Dramatische Auswirkungen eines harten Brexit befürchtet

Bankenverband: Der Chef der britischen Notenbank, Mark Carney, hat eindringlich vor den Auswirkungen eines harten Brexit gewarnt. Sollte Großbritannien ohne gemeinsames Abkommen aus der Europäischen Union (EU) austreten, könne dies ähnlich dramatisch für das Land werden wie die Finanzkrise 2008.

Das sagte Carney einem Bericht des “Guardian” zufolge bei einem Treffen mit Premierministerin Theresa May und weiteren britischen Ministern.

Er habe sie vor negativen Folgen für den Arbeits- und Immobilienmarkt gewarnt. Carney gehe davon aus, dass die Arbeitslosigkeit von zuletzt etwa 4 Prozent in den zweistelligen Bereich steigen könne, berichten Medien heute unter Berufung auf die Aussagen anwesender Kabinettsmitglieder.

Außerdem vermute er einen Fall der Immobilienpreise um 25 bis 30 Prozent innerhalb von drei Jahren. Auch Euro-Gruppen-Chef Mário Centeno warnte vor einem harten Brexit. Die Gefahr für die Wirtschaft und insbesondere für den Finanzsektor sei groß, sagte er auf einer Veranstaltung der London School of Economics.

Die Rating-Agentur Moody’s geht in einem agentureigenen Bericht indes immer stärker von einem ungeregelten Brexit aus. Dieser hätte “substanzielle negative Folgen” für die britische Wirtschaft und die Wirtschaft in einigen EU-Ländern, zitieren Medien die Moody’s-Experten heute. Demnach würde der Wert des britischen Pfund fallen und die Verbraucherpreise steigen. Außerdem seien sinkende Löhne und steigende Arbeitslosigkeit zu erwarten.

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