Gekko Global Markets: Twitter-Aktien heiß begehrt

Gekko: Noch sind die Papiere des Kurznachrichtendienstes nicht an der Börse gelistet. Doch die Werbetour scheint bei den Investoren offenbar Eindruck zu hinterlassen. Einige Fondsmanager befürchten inzwischen, bei der Zuteilung nicht berücksichtig zu werden. Grund genug für Twitter, die Preisspanne für die 70 Millionen Aktien von zuvor 17 bis 20 auf 23 bis 25 Dollar je Stück anzuheben. Insgesamt könnte der Börsengang nun rund zwei Mrd. Dollar schwer werden und wäre der größte IPO seit Facebook im vergangenen Jahr. Den endgültigen Preis dürfte der Konzern heute bekannt geben, bereits am kommenden Donnerstag könnte der Börsengang erfolgen. Auch aufkeimende Patentstreitigkeiten scheinen die Stimmung nicht zu trüben. Der IT-Dienstleister IBM wirft Twitter in drei Fällen Verletzung seines geistigen Eigentums vor. Ob der Fall vor Gericht kommt, ist noch offen. 

 

Termine des Tages

Am heutigen Mittwoch werden um 10 Uhr die endgültigen Einkaufsmanagerindizes für den Dienstleistungssektor in Europa veröffentlicht. Sie werden zwar in Deutschland unerwartet zur vorherigen Lesung erwartet, aber in Spanien und Italien wird mit einer Abschwächung gerechnet. Um 11 Uhr folgen dann die Einzelhandelsumsätze für die Euro-Zone. Im August waren sie um 0,7 Prozent gegenüber dem Vormonat gestiegen und damit deutlich stärker geklettert als Volkswirte erwartet hatten. Im September sollen sie um 0,3 Prozent sinken. Gegenüber dem Vorjahr stünde damit ein Plus von 0,8 Prozent zu Buche. Um 12 Uhr folgen die Industrieaufträge für Deutschland. Im August waren sie um 0,3 Prozent gegenüber dem Vormonat gesunken. Das war der zweite Rückgang in Folge. Für September wird ein Plus von 0,5 Prozent erwartet. In den USA beschränkt man sich am Nachmittag auf die Frühindikatoren für September und wird dann den Blick nach Europa richten. Denn für Euro, Dollar, Pfund und Schweizer Franken werden die Zinsentscheidungen und Aussagen der Notenbanken in Frankfurt und London den weiteren Weg weisen.
 

Markt erwartet keine EZB-Zinssenkung in dieser Woche

Der Euro kann sich im Vorfeld der EZB-Entscheidung morgen leicht erholen. Gegenüber dem US-Dollar steigt die europäische Einheitswährung aktuell wieder über die Marke von 1,35 USD. Ein Zinsschritt schon am Donnerstag kommt wohl noch zu früh, die EZB wird vermutlich die Datenlage in Euroland noch einmal abwarten wollen. Der stärkere Euro beziehungsweise schwächere Dollar verhilft den Rohstoffen zu einer Verschnaufpause. Sie waren zuletzt wieder deutlich unter Druck gekommen. Der Goldpreis kann sich nach einem dreiwöchigen Tief wieder leicht auf rund 1315 USD erholen. Auch der Ölpreis stabilisiert sich und liegt beim WTI-Preis wieder bei 94 USD.
 

Obama lässt die Kurse steigen

Auch wenn der Haushaltsstreit derzeit für einen gehörige Portion Unsicherheit sorgt und für einen Fehlstart in das Börsenjahr 2014 sorgen könnte, die Kursentwicklung unter Präsident Barack Obama kann sich sehen lassen. Vor fast genau fünf Jahren und damit mitten in der globalen Finanzkrise wurde er zum US-Präsidenten gewählt. Nicht nur die US-Wirtschaft zeigt sich inzwischen erholt, der S&P 500 legte seit dem Amtsantritt um gut 100 Prozent zu. Mit Vorgänger George Bush dürften hingegen nur die Bären zufrieden gewesen sein, die Performance war leicht negativ. Bester US-Präsident seit Ronald Reagan ist einer Untersuchung von Fidelity zufolge Bill Clinton. In seiner Amtsperiode von November 1992 bis November 1997 kletterte der S&P um 145 Prozent. Obama ist noch drei Jahre im Amt. Sollte die Wirtschaft moderat wachsen und die Fed ihre expansive Geldpolitik fortsetzen, dürfte die Bilanz noch deutlich besser ausfallen.

Von Sarah Brylewski

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