EUR/USD-Analyse: Fed unter der Lupe

Admiral Markets: Heute werden zahlreiche Daten veröffentlicht: Die Veränderung der ADP-non-farm-Arbeitsplätze, ISM Beschäftigungs- und Dienstleistungsindex und Daten zum Eröllagerbestand, der Höhepunkt wird aber wohl das Protokoll zur Sitzung des Federal Open Market Commitee (FOMC) sein, das von den Marktteilnehmern gerne unter die Lupe genommen wird. Diesmal gibt es genug Gründe dafür: Die Anhebung des Zinssatzes auf 1 Prozent führte dazu, dass die Investoren massenweise in Richtung Euro kapituliert haben, gleichzeitig ist der Euro wohl nur wenig attraktiver geworden – also muss die Ursache in den USA selbst liegen. Das FOMC-Sitzungsprotokoll soll endlich für mehr Klartext sorgen.
 

Nun kommen wir zu unserer Technischen Analyse:


 

Rückblick

Der EUR/USD bewegte sich zu Beginn unseres Betrachtungszeitraums, dem Mittwoch der letzten Handelswoche, im Bereich der 1,0810/1,0790. Er notierte damit etwa auf dem Niveau der fünf Handelstage davor. Bereits am Mittwoch ging es abwärts und der EUR/USD  sackte bis 1,0750, wo er sich stabilisieren, jedoch nicht erholen konnte. Am Donnerstag setzte sich die Abwärtsbewegung weiter fort. Der EUR/USD setzte bis 1,0700 und am Freitag dann bis zur 1,0650 zurück. Am Freitag bewegte sich der EUR in einer engen Box, ohne dass er es schaffte, sich erneut über die 1,0700 zu schieben. Bei 1,0650 ging das Währungspaar aus dem Wochenhandel. Zu Beginn dieser Woche ging es weiter seitwärts, wobei der EUR/USD weder am Montag noch am Dienstag über die 1,0680-Punkte-Marke kam. Er prallte mehrmals von dieser Marke ab und setzte am Dienstagmittag sogar unter die 1,0650 zurück.
 

Der EUR/USD markierte sein Hoch im Betrachtungszeitraum erstmals seit einigen Wochen deutlich unter der Marke der Vorperiode und schaffte es nicht, sich über der 1,0800 zu halten. Die Rücksetzer hatten, wenn überhaupt, nur kleinere Erholungen zur Folge. Der EUR/USD etablierte sich Ende der letzten Woche unter der 1,0700 und markierte ein Tief deutlich unter dem Wert des vorletzten Betrachtungszeitraums. Die Range war mit 179 Pips etwas größer als in den fünf Handelstagen zuvor, lag aber etwa im Durchschnitt der letzten Handelswochen.
 

Wir hatten in unserem Setup auf der Oberseite erwartet, dass der EUR/USD mit der Stabilisierung über der 1,0800 zunächst weiter bis 1,0822/25 laufen könnte. Diese Bewegung hat sich zwar eingestellt, das Minimalziel auf der Oberseite wurde jedoch nicht erreicht. Damit hat das Setup auf der Oberseite nicht gut gepasst. Die Rücksetzer gingen mit dem Unterschreiten der 1,0672 am Dienstag vergleichsweise deutlich unter unsere maximale Anlaufmarke auf der Unterseite bei 1,0655. Somit hat das Setup auch auf der Unterseite nicht gegriffen.
 

  • Wochenhoch*: 1,0813 Vorwoche 1,0905
  • Wochentief*: 1,0634 Vorwoche 1, 0767
  • Wochen-Range*: 179 Pips Vorwoche 138 Pips

*Betrachtungszeitraum 29.03.2017 bis 04.04.2017
 

Wie könnte es weitergehen?

