FXCM: Interview mit Torsten Gellert zur Deutschland Roadshow 2012
David Ernsting von broker-test.de hat mit Torsten Gellert, Managing Director beim Forex Broker FXCM, gesprochen. Im Fokus standen dabei unter anderem die erste FXCM-Roadshow in Deutschland, der Sentiment-Index von FXCM und das Thema Forex Trading in Deutschland im Allgemeinen.
1) FXCM ist einer der größten Broker weltweit. Wann wurde FXCM (steht für Forex Capital Markets) gegründet und was ist die Philosophie dieses FX Brokers?
FXCM wurde 1999 in den USA gegründet, in Deutschland sind wir 2010 mit unserer Niederlassung in Berlin gestartet. Wie der Name schon sagt, konzentriert sich FXCM auf den Devisenhandel, darüber hinaus können unsere Kunden seit 2009 über unsere Tradingplattformen aber auch CFDs auf ausgewählte Indizes und Rohstoffe handeln. FXCM ist seit über einem Jahr an der New York Stock Exchange (NYSE) gelistet. FXCM hat es sich zum Ziel gesetzt, für seine Kunden insbesondere durch eine sehr faire Orderausführung und einen zuverlässigen Service jederzeit ein verlässlicher Partner beim Handel an den weltweiten Finanzmärkten zu sein.
2) Wie unterscheidet sich FXCM von anderen Forexbrokern?
Im Unterschied zu vielen Brokern agiert FXCM im Forex-Trading nicht als Market Maker. Jede Forex-Order unserer Kunden wird ohne ein zwischengeschaltetes Dealing-Desk sofort an die Banken, die die entsprechende Liquidität anbieten, weitergeleitet. Das heißt, wir nehmen nicht die Gegenposition des Kunden ein und haben daher auch keinen Interessenkonflikt mit ihnen. Wir profitieren somit auch nicht von etwaigen Verlusten unserer Kunden. FXCM verdient lediglich am Spread.
Darüber hinaus bekommt ein Kunde, der bei uns Forex und CFDs handelt, keine Re-Quotes. Diese bekommt er bei vielen anderen Brokern, da sich dieser so davor schützt, für ihn unrentable Trades einzugehen. Wir sind eben gerade nicht daran interessiert, dass unsere Kunden Geld verlieren. Im Gegenteil: Jeder Kunde, der sehr oft und langfristig erfolgreich bei uns handelt, gibt uns die Möglichkeit, weiter zu wachsen und in unseren Service und die Infrastruktur zu investieren. Dies schätzen unsere Kunden.
3) FXCM startet in dieser Woche die erste Roadshow durch Deutschland und Österreich, was sind die zentralen Themen und wer ist dabei?
Das gesamte Team von FXCM freut sich riesig auf den ersten intensiven Austausch dieser Art mit Kunden und potentiellen Interessenten, vom Anfänger bis zum fortgeschrittenen Profi im Forex und CFD-Trading. Sieben Kinos in Deutschland und Österreich bieten eine wunderbare Kulisse, unser Angebot näher vorzustellen, über Handelsstrategien zu sprechen und sich in lockerer Atmosphäre über alle Themen rund um Börse und Finanzmärkte mit unseren Experten auszutauschen.
Ich freue mich, dass uns mit Stefan Riße auf dieser Roadshow ein Profi begleitet, der sich nun schon seit 25 Jahren nicht nur mit der Börse beschäftigt, sondern auch sehr erfolgreich mit seinem eigenen Vermögen an den Märkten aktiv ist. Davon können nun auch Privatanleger profitieren und ihr Geld von Stefan Riße in Form eines Managed Accounts verwalten lassen. Stefan Riße hat sich entschieden, diese Konten ausschließlich bei FXCM zu führen. Auf dieser Veranstaltung wird er seine Strategie näher vorstellen und natürlich auch eine Einschätzung über die aktuelle Entwicklung an den Märkten geben.
Außerdem wird unser Marktanalyst Jens Klatt, vielen bekannt aus seinen regelmäßigen technischen Analysen von Währungen und Indizes, sich den Fragen der Teilnehmer stellen. Jens wird unseren exklusiven FXCM Speculative Sentiment Index vorstellen, ein sehr nützliches Werkzeug für den Forex-Trader, um das Trading noch erfolgreicher gestalten zu können.
