EUR/USD: Seitwärts und abwärts

Admiral Markets: Wenn Mario Draghi am Donnerstag spricht, hat er als oberster EZB-Vertreter die Aufgabe, Klarheit zu schaffen. Die Marktteilnehmer wollen wissen, wo es lang geht. Der vor kurzem erschienene ZEW-Index der Konjunkturerwartungen in der EU offenbarte nicht nur eine schlechte Lage, sondern auch eine den Prognosen diametral entgegengesetzte Stimmung: Statt den prognostizierten 12,3 Punkten wurden -14,7 Punkte ermittelt. Die Gründe hierfür sind vielfältig, die Auswahl ist groß und reicht vom Brexit über die Bankenkrise in Italien bis hin zu den Terroranschlägen, von denen Europa in letzter Zeit nun wirklich nicht zu wenige erlebte. Etwas Gewissheit täte gut.

 

Technische Analyse:

 

Rückblick

Der EUR/USD Kurs  pendelte am Mittwoch, zu Beginn unseres Betrachtungszeitraums, im Bereich 1,1055/65. Er notierte damit auf dem Niveau von einer Woche zuvor. Nach einem kurzen Rücksetzer stabilisierte er sich am Mittwochvormittag bei 1,1040 und stieg dann in dynamischen Schüben an. Er erreichte bis zum Abend die 1,1100 und konnte diese Marke auch überwinden. Am Donnerstag setzte sich die Aufwärtsbewegung zunächst fort. Der EUR/USD lief bis zum Mittag an die 1,1165, kam aber hier nicht weiter. Anschließend wurde die gesamte Aufwärtsbewegung wieder abverkauft. Der EUR/USD konnte sich allerdings an der 1,1100 stabilisieren und sich am Freitag wieder erholen. Allerdings reichte es nicht, um die 1,1165 erneut anzulaufen.

 

Die Bewegung endete bei knapp 1,1150. Hier setzte sich dann eine breite Schwäche durch, die das Währungspaar in dynamischen Impulsen bis an die 1,1050 brachte. Erst hier gelang am Freitagabend eine Stabilisierung, aber keine wirkliche Erholung. Der EUR/USD ging bei 1,1068 aus dem Wochenhandel. Am Montag konsolidierte der EUR/USD zunächst in einer engen Box seitwärts. Am Nachmittag konnte er sich dann bis knapp über die 1,1080 schieben, kam dann aber nicht weiter. Zunächst sah es am Dienstag so aus, als ob der EUR/USD sich weiter würde erholen können. Er kam aber, trotz mehrerer Versuche, nicht über die 1,1080 hinaus. Am Dienstagnachmittag erfolgte dann ein Rücksetzer bis zur 1,1000.

 

Hier gelang zunächst eine kleine Erholung, die allerdings keinen ausgeprägten Charakter hatte. Das Hoch des aktuellen liegt deutlich über dem Hoch des vorherigen Betrachtungszeitraums. Dennoch hat der EUR/USD die 1,1200 nicht erreicht, was ein bearishes Zeichen ist. Er schafft es einfach nicht, sich von der 1,1200 abzusetzen. Aufwärtsbewegungen werden immer wieder abverkauft, der EUR/USD notiert aktuell deutlich unter der Unterkante seines AWK. Das Tief der vergangenen fünf Handelstage entsprach exakt dem des letzten Betrachtungszeitraums.

 

Die Range war mit 165 Pips zwar etwas größer, aber noch immer unterdurchschnittlich. Wir hatten in unserem Setup auf der Oberseite erwartet, dass der EUR/USD bis in den Bereich 1,1150/55, maximal aber bis 1,1180/82 laufen könnte. Die 1,1055 wurden mit der dynamischen Aufwärtsbewegung am Donnerstag überschritten, das nächste Anlaufziel aber nicht erreicht. Somit hat das Setup auf der Oberseite nicht richtig gegriffen. Die Rücksetzer gingen bis an unser Anlaufziel bei 1,1000 und konnten sich hier stabilisieren.

 

  • Wochenhoch*: 1,1165
  • Vorwoche 1,1126
  • Wochentief*: 1,1000
  • Vorwoche 1,1000
  • Wochen-Range*: 165 Pips
  • Vorwoche 126 Pips

*Betrachtungszeitraum 13.07.2016 bis 19.07.2016

 

Wie könnte es weitergehen?