  • Euro WS: 1,0674….1,0717/90….1,0847…..1,0902/40/70….1,1055….1,1158….1,1207
  • Euro US: 1,0644/28…….1,0583/47/05…..1,0457/30….1,0392/51

Weitere Widerstände/Unterstützungen können dem Chart entnommen werden
 

  • Box-Bereich: 1,1524 bis 1,0223
  • Tagesschlusskurs-Marken: 1,0903 und 1,0509
  • Intraday-Marken: 1,0749 und 1,0622
  • Range: 1,2355 bis 0,9631


Euro-Chart

Der EUR/USD hat sich in den letzten Handelswochen an die Oberkante seines Kanals schieben können, hat diesen erreicht, leicht überschritten und ist dann dort abgeprallt. Die Rücksetzer der letzten Handelstage waren die Konsequenz dieses Abprallens. Der EUR/USD hat sich im Bereich der 1,0635/55 eingependelt und stabilisiert. Er könnte dieses Niveau für einen neuen Anlauf an die Oberkante nutzen. Denkbar ist, dass er auch noch einmal an die 1,0590 zurücksetzen könnte und von hier aus einen erneuten Angriff auf die Oberkante starten könnte. Rutscht er allerdings unter die 1,0590, wäre dies im übergeordneten Zeitfenster baerish zu interpretieren. Dann könnte der EUR/USD ohne Weiteres sein Jahrestief erneut anlaufen und auch unterschreiten. Die Parität wäre dann wieder ein Thema.
 

Am Freitag soll im US-Kongress erneut über die Gesundheitsreform (Obamacare beziehungsweise Trumpcare) abgestimmt werden. Ein modifizierter Vorschlag soll die Skeptiker diesmal überzeugen. Ob wirklich abgestimmt wird, bleibt abzuwarten – ist dies der Fall, wäre interessant, ob der US-Präsident diesmal die notwendige Mehrheit erhält. Politisch wäre eine Mehrheit für Trumps Vorschlag – ganz gleich, ob dieser jetzt gut oder schlecht ist sei – ein wichtiger Meilenstein für die neue US-Administration. In Kürze sollen zudem die Details zur Steuerreform vorgelegt werden. Ob dies dann die angekündigten „phänomenalen“ Neuigkeiten werden, auf die viele warten, bleibt abzuwarten. Wird mit der Steuerreform der Erwartung der Investoren und Anleger nicht Rechnung getragen, dürfte der Aufschwung bei den Indizes beendet sein. Ob die geplanten Strafzölle dazu führen werden, dass mehr Amerikaner Arbeit finden und der Wohlstand in den USA gefördert wird, darf bezweifelt werden. Bei 4,7 Prozent Arbeitslosigkeit kann bereits von Vollbeschäftigung gesprochen werden. Inwieweit der EUR/USD von den politischen Einflüssen profitiert oder nicht, bleibt abzuwarten. Kommt es am Freitag zur Abstimmung über die Gesundheitsreform und wird eine Mehrheit beschafft werden können, könnte dies kurzfristigen Druck auf den EUR/USD ausüben.
 

Zum Markt in den kommenden fünf Handelstagen:
Der EUR/USD könnte zunächst versuchen, sich über der 1,0650 festzusetzen und zu etablieren. Gelingt dies, könnte er dann versuchen, die 1,0667/69, die 1,0682/84 und dann die 1,0696/98 anzulaufen. Schafft es der EUR/USD, sich erneut über die 1,0698 zu schieben, könnte er die 1,0704/07 und die 1,0714/17 erreichen. Schafft es der EUR/USD bis 1,0714/17, könnten sich in diesem Bereich Rücksetzer einstellen. Gelingt es dem EUR/USD, sich über die 1,0717 zu schieben, hätte er das Potenzial die 1,0725/27, die 1,0734/36 und dann die 1,0741/43 anzulaufen. Im Bereich der 1,0741/43 könnten sich dann auch Rücksetzer einstellen, beziehungsweise der EUR/USD könnte Probleme haben, sich ohne Weiteres über diese Marke zu schieben. Kann der EUR/USD die 1,0741/43 hinter sich lassen, könnte er im Anschluss versuchen, die 1,0751/53, die 1,0763/65 und dann die 1,0771/73 und eventuell noch die 1,0777/80 anzulaufen. Spätestens hier rechnen wir damit, dass sich Rücksetzer ausbilden. Von anhaltenden Notierungen über der 1,0777/80 gehen wir in den nächsten fünf Handelstagen nicht aus.