Heute Abend geht es in Stuttgart los. Es sind übrigens nur noch wenige Plätze in den Kinos in München, Wien, Berlin, Frankfurt, Düsseldorf und Hamburg frei, nähere Infos auch zum Film "No Limit" und die Möglichkeiten zur Anmeldung finden Interessierte unter https://www.fxcm.de/roadshow.jsp.
4) Was steckt hinter dem Sentiment-Index von FXCM, wie kann der SSI dem Trader bei seinen Entscheidungen helfen?
Der Sentiment-Index SSI gibt an, wie unsere inzwischen weltweit über 200.000 Kunden in den wichtigsten Währungspaaren, den so genannten Majors, positioniert sind. Er ist also eine Indikation für die Stimmung im Markt. Dieses Sentiment beruht auf der Theorie der Psychologie der Massen.
Glauben alle, bzw. sehr viele Marktteilnehmer, dass der Euro gegenüber dem Dollar fallen wird, gehen sie im Euro short, also verkaufen den Euro. Sie sind also schon positioniert und können ihre Positionen nur noch auflösen, also den Euro wieder kaufen. Damit ist die Wahrscheinlichkeit höher, dass der Euro in naher Zukunft steigt. Sind dagegen sehr viele long positioniert, könnten sie nur verkaufen und der Euro würde fallen.
Damit ist der SSI ein sehr guter Kontra-Indikator. Man kann an ihm nicht unbedingt ablesen, was man handeln sollte. Aber zur Bestimmung des Einstiegs- bzw. Ausstiegszeitpunktes sollte man den Indikator im Trading gut im Auge behalten.
5) Der SSI ist nur eines von vielen Projekten, an denen Sie gerade arbeiten. Was planen Sie mit FXCM noch für dieses Jahr?
Aktuell finden unsere Kunden den Sentiment-Index SSI in einem geschlossenen Benutzerbereich auf www.DailyFX.com. Gerade sind wir dabei, das deutsche Portal DailyFX.de an den Start zubringen und auch dieses neben dem SSI mit zahlreichen Analysen, Einschätzungen und Kommentaren sowie Ausbildungsinhalten für Anfänger und Fortgeschrittene zu bestücken. Es wird täglich neue Inhalte geben. Das Portal wird der ideale Platz im Web zur Diskussion mit anderen Forex-Tradern werden. Der Launch steht unmittelbar bevor und wir glauben, dass die Seite wie auch ihr internationales Pendant eine sehr gute Chance hat, zu einer der wichtigsten Informationsquellen für den Forex-Trader in der deutschsprachigen Region zu werden.
6) Der Zeitpunkt für die Roadshow ist gut gewählt, die Schuldenkrise in Europa dauert an, gerade liegen die Wahlen in Frankreich und Griechenland hinter uns und haben auch am Devisenmarkt ihre Spuren hinterlassen, was begeistert Ihre Kunden aktuell am Forex Trading?
Am vergangenen Sonntag ging es bei den Wahlen in Griechenland und Frankreich nicht nur um eine neue Regierung in den beiden Ländern, sondern auch um unser aller Zukunft und die zukünftige Entwicklung in der Eurozone und damit auch um die Zukunft des Euro. Mit dem Wahlsieg von Hollande war nach allen Umfragen zu rechnen, viel schwieriger einzuschätzen ist die Lage nach der Wahl dagegen in Griechenland. Es sieht so aus, als steuern die Griechen nun auf Neuwahlen im Juni zu, bis dahin bleibt der Geldhahn von IWF und EZB aber zu und dem Land droht die Pleite und ein Austritt aus der Eurozone mit aktuell noch schwer abzuschätzenden Folgen für den Euro.
Das ist natürlich ein großes Thema bei unseren Kunden und EUR/USD somit auch das am meisten gehandelte Währungspaar. Hohe Umsätze verzeichnen auch der "Cable", also das Britische Pfund zum US-Dollar (GBP/USD) und auch der japanische Yen zu Euro und Dollar steht bei unseren Kunden hoch im Kurs. Insgesamt schätzen alle Forex-Trader die Vorteile des Devisenhandels gegenüber dem klassischen Aktienhandel. Forex wird an fünf Tagen rund um die Uhr gehandelt. Die hohe Liquidität und die niedrigen Kosten – die Kunden zahlen nur den Spread – machen Forex-Trading so attraktiv.
