Ein wenig Mut in Frankfurt

Bernstein Bank: Nach dem Kursgewitter vom Montag haben sich die Aktien in Frankfurt zuletzt wieder leicht erholt. Versöhnliche Töne aus Washington im Zollstreit mit China sorgten für verhaltene Kauflaune. Zudem analysierten die Anleger frische Quartalszahlen aus Deutschland. Trader behielten außerdem den Ölpreis im Blick.

Quartalszahlen in Frankfurt
Nach dem kräftigen Minus vom Montag deckten sich die deutschen Anleger wieder zögerlich mit Aktien ein. Der DAX kletterte minimal, notierte aber immer noch knapp unter 12.000 Punkten. Die schlechter als erwartet ausgefallenen ZEW-Konjunkturerwartungen dämpften jedoch die Kauflaune.

Ansonsten liefen frische Quartalszahlen über die Ticker. Die Allianz meldete zum Jahresauftakt ein überraschend starkes Plus im Gewinn. ThyssenKrupp zeigten keine klare Tendenz – der Industrie- und Stahlkonzern hatte für das zweite Geschäftsquartal rote Zahlen gemeldet. Merck meldete etwas schwächere Quartalszahlen als erwartet.

Unter Druck standen Bayer: Nach einer erneuten Niederlage vor Gericht in einem US-Glyphosat-Prozess rutschte die Aktie zeitweise auf den tiefsten Stand seit 2012. Bayer soll mehr als zwei Milliarden Dollar Schadenersatz zahlen.

 


 

Optimismus in Washington
Bestimmendes Thema war aber wieder der Zollstreit. US-Präsident Donald Trump verbreitete trotz der gestrigen Eskalation im Zollstreit Optimismus. Er zeigte sich zuversichtlich, doch noch eine Lösung im Handelskrieg mit China zu finden. So kündigte er ein Treffen mit dem chinesischen Präsidenten Xi Jinping auf dem G20-Gipfel Ende Juni in Osaka an. Ferner gebe es noch keine Entscheidung über eine weitere Runde amerikanischer Strafzölle auf chinesische Güter.

Die US-Futures zogen daraufhin moderat an.

Um 14.30 Uhr deutscher Zeit werden übrigens die amerikanischen Import- und Exportpreise heute Aufschluss darüber geben, wie der US-Außenhandel läuft.

 

Kaufstreik in Asien
Die Anleger in Asien beruhigte die Wortmeldung von Trump wenig, zumal die Börsianer schlechte Nachrichten aus China verdauten. In der Volksrepublik rutschte der Autoabsatz im April um 17,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr, wie der Herstellerverband CAAM mitteilte. Dies war der zehnte Monat mit einem Minus in Folge. Die Käufer warten offenbar auf staatliche Kaufanreize – oder sie befürchten eine Wirtschaftskrise infolge des Zollstreits mit den USA.

Der chinesische CSI 300 verlor 0,6 Prozent auf 3.645 Stellen.

In Tokio schloss der Nikkei ebenfalls 0,6 Prozent niedriger bei 21.067 Punkten.

 


 

Absturz in New York
Am Montag hatten die US-Indizes ihren schlimmsten Tag Anfang Januar markiert. Der Dow Jones schloss 2,4 Prozent tiefer bei 25.324 Punkten. Der S&P 500 sank 2,4 Prozent auf 2.811 Zähler. Am schlimmsten traf es die Hightech-Aktien: Der Nasdaq Composite gab um 3,4 Prozent auf 7.647 Punkte nach. Apple rutschten fast sechs Prozent ab. Der Konzern braucht China als Wachstumsmarkt und musste zudem eine Niederlage in einem US-Kartellverfahren hinnehmen.

 

Öl im Fokus der Trader
Spannend bleibt es unterdessen am Ölmarkt. Für die Sabotage-Akten gegen vier Tanker vor der Küste der Vereinigten Arabischen Emirate machen die USA den Iran verantwortlich, wie das „Wall Street Journal“ berichtet. Russland sandte derweil gemischte Signale aus, ob es sich weiter an der Förderkürzung der OPEC beteiligen will.

Vielleicht wird sich die OPEC dazu äußern, wenn das Kartell um 13.00 Uhr deutscher Zeit seinen Monatsbericht vorlegt. Ansonsten stehen um 22.30 Uhr deutscher Zeit die Daten zu den US-Rohölbeständen des American Petroleum Institute an.

 

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