Dollar fällt trotz US-Zinserhöhung; BoE im Mittelpunkt

London Capital Group: Wie der Markt erwartet hatte, hob Jerome Powell die Zinsen um 25 Bp an, aber statt einem Anstieg des Dollars sahen wir daraufhin eine klar zurückhaltende Marktreaktion. Der GBP/USD erholte sich auf seinen höchsten Wert des Monats, der USD/JPY brach auf unter 106 ein und die US-Aktienindizes schlossen allgemein tiefer. Was hat also diese Reaktion verursacht?

Der Dot Plot

Vor der Veröffentlichung hatten sich die Märkte stark auf den zukünftigen Zinspfad konzentriert. Die Händler waren sich nicht einig, ob es in diesem Jahr 3 oder 4 Zinserhöhungen geben wird. Der Markt erhielt die Bestätigung, dass es in diesem Jahr nur zwei Zinserhöhungen geben wird, was diejenigen enttäuscht hat, die von mehr Zinserhöhungen ausgegangen waren.

Die Fed möchte 2019 und 2020 aggressiver die Zinsen erhöhen, sehr wahrscheinlich eine Überlegung zu den Auswirkungen der Steueranreize auf die Wirtschaft und die Geldpolitik. Das tröstete jedoch diejenigen wenig, die sich für vier Zinserhöhungen aufgestellt hatten.

Das Inflationsmysterium

Die Fed wird weiter vom Inflationsmysterium heimgesucht. Auch wenn das Statement aussagte, dass sich die Fed sicher ist, dass die Inflation schrittweise in Richtung ihres 2%-Ziels steigen wird, da die Wirtschaft sich festigt, sagte Powell in seiner nicht so restriktiven Pressekonferenz, dass es keine Belege gibt, die vermuten lassen könnten, dass die Inflation plötzlich anziehen könnte. Das reichte aus, um die Treasury-Renditen einbrechen zu lassen, was dann den Dollar nach unten zog. Auch die US-Indizes allgemein fielen. Die bärische Reaktion des Marktes lässt vermuten, dass die Dot-Plots außer Acht gelassen wurden, um sich auf das Inflationsmysterium zu konzentrieren, das die Fed weiter heimsucht.

Löhne, Löhne, Löhne

Powell zeigte sich aufgrund des Ausmaßes der Straffung des Arbeitsmarktes und seiner allgemeinen Stärke überrascht, wie niedrig die Löhne bleiben. Das wurde auch als Zurückhaltung ausgelegt.

Powell im Vergleich zu Yellen

Allgemein gesagt waren Powells Antworten recht deutlich, was ihn von Frau Yellen unterscheidet. Die Botschaft war hingegen dieselbe, er hielt sich weitgehend an Frau Yellens Skript, was aufgrund der Tatsache, dass er ausgewählt wurde, um ihre Geldpolitik fortzusetzen, keine Überraschung war. Yellens Spielplan des Gradualismus war bei der nicht so restriktiven Pressekonferenz gehörig anwesend.

BoE im Mittelpunkt

Die Aufmerksamkeit wird nun auf die BoE-Zinsentscheidung übergehen. Da es keine Pressekonferenz gibt, wird der Fokus auf der Stimmenaufteilung und der Pressekonferenz liegen. Auch wenn nicht davon auszugehen ist, dass die Zentralbank heute ihre Zinsen anhebt, so glaubt man doch zunehmend, dass dies im späten Frühjahr/frühen Sommer der Fall sein wird.

Die Händler werden genau auf restriktive Anzeichen achten, die eine Zinserhöhung im Frühjahr/Sommer andeuten könnten, vor allem aufgrund der Tatsache, dass bestimmte Belastungen verschwunden sind; zum Beispiel wurde ein Brexit-Übergangsdeal ausgehandelt und die Löhne sind auf gutem Weg, die Inflation zu überholen.

Das Pfund zeigte sich vor dem BoE-Statement sehr stark. Jegliche Anzeichen, dass die BoE eine schnellere Anhebung der Zinsen als ursprünglich geplant in Erwägung ziehen könnte, werden dem Pfund dabei helfen, seine Gewinne auszuweiten. Jede andere Stimmverteilung als 9-0 wird diese Hoffnungen langsam nähren und dem Pfund Auftrieb verleihen.

Der GBP/USD bewegt sich um den Widerstand bei 1,4170 USD. Restriktive Signale der BoE könnten das Paar auf den Widerstand bei 1,4230 USD bringen. Achten Sie auf der Unterseite auf die Unterstützung bei 1,41 USD.

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