7) Wie schätzen Sie das Potenzial für das Forex-Trading in Deutschland ein?
Das Wachstum von FXCM in Deutschland ist stark, wie auch in unserem internationalen Geschäft. Zum Ende des ersten Quartals 2012 handelten weltweit 41 Prozent mehr Kunden als noch ein Jahr zuvor über die Handelsplattformen von FXCM. Das dabei bewegte Volumen stieg in den ersten drei Monaten des laufenden Jahres im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 20 Prozent auf rund 985 Milliarden US-Dollar (rund 740 Milliarden Euro). Auch für die kommenden Monate gehe ich von einem starken Wachstum sowohl in Deutschland als auch international aus.
8) Seit gut drei Monaten verharrt der Euro zum Dollar in einer Seitwärtsbewegung zwischen 1,30 und 1,35 USD. Herr Gellert, Sie veröffentlichen selbst Analysen und Kommentare zum Devisenmarkt, wie schätzen Sie die weitere Entwicklung bei Euro/Dollar aktuell ein?
Der Euro testet aktuell die untere Grenze dieser Range zwischen 1,30 und 1,35 US-Dollar. Mit der weiter bleibenden Unsicherheit resultierend aus den Wahlen in Griechenland und Frankreich billige ich dem Euro aktuell wenig Potential nach oben zu. Keiner weiß, ob und in wie weit der neue französische Präsident Francois Hollande bereit ist, von seinen Wahlversprechen sowohl für die Wirtschaft im eigenen Land als auch in Europa abzurücken und sich auf Kompromisse mit seinen politischen Gegnern einzulassen.
Ein Spitzensteuersatz in Frankreich von 75 Prozent wäre fast genauso fatal für das Land wie ein erneutes Aufschnüren des Fiskalpaktes für Europa. Und die Gefahr, dass Griechenland aus dem Euro ausscheiden muss, ist jetzt gerade wieder so akut wie lange nicht mehr. Vor diesem Hintergrund gehe ich davon aus, dass der Euro in den nächsten Wochen das Tief aus dem Januar bei 1,26 USD noch einmal erreicht und dann muss man neu schauen, wie sich bis dahin die politischen Kräfteverhältnisse in Europa entwickelt haben.
9) Sie haben es angesprochen, auch der "Cable" – das Britische Pfund gegenüber dem Dollar – wird bei FXCM stark gehandelt, was ist Ihre Meinung aktuell zum Britischen Pfund?
Die Stärke des Britischen Pfundes in den vergangenen Wochen ist für mich eher eine Schwäche des Euro. Eine andere Erklärung habe ich dafür nicht. Die Wirtschaft auf der Insel schwächelt, die Briten befinden sich nach zwei negativen Quartalen hintereinander in der Rezession, für das laufende Jahr geht die Regierung von einem Wachstum von gerade einmal 0,8 Prozent aus. Die Bank of England wird die Geldpolitik weiter lockern müssen, um eine länger anhaltende Krise zu verhindern. Dies sollte das Pfund eher schwächen.
Nur wenn ich mir wie oben erwähnt die Probleme in der Eurozone anschaue, wird es auch noch einige Zeit von der Schwäche seiner europäischen Nachbarn profitieren können. Auch wenn in den USA immer mal Rückschläge wie die Zahlen zum Arbeitsmarkt in der vergangenen Woche für Enttäuschung sorgen, glaube ich dennoch, die Amerikaner sind konjunkturell auf einem guten Weg und die US-Notenbank hat die Pläne für eine weitere Lockerung der Geldpolitik erst einmal wieder aus der Hand gelegt. Deshalb würde ich mich bei GBP/USD eher auf der Short-Seite positionieren, aber ein wenig Geduld mitbringen.
Vielen Dank, Herr Gellert, für das Interview!
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Wir empfehlen Ihnen sich auf der Webseite des Anbieters (CFD-Broker) über die aktuellen Risikohinweise sowie auf der Webseite der BaFin (Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht) oder ähnliche offizielle europäische Aufsichtsbehörden über Finanzdienstleistungen über den Anbieter (CFD-Broker) zu informieren.
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