Die Zinswende ist da

Bernstein BankIn Deutschland notiert die Rendite der wichtigsten deutschen Anleihen erstmals seit rund drei Jahren wieder in positivem Terrain. In den USA kletterte die Rendite auf Prä-Corona-Niveau.

Falls das kein kurzfristiger Ausreißer ist – und darauf deutet aktuell wenig hin – ist somit die Zinswende eingeleitet.

 

Renditen ziehen an

In Deutschland kämpfte sich die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe zum ersten Mal seit 2019 wieder über Null – die Bunds erreichten rund 0,02 Prozent. In den USA stieg die Rendite für zehnjährige Staatsanleihen gerade auf 1,865 Prozent, das ist der höchste Stand seit Januar 2020.

Investoren sollten diese Zeichen nicht ignorieren: Die Anleger gehen raus aus Bonds, weil sie erwarten, dass ihnen Staaten in Kürze weit höhere Zinsen bezahlen müssen.

 

Sechs oder sieben Zinsschritte?

Die meisten US-Broker gehen inzwischen davon aus, dass die Federal Reserve vier Zinsschritte geht. Jamie Dimon, Chef der Großbank JPMorgan, erwartet allerdings sogar sechs oder sieben Zinserhöhungen.

Am Wochenende hatte sich auch Star-Investor Bill Ackman vom Hedge Fonds Pershing Square Capital Management zu Wort gemeldet und geurteilt, die US-Notenbank verliere die Inflationsschlacht und müsse im März drastische 50 Punkte anheben, um ihre Glaubwürdigkeit wieder herzustellen.

 

Blick auf die Fed-Bilanz

Morgan Stanley prognostizierte vor allem mit Blick auf US-Staatsanleihen und Mortgage Backed Securities – also Hypothekenanleihen – eine enorme Auswirkung auf den Finanzmarkt durch die anstehende Schrumpfung der Fed-Bilanz:

„Do not underestimate the effects of liquidity withdrawal. The mammoth balance sheet the Fed has built up was a key determinant of liquidity across markets. As balance sheet runoff is put into motion, the withdrawal of liquidity will have profound impacts.

Determining how it plays out is far from straightforward and will be determined by a variety of factors. Understanding the details matters. So hold on tight – there’s volatility ahead.“

 


 

Aktien im Ausverkauf

Das Ergebnis: Die Wall Street hat den schlechtesten Jahresstart seit 2016 hingelegt. Und noch ein paar Chartanalyse-Basics: Der S&P 500 und der Dow Jones sind auf dem Weg gen Süden zu ihrer 100-Tage-Linie, der Nasdaq Composite ist sogar schon nach unten durchgebrochen. Der Angstindikator VIX zog  an.

Investoren flohen aus teureren, zinssensitiven Hightech-Titeln in günstigere Value-Aktien.

Jetzt wird viel von der Berichtssaison abhängen; doch das bestimmende Thema bleiben die Zinsen. “With rates biased higher over the coming months, investors should be prepared for parts of the tech sector to again be challenged,” urteilte das Investmenthaus Principal Global Investors.

Und weiter: “Although rising bond yields are challenging the entire tech sector, investors must distinguish between profitless names that are a long way from demonstrating healthy earning power and mega-cap tech firms that can defend their margins.”

Wir sind also gespannt, wie stark die Geldpolitik das Ruder herumwirft.

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