Kann sich der EUR/USD nicht über der 1,0650 stabilisieren, wäre mit Rücksetzern zu rechnen, die zunächst an die 1,0640/38 und bis an die 1,0631/29 gehen könnten. Sollte der EUR/USD bis an die 1,0631/29 zurücksetzen, besteht in diesem Bereich eine gute Chance auf Erholung. Bleibt diese aus, könnten sich weitere Abgaben einstellen, die zunächst an die 1,0624/22 und dann weiter an die 1,0613/10 beziehungsweise an die 1,0602/1,0598 gehen könnten. Auch bei 1,0602/1,0598 besteht das Potenzial auf Erholung. Stellt sich diese allerdings nicht ein, könnte sich die Abwärtsbewegung weiter fortsetzen. Anlaufbereiche wären dann die 1,0585/82, die 1,0572/70 und dann die 1,0662/60 und die 1,0555/52. Setzt der EUR/USD bis 1,0555/52 zurück, hätte er auch in diesem Bereich die Chance auf Erholung. Unterhalb der 1,0552-Punkte-Marke wären die 1,0538/35, die 1,0524/22 und die 1,0510/05 weitere Anlaufbereiche.
 

Übergeordnete erwartete Tendenz im Betrachtungszeitraum: seitwärts/ abwärts
 

Die wichtigsten Veröffentlichungen der nächsten 7 Tage:

  • 06.04.2017 – EU: Rede des EZB-Präsidenten Mario Draghi
  • 07.04.2017 – USA: Non-farm Gehaltsabrechnungen (Mrz.)
  • 07.04.2017 – USA: Arbeitslosenquote (Mrz.)
  • 11.04.2017 – DE: ZEW-Konjunkturerwartungen (Apr.)
  • 11.04.2017 – USA: JOTLS-Report

Disclaimer

Diese Publikation liefert Markteinschätzungen, unabhängig davon, mit welchem Instrument ggf. getradet wird. Admiral Markets ist Forex & CFD Broker, sollten Sie den Basiswert als CFD traden, beachten Sie bitte: Forex & CFDs sind Hebelprodukte und nicht für jeden geeignet! Der Hebel multipliziert Ihre Gewinne, aber auch die Verluste. CFDs sind komplexe Instrumente und gehen wegen der Hebelwirkung mit dem hohen Risiko einher, schnell Geld zu verlieren. 76 % der Retail Kunden verlieren Geld beim CFD-Handel mit diesem Anbieter. Sie sollten überlegen, ob Sie verstehen, wie CFDs funktionieren und ob Sie es sich leisten können, das hohe Risiko einzugehen, Ihr Geld zu verlieren. Die Basisinformationsblätter („KID”) zu den Handelsinstrumenten finden Sie hier (https://admiralmarkets.de/start-trading/kontoeroeffnung-leicht-gemacht/antraege-dokumente), den ausführlichen Hinweis zu Marktkommentaren hier und den ausführlichen Warnhinweis zu Handelsrisiken über folgenden Link: DISCLAIMER: https://admiralmarkets.de/risikohinweis Die Autoren können ganz oder teilweise in den besprochenen Werten investiert sein. Diese Inhalte stellen keine Finanzanalyse dar: Es handelt sich um eine Werbemitteilung, welche nicht allen gesetzlichen Vorschriften zur Gewährleistung der Unvoreingenommenheit von Finanzanalysen genügt und keinem Handelsverbot vor der Veröffentlichung der Analysen unterliegen.

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