens Binance Coin mit einem Market Cap von 60 Milliarden Dollar und nur rund 3 Prozent Anteil.

 


 

Zwickmühle für die Fed

Warum die Tendenz bei den E-Devisen nach oben zeigte, fasste jüngst Michael Hartnett von der Bank of America vorbildlich kurz zusammen: Die Federal Reserve stecke in einem Catch 22 – also in einer unauflösbaren Zwickmühle. Konkret:

  • „On one hand, vaccine + fiscal excess + bond issuance + inflationary boom = higher yields, which via tighter financial conditions can short-circuit the recovery, but…
  • On the other hand, Yield Curve Control (fixing yields to please Wall St) = dollar debasement (to fund >$4tn “twin deficits”) and/or asset bubble, which worsens inequality.“

Angesichts des nicht zu beseitigenden Mega-Defizits in der Bilanz der Fed und in der Staatsverschuldung der USA schlafwandele die Fed in den Bankrott. Und so sei es kein Wunder, dass sich die Anleger auf den Cryptos zuwenden.

Konkret urteilte Hartnett, der übrigens normalerweise kein gutes Haar an BTC lässt: „little wonder Bitcoin is ’21’s ’safe haven’…“. Soll heißen: Cyber Currencies sind nun genau wie Edelmetalle zum sicheren Hafen geworden. Aber einer für die Generation Smartphone; also für all die Digital Natives, die einen virtuellen Speicher im Internet einem Safe im eigenen Haus vorziehen, das sie meist auch noch gar nicht besitzen.

Das Imperium schlägt irgendwann zurück

Doch wie immer geben wir allen Bitcoin-Bullen den üblichen Warnhinweis mit: Vorsicht, die Regierungen und Notenbanken dieser Welt werden nicht tatenlos zusehen, wie eine neue, unkontrollierbare Konkurrenz bei den Währungen entsteht.

Lassen wir heute John Rubino von DollarCollapse.com zu Wort kommen. Der konstatierte jüngst, dass im Währungsmarkt mit den Cyber Currencies nichts anderes als eine Revolution laufe. Viele Revolutionäre in der Geschichte seien durch frühe Erfolge geblendet gewesen – die hätten meist stattgefunden, als sich nur wenige mit dem Thema beschäftigt hätten.

Aber: „Once the threat is recognized, the Empire usually strikes back with intent, and the revolution turns out to be a lot harder, and a lot less certain, than it seemed. (…) This revolution is happening on a much bigger stage, with far more dangerous players.“

Und dann verweist Rubino auf feindselige Äußerungen von EZB-Chefin Christine Lagarde oder US-Finanzministerin Janet Yellen, die wir Ihnen an dieser Stelle ebenfalls schon präsentiert hatten. Lagarde sagte Reuters vor einigen Wochen, Bitcoin müsse global reguliert werden. Yellen kommentierte im Februar auf der DealBook-Konferenz der „New York Times“ dem Sender CNBC, E-Devisen würden häufig für illegale Finanzgeschäfte eingesetzt.

Weg mit dem Bargeld

Auf dem World Economic Forum konstatierte Yan Xiao, verantwortlich für den E-Yuan in China, dem Sender CNBC, letztlich werde Cash durch ein digitales Format ergänzt. Wir meinen: Darum geht es den Machthabern tatsächlich. Weg mit dem Bargeld, mit Schwarzarbeit, Geldwäsche und Korruption. Und als netter Nebeneffekt würde dies die totale Kontrolle über die Finanzen der Untertanen bedeuten – mit E-Geld weiß der Staat, was Sie wann wo gekauft haben.

Rubino spekulierte, all die zitierten Aussagen seien nicht zufällig – aktuell werde die Basis für einen Move gegen Cryptos durch die meisten großen Regierungen gelegt. Und dann erfolge die Einführungen von nationalen E-Devisen oder gar einer globalen digitalen Währung unter Führung eines Geld-Konsortiums wie den Internationalen Währungsfonds.

Wo die Reise hingeht, zeigt auch ein in den Massenmedien kaum beachtetes Detail in der Schweiz: Die Eidgenössische Finanzmarktaufsicht Finma hat jüngst dem ältesten Schweizer Krypto-Dienstleister Bitcoin Suisse vorerst die Banklizenz verweigert. Als Grund nannte die Aufsicht unter anderem „Hinweise auf Mängel im Geldwäscherei-Abwehrdispositiv“. Und weiter schwebt das Damokles-Schwert eines Crypto-Bannes in Indien über den Köpfen der Trader.

Sagen Sie nicht, wir hätten Sie nicht gewarnt. Die Frage ist, wie schnell sich die Währungspolitik aus technischer Sicht gegen die Cryptos wappnen und diese verbieten kann. Und ob sie in Zeiten einer Inflation nicht mittelfristig einen Geldspeicher zulässt, in den überflüssiges Kapital aus der Realwirtschaft abfließen kann. Was die Teuerung dämpft und Unruhe im Volk verhindert. Die Bernstein-Bank behält die Angelegenheit für Sie im Auge!

Disclaimer & Risikohinweis

81% der Kleinanlegerkonten verlieren Geld beim CFD-Handel mit diesem Anbieter.

Der Inhalt dieser Publikation dient ausschließlich allgemeinen Informationszwecken. Es handelt sich in diesem Kontext weder um eine individuelle Anlageempfehlung oder -beratung, noch um ein Angebot zum Erwerb oder der Veräußerung von Wertpapieren oder anderen Finanzprodukten. Der betreffende Inhalt sowie sämtliche enthaltenen Informationen ersetzen in keiner Weise eine individuelle anleger- bzw. anlagegerechte Beratung. Jegliche Darstellungen oder Angaben zu gegenwertigen oder vergangenen Wertentwicklungen der betreffenden Basiswerte erlauben keine verlässliche Prognose oder Indikation für die Zukunft. Sämtliche aufgeführte Informationen und Daten dieser Publikation basieren auf zuverlässigen Quellen. Die Bernstein Bank übernimmt jedoch keine Gewähr bezüglich der Aktualität, Korrektheit und Vollständigkeit der in dieser Veröffentlichung aufgeführten Informationen und Daten. An den Finanzmärkten gehandelte Wertpapiere unterliegen Kursschwankungen. Ein Contract for Difference (CFD) stellt darüber hinaus ein Finanzinstrument mit Hebelwirkung dar. Der CFD-Handel beinhaltet vor diesem Hintergrund ein hohes Risiko bis zum Totalverlust und ist damit unter Umständen nicht für jeden Anleger geeignet. Sie sollten überlegen, ob Sie verstehen, wie CFD funktionieren, und ob Sie es sich leisten können, das hohe Risiko einzugehen, Ihr Geld zu verlieren.

Weitere News Beiträge Weitere News Beiträge