  • Euro-Widerstände: 1,1062/83/89/97……..1,1130/78/97…..1,1244/93…..1,1363/85….1,1418/79….1,1527/64
  • Euro-Unterstützungen: 1,1020/13….1,0961/34/04…1,0888…….1,0742….1,0640

 

  • Box-Bereich: 1,1824 bis 1,0602
  • Tagesschlusskurs-Marken: 1,1098 und 1,0888
  • Intraday-Marken: 1,1083 und 1,0969
  • Range: 1,2355 bis 1,0223

 

Euro-Chart

Dem EUR/USD fehlen nach wie vor die wesentlichen Impulse. Nach oben geht aktuell nichts. Er hat in den vergangenen fünf Handelstagen nicht versucht, sich zurück in seinen AWK zu schieben, sondern ist deutlich unter der Unterkante geblieben. Das ist bearish zu interpretieren. Das aktuelle politische Umfeld sowie die finanzpolitischen Erwartungen lassen erwarten, dass der Druck auf den EUR/USD weiter bestehen bleiben wird. Von Entspannung ist aktuell nichts zu spüren – ganz im Gegenteil. Neue Probleme tun sich auf. Die Bankenkrise in Italien ist nur ein Beispiel dafür, wie fragil das Konstrukt im Augenblick ist.

 

Zum Markt in den kommenden fünf Handelstagen:

Das Setup von letzter Woche kann eigentlich fortgeschrieben werden. Wesentlich für Erholungsbewegungen wird sein, ob der EUR/USD wieder über die 1,1050 kommt. Gelingt dies, so könnte er im Rahmen von Aufwärtsbewegungen versuchen, die 1,1067/70 und dann den Bereich bei 1,1080/85 zu erreichen. Wenn er sich über die 1,1085 schieben kann, wären die nächsten Anlaufziele bei 1,1095/1,1103 und 1,1120/25 zu suchen. Schafft es der EUR/USD über die 1,1125, so könnte er im Nachgang die 1,1150/55 oder sogar die 1,1165/69 erreichen. Gelingt es dem EUR/USD, sich über die 1,1169 zu bewegen, so könnte er auch die 1,1180/84 und die 1,1195/98 erreichen. An allen Marken können sich Rücksetzer einstellen.

 

Wir gehen nicht davon aus, dass es der EUR/USD in den kommenden fünf Handelstagen schafft, sich nachhaltig über die 1,1200 zu schieben. Die 1,1184 wären das Maximale, was wir dem EUR/USD in den kommenden fünf Handelstagen auf der Oberseite zutrauen würden. Falls sich die Rücksetzer nicht über der 1,1000 stabilisieren können, wäre mit weiteren Abgaben bis 1,0972/64 zu rechnen. Hier bestehen gute Chancen auf eine Stabilisierung und Erholung. Sollte die 1,0964 nicht halten, könnte sich der Abwärtsdruck verstärken. Anlaufziele wären dann zunächst die 1,0952/47 und dann die 1,0936/31. An allen Marken besteht das Potenzial der Erholung. Sollten die 1,0931 nicht halten, so wären die Bereiche bei 1,10915/08 sowie 1,0888/80 die nächsten Anlaufziele.

 

Wenn der EUR/USD unter die 1,0880 fällt, wären die 1,0848/44 und die 1,0820/15 die nächsten relevanten Marken. Ein Tagesschluss unter 1,0888 wäre ein übergeordneter Hinweis darauf, dass es zu weiteren Abgaben kommen könnte. Wir gehen aber nicht davon aus, dass es in den kommenden fünf Handelstagen zu nachhaltigen Notierungen unter 1,0820 kommt.

  • Übergeordnete erwartete Tendenz im Betrachtungszeitraum: seitwärts/abwärts

 

Die wichtigen Veröffentlichungen der nächsten sieben Tage:

21.07.2016 – Eurozone: Zinsentscheid der EZB

21.07.2016 – Eurozone: Rede des EZB-Präsidenten Mario Draghi

22.07.2016 – Deutschland: Herstellungs-Einkaufsmanagerindex (Juli)

25.07.2016 – Deutschland: ifo-Geschäftsklimaindex (Juli)

26.07.2016 – USA: CB-Verbrauchervertrauen (Juli)

26.07.2016 – USA: Verkäufe von Eigenheimen (Juni)


Autor: Jens Chrzanowski

 

 

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